Am letzten Mittwochnachmittag sagte EHCW-Sportchef Daniel Steiner, eine vorzeitige Trennung von Trainer Andy Ritsch sei bisher kein Thema gewesen. Am Abend holte der EHC Wetzikon beim 4:5 nach Penaltyschiessen beim Tabellendritten Frauenfeld einen Punkt. Zwei Tage später war Ritsch freigestellt.
Das sind Vorgänge, die schwierig zu verstehen sind. Mit nicht zufriedenstellenden sportlichen Leistungen sowie mit «Unruhen rund um die 1. Mannschaft» hatte die Vereinsführung den Schritt begründet. Letztere kamen offenbar auf, nachdem Ende November beschlossen wurde, den Vertrag mit Headcoach Ritsch und Assistent Roger Keller nicht zu verlängern. Hintergrund war damals unter anderem die Trennung von Fanionteam und Nachwuchs. Ritsch war auch Nachwuchschef, dieses Amt übernimmt nun wieder Philipp Bräker, wodurch der Klub auch Geld sparen kann.
Zur Freistellung von Ritsch sagt André Böhlen, der Sportchef 1. Mannschaft im EHCW: «Die Unruhe war spürbar, es wurde vieles nur noch negativ betrachtet, es gab viele Diskussionen, und wir mussten rasch einen Entscheid fällen».
Captain «völlig überrascht»
Der Entscheid kam indes nicht nur für Aussenstehende unerwartet, sondern auch für die Mannschaft: «Wir waren am Freitag völlig überrascht», sagt etwa Captain Nicolas Marzan. «Hätten wir in Frauenfeld 0:10 verloren hätten wir wenigstens einen Anhaltspunkt gehabt.» Eine Unruhe stellt er indes nicht in Abrede – «es gibt sie nicht im Team selber, aber im Umfeld», sagt er, «weil von verschiedenen Seiten nicht alles korrekt abgelaufen ist.» Konkreter möchte Marzan nicht werden.

