Erst je ein klarer und verdienter Erfolg für Wetzikon und Dübendorf, am Donnerstag nun ein enges Spiel mit dem EHCD als Sieger, der auch Glück in Anspruch nahm: Die Derby-Halbfinalserie im Erstliga-Playoff hielt bisher, was die Affiche versprochen hatte. «Es sind intensive Spiele», sagt denn auch Andreas Bührer, «am Donnerstag war es ein Hin und Her, teils wie Pingpong. Das ist fürs Publikum doch toll.»
Züriost tickert das 4. Halbfinalspiel ab 17.15 Uhr live.
Der einstudierte Augenschmaus
Am Donnerstag war es Bührer, der die 856 Zuschauer – respektive einen Teil davon – in Dübendorf verzückte. Sein Gamewinner im Powerplay zum 2:1 in der 26. Minute war in Entstehung und Vollendung ein Augenschmaus – ein Tor, wie es in dieser Liga wohl nur die EHCD-Paradelinie zustande bringt. «Wir haben einige einstudierte Varianten», sagt Bührer dazu nur.
Das Powerplay machte im dritten Spiel den Unterschied zugunsten Dübendorfs aus, da waren sich alle einig. Doch es ist nicht so, dass die Wetziker in Überzahl schlechter agiert hätten – ihren Führungstreffer erzielten sie auch mit einem Mann mehr auf dem Eis. Sie schafften es aber trotz teils grossem Druck nicht, ein weiteres Powerplay-Tor zu erzwingen. EHCW-Trainer Roger Keller versuchte dies mit dem berühmten «letzten Zwick, der fehlte» zu erklären – den nötigen Willen hatte seine Equipe auf jeden Fall gezeigt.
Nicht auf dem Silbertablett
Zwar liegt unterdessen mit Qualifikationssieger Dübendorf der Favorit in dieser Serie in Front – doch heissen will das noch überhaupt nichts. «Wir werden den Dübendorfern den letzten Sieg sicher nicht auf dem Silbertablett präsentieren», sagt Keller. Er benutzt dieser Tage gerne den Satz: «In den Playoffs geht es darum, das letzte Spiel zu gewinnen.» Dass die Wetziker fähig sind, eine Serie zu drehen, zeigten sie bereits im Viertelfinal gegen Chur, als sie in der «Belle» in den Schlussminuten aus einem 1:2-Rückstand einen 3:2-Sieg machten. Keller mag auch daran gedacht haben, als er sagte: «Es ist so viel Herz und Leidenschaft in dieser Mannschaft, dass vieles möglich ist.»

