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Gilles Roulins riesige Schritte

Gilles Roulin gewinnt in Hinterstoder auch den Super-G und siegt damit innert zweier Tage zum vierten Mal. Ausruhen kann sich der Europacup-Gesamtleader aus Grüningen aber noch lange nicht.

Gilles Roulins riesige Schritte

Es ist, als würde er nie genug ­bekommen: Am Donnerstag gewann Gilles Roulin im öster­reichischen Hinterstoder zwei Abfahrten und eine (über zwei Tage verteilte) Kombination. Gestern Freitag liess der Grü­ninger auch im Super-G die ­gesamte Konkurrenz hinter sich. 16 Hundertstel betrug sein Vorsprung auf den Österreicher ­Niklas Köck.

Was am 6. Januar mit einem dritten Rang im Super-G von Wengen begann, Roulins erstem Europacup-Podestplatz überhaupt, kulminierte nun in eine unglaubliche Erfolgsserie. Sieben Siege feierte der Grüninger innert 19 Tagen, vier in der Abfahrt, zwei im Super-G und einen in der Kombination.

Keine Zeit zum Geniessen

Realisiert er, was er erreicht hat? «Realisiert habe ich es, ja, aber es fällt mir schwer, das Ganze einzuordnen», sagt der 22-Jährige. Das heisst nicht, dass er ­seine Siegserie anzweifelt – «ich habe bewiesen, dass ich nicht einfach nur Glück hatte, sondern ich bin konstant gut gefahren». Aber er will sich nicht zurücklehnen, nicht zu sehr geniessen. «Geniessen kann man, wenn etwas fertig ist», sagt er.

Fertig ist die Europacup-Saison aber noch lange nicht; erst 25 von 38 Rennen sind absolviert. Nächste Woche stehen zwei Riesenslaloms im slowakischen Jasna an, zwei Tage später folgen zwei Slaloms im polnischen Zakopane, die Roulin allerdings auslässt. Dafür startet er in den nächsten Tagen an Fis-Riesenslaloms in Österreich. Dies, um wieder ein Gefühl für diese Disziplin zu bekommen, nachdem er in den letzten zwei Wochen fast ausschliesslich mit Speed-Rennen beschäftigt war.

Seine Speed-Erfolgsserie bringt Roulin aber auch im Riesenslalom Vorteile. Er darf direkt hinter der ersten Gruppe (Top 15) ins Rennen gehen. Bisher hatte er in dieser Disziplin Startnummern im Bereich 40 bis 50 – was gute Resultate schwieriger macht. Dennoch spricht er im «Riesen» nicht von Podestplätzen, sondern peilt fürs Erste die Top 20 an.

Ein komfortabler Vorsprung
In der Europacup-Gesamtwertung liegt Roulin nun mit einem Vorsprung von 364 Punkten auf seinen Teamkollegen Stefan Rogentin in Front. Die Disziplinenwertung in der Abfahrt hat er bereits für sich entschieden, jene im Super-G führt er vor dem letzten Rennen mit sechs Zählern Vorsprung an. Die Top 3 jeder Disziplinenwertung erhalten laut Reglement persönliche Startplätze für die jeweilige Disziplin in der nächsten Weltcup-Saison, der Europacup-Gesamtsieger wird überdies zu allen Weltcup-Disziplinen zugelassen.

Für Roulin ist das aber noch Zukunftsmusik – er mag nicht zu viele Gedanken verschwenden an mögliche Weltcup-Starts und an Rechnereien bezüglich der Gesamtwertung. «Es beginnt in jedem Rennen wieder bei null.» «Schritt für Schritt vorwärtskommen» bleibt sein Motto. Manchmal sind die Schritte einfach riesig – wie in den letzten Wochen.

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