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«Sie schaffen es, dass der ‹Blick› über sie schreibt»

Vor dem dritten Erstliga-Derby der Saison liefern sich Wetzikons Captain Nicolas Marzan und EHCD-Captain Remo Sägesser einen verbalen Schlagabtausch. Die beiden Verteidiger zeigen sich dabei durchaus auch angriffig.

«Sie schaffen es, dass der ‹Blick› über sie schreibt»

Worauf freuen Sie sich im heutigen Derby besonders?

Nicolas Marzan: Auf die Emotionen und die Spannung. Für uns geht es um viel, wir sind auf jeden Punkt angewiesen und wollen Dübendorf die drei «Bohnen» nicht einfach schenken.

Remo Sägesser: Ich freue mich darauf, dass wir überhaupt spielen und wieder in den Rhythmus kommen können. Und auf ein Derby freut man sich sowieso immer. Heute wird es zudem viele Zuschauer haben, weil die Wetziker keinen Eintritt verlangen. Das finde ich eine sehr coole Aktion.

Wen werden Sie auf dem Eis besonders hart angehen?

Marzan: Ich fokussiere mich noch nicht auf einen speziellen Gegenspieler. Das ändert sich dann vielleicht während des Spiels.

Sägesser: Alle, die ein Wetziker Trikot tragen (lacht).

Dübendorf gastiert als Leader beim fünftplatzierten Wetzikon. Widerspiegeln die Ranglistenplätze die tatsächlichen Kräfteverhältnisse?

Marzan: Dübendorf ist klar eines der besten Erstliga-Teams. Für uns läge aber klar mehr drin. Wir hatten einen verkorksten Start und haben uns nun gesteigert. Ein Platz unter den besten vier wäre realistisch für uns.

Sägesser: Nein, das widerspiegelt die Kräfteverhältnisse gar nicht. Es überrascht mich, dass Wetzikon nur Fünfter ist. Ich hatte einen Zweikampf zwischen Wetzikon und uns um die Spitze erwartet. Dass wir Leader sind, überrascht mich nicht, das ist unser Anspruch. Dass wir aber 14 Mal in Serie gewonnen haben, ist schon sehr speziell.

Wie gross ist die Gefahr, in einer solchen Siegesserie in Genügsamkeit zu verfallen und nicht mehr alles zu geben?

Sägesser: Ich glaube nicht, dass diese Gefahr bei uns besteht. Wir haben genug Erfahrung, diskutieren offen und ehrlich miteinander. Und wir haben genug Leadertypen in der Mannschaft, die dafür sorgen, dass wir nicht bequem werden. Da kann auch ich einmal laut werden.

Nicolas Marzan, der EHCW ist in dieser Saison vor allem inkonstant und bleibt hinter den eigenen Erwartungen zurück. Woran liegt es?

Marzan: Gute Frage – ich weiss es auch nicht genau. Wir sind sicher noch immer ein junges Team. Und wir sind überall auf dem Eis zu wenig konsequent. Dann kam noch Verletzungspech hinzu, was keine Ausrede sein soll, aber eben auch eine Rolle spielte. In letzter Zeit haben wir uns allerdings verbessern können.

Was ist im heutigen Derby der Schlüssel zum Sieg?

Marzan: Wir müssen dafür sorgen, dass die Dübendorfer keine Freude am Spiel haben werden: vor dem eigenen Tor aufräumen, die Checks fertigmachen.

Sägesser: Wir müssen unser Hockey spielen, den kühleren Kopf bewahren und ein gutes Powerplay zeigen.

Gibt es etwas, um das Sie den Derby-Gegner beneiden?

Marzan: Um die grosse Erfahrung. Dübendorf hat so viele Routiniers – der eine oder andere wäre sicher hilfreich für uns.

Sägesser: Ich finde es cool, dass Wetzikon auf Social Media so aktiv ist. Das ist für einen Erstliga-Klub nicht selbstverständlich. Und die Wetziker schaffen es sogar, dass der «Blick» über sie schreibt.

Das nächste Derby findet schon in einem Monat im Cup statt, das heutige Spiel ist aber das vorerst letzte Meisterschaftsderby: Dübendorf will in die Swiss Regio League, Wetzikon nicht. Was halten Sie von der neuen Liga?

Marzan: Ich finde sie einen Witz. Für Amateursportler ist sie nicht attraktiv, weil die Wege weit sind. Der finanzielle Aufwand ist für die Klubs hoch. Zudem finde ich, dass in der aktuellen 1. Liga das Niveau so hoch ist wie noch selten.

Sägesser: Ich war anfänglich gespalten, finde sie aber eine gute Sache, seit wir genauere Informationen haben und beispielsweise wissen, dass es gegen die Westgruppe nur eine Hin- und Rückrunde gibt. Der Aufwand wird insgesamt nicht grösser – aber körperlich ist es sicher nicht zu unterschätzen. Denn man spielt quasi nur noch auf Topniveau.

Züriost berichtet ab 17.30 Uhr mit einem Live-Ticker über das Spiel.

Gratiseintritt und Siegesserien

«Für einen erfolgreichen Start ins neue Jahr». Das steht auf dem Flyer des EHC Wetzikon, der für das heutige Derby (17.30 Uhr) wirbt. Als New Year Special wird die Partie verkauft – respektive verschenkt: Der Eintritt ist heute frei.

Einen erfolgreichen Start hatten beide Teams: Die Wetziker deklassierten am Mittwoch Weinfelden 8:3, die Dübendorfer entschieden den Spitzenkampf gegen Frauenfeld 2:1 für sich. Während der EHCD damit seine Siegesserie auf 14 Partien und die Tabellenführung auf neun Punkte ausbaute, führte der EHCW seinen Aufwärtstrend fort: Aus den letzten sechs Spielen resultierten fünf Siege sowie eine Niederlage nach Verlängerung. Der Rückstand auf die

Top 4 beträgt noch fünf Zähler. Entspannt hat sich die personelle Situation: Waren gegen Bülach am 21. Dezember nur 14 Feldspieler einsatzfähig, stehen wieder vier komplette Linien zur Verfügung. Auf einen Derbysieg warten die Wetziker heuer noch – 2:5 und 1:5 verloren sie in dieser Saison gegen die Dübendorfer.

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