Der EHC Dübendorf ist derzeit nicht zu bremsen – auch vom regionalen Rivalen Wetzikon nicht. Die Dübendorfer gewannen gestern auch das zweite Saisonderby. Mit dem 5:1-Erfolg übernahmen die Glattaler die Tabellenführung, weil der bisherige Leader Bülach in Seewen überraschend verlor.
Alles andere als eine Überraschung war der Dübendorfer Derbyerfolg. Das Team von Trainer Andrea Cahenzli trat mit dem Selbstverständnis einer Mannschaft auf, die eine lange Siegserie fortführen will. Beim achten Erfolg en suite waren die Gastgeber im Chreis die bessere und effizientere Mannschaft. «Mit der Höhe des Resultates bin ich zufrieden», sagte Cahenzli denn auch, «die Wetziker haben eine gute Mannschaft. Es war ein gutes Spiel mit einem hohen Rhythmus. »
Das Tor auf der falschen Seite
Zwei Drittel lang steckten die Wetziker trotz Rückstand nicht auf. Definitiv brach das Unheil dann aber zu Beginn des Schlussdrittels über sie herein. Sie hatten den dritten Spielabschnitt mit einer 0:3-Hypothek in Angriff genommen, die Partie war bisher nicht für sie gelaufen, es mangelte ihnen wohl nicht an Engagement und an Willen, aber schlicht am Abschlussglück. Mit einem frühen Tor nach der zweiten Pause würde hier noch etwas auszurichten sein, glaubte EHCW-Trainer Andy Ritsch.
Dieses Tor kam – aber nicht dort, wo Ritsch es sehen wollte: Erst erhielt Jann Falett genug Zeit und Raum, um EHCW-Keeper Simon Scherrer auszutricksen (43.), «weil zwei Verteidiger hinter dem Tor standen», wie sich Ritsch hernach enervierte. Und spätestens als Raoul Seiler zwei Minuten danach auf 5:0 erhöhte war den 659 Zuschauern im Dübendorfer Chreis klar, dass die Spannung nicht mehr in dieses Spiel zurückkehren würde. Ritsch nahm zwar noch ein Time-Out, aber nicht weil er an eine mögliche Wende glaubte, sondern weil er eine Kanterniederlage verhindern wollte.
