Bringt Butty Wetzikon die nötigen Impulse?
Auf Weltuntergangsstimmung machte EHCW-Trainer Roger Keller nach der 2:6-Niederlage am Dienstag nicht. Den einen oder anderen Spruch mit den Betreuern konnte er sich nicht verkneifen, als er in den Katakomben der Wetziker Eishalle Red und Antwort stand. «Das erste und das letzte Spiel wollen wir gewinnen», sagte er grinsend. Den 1:1-Ausgleich in der Serie durch den EHC Dübendorf nahm er gelassen hin – «wir müssen das abhaken», sagte er und wies beim Abschied jeden Spieler an: «Erhole dich gut.»
Das achte EHCW-Spiel innert 17 Tagen
Erholung brauchen die Wetziker; sie absolvieren heute das achte Spiel innert 17 Tagen. Dass die Kraftreserven heute zum Thema werden könnten, glaubt Keller allerdings nicht. «Auch Dübendorf spielte am Dienstag grösstenteils nur mit drei Blöcken», sagt der EHCW-Trainer.
Auf welche der zuletzt angeschlagenen Spieler Keller heute zählen kann, wusste er gestern noch nicht. Klar ist dafür, dass Stürmer Alain Butty ins Team zurückkehren wird, der seine vier Spielsperren aus der zweiten Viertelfinalpartie gegen Chur nun abgesessen hat. «Er ist frisch und kann neue Impulse setzen», sagt Keller und fügt an: «Und er bringt Routine sowie physische Präsenz mit.»
«Müssen unseren Mann stehen»
Gerade Letztere fehlte den Wetzikern am Dienstag – insofern ist Butty auch ein Hoffnungsträger. «Wir waren viel zu lieb mit dem Gegner», sagt der EHCW-Trainer. Sein Team habe den Dübendorfern zu viel Zeit und Raum zur Entfaltung gegeben. «Wir müssen im Zweikampf wieder unseren Mann stehen.» Vielleicht habe seine Mannschaft gedacht, nach dem Startsieg werde die Serie zum Selbstläufer, und sei darob zu bequem geworden, sinniert Keller.
Ein Dübendorfer Novum
Die Geschichte mit der Bequemlichkeit kennt man auch in Dübendorf. Auf die erste Niederlage nach seiner langen Siegserie fand der EHCD am Dienstag indes eine überzeugende Antwort. «Der Schuss vor den Bug kam zur rechten Zeit», lautete der Tenor in Glattaler Kreisen denn auch. Am Dienstag schossen die Dübendorfer notabene erstmals in diesen Playoffs den ersten Treffer. Flügel Steven Widmer sagte: «Wir sind bis jetzt immer relativ schlecht in die Spiele gestartet, das wollten wir ändern. Wir wollten den Gegner früher unter Druck setzen. Besonders am Anfang der Partie funktionierte das sehr gut.»
Ob der EHCD mit dem 6:2-Erfolg das Momentum bereits wieder auf seine Seite gebracht hat oder ob die Wetziker reagieren können, wird sich heute Abend im Chreis zeigen. «Wenn wir unseren Weg vom letzten Samstag wiederfinden, haben wir eine Chance», glaubt Keller.
Züriost berichtet live vom Spiel.
