«Es braucht auch ein wenig Glück»
«Es gibt noch überhaupt nichts zu feiern.» Während Frauenfeld-Coach Emanuel Marbach in den Katakomben des Dübendorfer «Chreis» den Match emotions-los analysierte, schallten aus der Gästekabine Jubelschreie. 2:1 liegen die Frauenfelder, die vermeintlichen Underdogs, in der Finalserie in Front und haben die Chance, am Samstag den Ostschweizer Meistertitel zu holen (mehr dazu). «Kämpferisch und von der Moral her haben wir eine super Truppe beisammen. Dass es am Ende aufgeht, dafür braucht es immer ein wenig Glück», sagte Marbach.
Das Glück bemühte auch Frauenfelds Sportchef Hansueli Schlumpf. «Hätte mir jemand gesagt, dass wir Dübendorf zweimal in eine Verlängerung zwingen, hätte ich unterschrieben», hatte er vor der Overtime gesagt. «Der Glücklichere gewinnt hier.» Für ihn ist es nur schon ein Erfolg, dass der Meisterpokal am Samstag in Frauenfeld stehen wird, «mit Vorteil für uns».
Die Krux mit dem Abschluss
Dass Dübendorf nun mit dem Rücken zur Wand steht, liegt für EHCD-Trainer Andrea Cahenzli auch, aber nicht nur an der taktischen Cleverness Frauenfelds: «Wir haben viel Aufwand betrieben, aber kein Playoff-Hockey gespielt. Phasenweise waren wir drückend überlegen, aber wir verpassten immer wieder den Abschluss. Wir schiessen zu wenig schnell von der blauen Linie», analysierte Cahenzli.
Das mag aber auch daran liegen, dass Frauenfeld der bisher unbequemste Gegner für Dübendorf ist. «Sie sind sehr gut eingestellt auf uns», sagte EHCD-Center Ken Künzli. «Sie spielen so, wie ich es gegen uns auch machen würde. Die Mittelzone machen sie zu, dadurch wird es extrem schwierig, irgendetwas zu kreieren.» Dagegen müssen die Dübendorfer nun bis am Samstag ein Mittel finden. Künzlis Ansatz: «Cleverer sein, mehr laufen und unsere Stärken wieder ausspielen. Sonst reicht es nicht.»

