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Dübendorf sendet deutliches Lebenszeichen

Ebenso klar, wie er am Samstag gewonnen hatte verlor der EHC Wetzikon das zweite Spiel der Halbfinalserie gegen Dübendorf. Die Glattaler riefen ihr Potenzial beim 6:2-Erfolg von der ersten Sekunde weg ab.

Dübendorf sendet deutliches Lebenszeichen

Aussergewöhnlich ruhig war es in der Wetziker Eishalle in den Schlussminuten des zweiten Spiels der Playoff-Halbfinalserie. 1152 Zuschauer sahen keine spannende Schlussphase, sondern Spielminuten mit Kehraus-Charakter. Die 6:2-Führung des EHC Dübendorf sorgte da und dort auf den Rängen womöglich für Konsternation, sicher aber für das Bewusstsein, dass den Wetzikern nun trotz ihrer markanten Steigerung in den letzten Wochen nicht einfach alles in den Schoss fällt.

Denn im Gegensatz zum ersten Spiel am Samstag, als der EHC Dübendorf nie in die Partie fand und von den entfesselten Wetzikern überrannt wurde, waren die Glattaler am Dienstag von Beginn weg präsent.

Früher Schock für Wetzikon

EHCD-Trainer Andrea Cahenzli, der seinen 53. Geburtstag feierte, hatte ganz offensichtlich die richtigen Worte gefunden. Mehr Einsatz hatte er im Vorfeld gefordert – und den zeigte seine Equipe schon nach dem ersten Bully: Ein Check von Andreas Bührer, ein Pass von Dennis Barts – und ein präziser Abschluss von Ken Künzli. Nach nur gerade 22 Sekunden lag Dübendorf in Front. «Das gab uns zusätzliches Selbstvertrauen», sagte Cahenzli hernach. EHCW-Trainer Roger Keller hingegen gab zu: «Wir hatten die Dübendorfer zwar stark erwartet. Aber  wir wurden auf dem linken Fuss erwischt und waren doch für einen Moment in einem Schockzustand.»

Lange dauerte dieser nicht an. Die Wetziker hatten kurz nach dem 0:1 durchaus ihre Möglichkeiten. Zwei frühe Powerplays liessen sie allerdings ungenutzt, obschon sie viel Druck aufbauten und zu gefährlichen Abschlüssen kamen. «Wir waren manchmal zu umständlich», sagte Keller, «und die letzte Kampfbereitschaft fehlte heute».

Auch deshalb gaben die Dübendorfer ihre Führung nicht mehr ab, sondern bauten sie kontinuierlich aus. In der 17. Minute erhöhte Jann Falett auf 2:0 – sehenswert per Direktabnahme aus der Luft. Ebenso sehenswert war die Vorarbeit von Adrian Stoob, der sich an der Bande gleich gegen zwei Wetziker durchsetzte. Im zweiten Drittel erhöhte Stoob selber auf 3:0, nachdem Marc Wüst sich hinters Tor durchgetankt hatte. Für noch klarere Verhältnisse sorgte Falett in der 36. Minute. Er beendete ein Dübendorfer Powerplay, in dem die Wetziker fast zwei Minuten lang die Scheibe nicht aus ihrer Zone brachten,  fünf Sekunden vor Ablauf aus spitzem Winkel mit einem präzisen Handgelenkschuss.

«Die Pace wiedergefunden»

4:0 führte der EHCD schon im zweiten Drittel. Das Durchsetzungsvermögen, das sie am Samstag komplett hatten vermissen lassen, zeichnete die Glattaler am Dienstag aus. Sie steigerten sich in jeder Beziehung, waren lauffreudiger, scheibensicherer, zweikampfstärker, vor allem aber: viel entschlossener. «Wir haben unsere Pace wieder gefunden», sagte Cahenzli. «Das war eine sehr gute Antwort.»

Zwar fanden auch die Wetziker Antworten, und eigentlich kamen sie zu einem guten Zeitpunkt: Nigel Wollgasts 1:4 im Powerplay in der 39. Minute und Lukas Dietrichs 2:4 nur 39 Sekunden nach Beginn des Schlussdrittels. «Hätten wir nachlegen können wäre noch etwas dringelegen», sagte Coach Roger Keller. Doch das wiederum liess Dübendorf nicht zu. Der Qualifikationssieger bewies nicht zum ersten Mal in dieser Saison, dass er sich auch nach kurzen Schwächephasen in einem Spiel steigern kann: Ein Doppelschlag von Röthlisberger (49.) und Seiler (51.) brachte die definitive Entscheidung.

«Wir haben heute nie zu unserer Spielkultur gefunden», analysierte Keller. «Der letzte Zwick fehlte. Wir standen zu weit vom Gegner entfernt.» Das manifestierte sich bisweilen in ungestörten Dübendorfer Passstafetten in der Wetziker Defensivzone. Die Glattaler zeigten, weshalb sie in dieser Serie der Favorit sind. Nun sind die Wetziker gefordert, eine Reaktion darauf zu finden.

Wetzikon – Dübendorf 2:6 (0:2, 1:2, 1:2) – KEB Wetzikon. – 1152 Zuschauer. – SR Rüegg (Meyer/Hollenstein).

Tore: 1. (0:22) Künzli (Barts, Bührer) 0:1. 17. Falett (Stoob) 0:2. 27. Stoob (Wüst) 0:3. 36. Falett (Schwarz/Ausschluss Faic) 0:4. 39. Wollgast (Vesely/Ausschluss Wüst) 1:4. 41. (40:39) Dietrich 2:4. 49. Röthlisberger (Seiler, Kreis) 2:5. 51. Seiler (Kreis, Widmer) 2:6.

Strafen: Je 7mal 2 Minuten.

Wetzikon: Scherrer; Wollgast, Kräutli; Buchmüller, Dietrich, Bucher; Marzan, Hofer; Bachmann, Vesely, Faic; Trippel, Wittwer; Rüedi, Brandi, Pons; Hofmann.

Dübendorf: Trüb; Sägesser, Alena; Künzli, Bührer, Barts; Reichart, Schwarz; Seiler, Widmer, Kreis; Röthlisberger, Stettler; Falett, Stoob, Wüst; Breiter; Celio, Roth, Piai.

Bemerkungen: Wetzikon ohne Butty (gesperrt), Nägeli, Gmür, Hürlimann, Rykart, Schäppi; Dübendorf ohne Lupart und Blasbalg (alle verletzt/angeschlagen). 33. Pfostenschuss Faic.

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