Die grosse Chance für den EHC Wetzikon
Der EHC Wetzikon, der die Qualifikation in der Erstliga-Ostgruppe nur als Siebter abgeschlossen hatte, fordert den Qualifikations-Zweiten Chur in der Playoff-Viertelfinalserie bis aufs Äusserste. Mit dem 5:2-Erfolg im vierten Spiel der Best-of-5-Serie haben die Wetziker ein Entscheidungsspiel erzwungen.
Züriost tickert ab 19.45 Uhr live aus Chur.
Das Kompliment des Ex-Keepers
Die heutige «Belle» in Chur ist für den EHCW eine grosse Chance. Viele hatten den Wetzikern vor der Saison ein Platz unter den ersten drei zugetraut. Nun sind sie drauf und dran zu beweisen, dass sie dazu fähig sind. Zwar spät – aber womöglich im wichtigsten Moment. Stürmer Timon Vesely sagt: «Wir haben realisiert, dass die Leistung aus der Qualifikation nicht reichte. Nun schöpfen wir unser Potenzial aus». Und Churs Leon-Vincent Sarkis, der einst im Wetziker Tor stand, findet: «Die Wetziker spielen sehr gut und machen uns das Leben wirklich schwer. Sie sind sehr laufstark».
EHCW-Trainer Roger Keller sagt zwar weiterhin: «Chur ist der Favorit. Die Churer müssen – wir wollen». Doch die Wetziker waren bei den beiden Niederlagen in Spiel 2 und 3 der Serie beileibe nicht die schlechtere Mannschaft. Sie kassierten «blöde Gegentore wegen individuellen Fehlern» (Keller) oder wurden vom starken Sarkis im Churer Tor gestoppt.
Eine Frage des Willens und der Nerven
Sarkis glaubt: «Jetzt geht es nur noch um den grösseren Willen.» Mitentscheidend wird in der «Belle» aber auch sein, wer die Nerven in der bisher beidseits von Härte geprägten Serie besser im Zaum hat. «Wenn wir uns auf die Provokationen nicht einlassen haben wir eine gute Chance», glaubt Vesely. «Chur mag bessere Einzelspieler haben, wir sind aber das bessere Kollektiv.»
Fraglich ist beim EHCW Verteidiger Pascal Nägeli. In Spiel 3 und 4 stand er nicht auf dem Matchblatt – «wir schauen von Tag zu Tag», sagt Coach Keller. Unklar war gestern, ob Alain Butty spielen darf. Der Stürmer wurde vom Verband aufgrund eines Churer Videos nach der zweiten Partie wegen eines Checks gegen den Kopf des Bündners Yannick Bucher für zwei Spiele gesperrt. Eine Sperre sass er in Spiel 3 ab, am Dienstag spielte er, weil der EHCW mit einem Rekurs aufschiebende Wirkung erzielte.
