Amerikaner bezeichnen Janine Alder als Sensation
Sie sei «a revelation in goal». Eine Offenbarung im Tor. Das schreibt der Kommentator der St. Cloud State Huskies über Janine Alder. Als «Swiss sensation» bezeichnet er die Torhüterin aus Mönchaltorf.
Die 21-Jährige hat sich im nordamerikanischen College-Hockey rasch einen Namen gemacht. Nicht nur im Umfeld der St. Cloud State Huskies, sondern in der gesamten Liga, der Western Collegiate Hockey Association (WCHA). Schon zweimal wurde sie von der Liga als Rookie der Woche ausgezeichnet. Und – es überrascht nicht – auch der Headcoach ist zufrieden. «Ich erhalte sehr gutes Feedback», berichtet Alder.
Schulische Leistungen müssen stimmen
Seit einigen Wochen weilt die Mönchaltorferin nun in St. Cloud im US-Bundesstaat Minnesota, knapp 100 Kilometer nordwestlich von Minneapolis. Gut 60‘000 Einwohner zählt die Stadt, rund 15‘000 sind Studenten. Dass sie nun an der St. Cloud State University Ausbildung und Sport verbinden kann, kommt Alder gelegen.
Rund drei Stunden pro Tag trainiert sie neben dem Studium (Massenkommunikation mit Fokus auf Printmedien), das sie nicht einfach als Beigemüse sieht, sondern ernst nimmt, ernst nehmen muss. Denn damit sie von ihrem Sport-Stipendium profitieren kann und wie geplant vier Jahre im Team bleiben darf, müssen ihre schulischen Leistungen stimmen. Die Motivation dafür muss sich Alder nicht suchen, sie bezeichnet sich selber als «sehr ehrgeizig und sehr ungeduldig».
My first ever painted mask by #gildersdesign Thank you! pic.twitter.com/bsVlyIS5J3
— Janine Alder (@JAlduez) 25. September 2016
Auf Janine Alders Torhütermaske ist nicht nur das Logo der Universität aufgeklebt, sondern auch die Silhouette der Stadt Zürich, ein Schweizer Kreuz und die Olympischen Ringe. (Quelle: Twitter/@JAlduez)
Beeindruckende Statistiken
Als «Freshman», also als Neuankömmling quasi, rechnete Alder anfänglich nicht mit vielen Einsätzen. Sie erhielt ihre Chance aber früh: In sieben von zehn Ligaspielen stand sie im Tor, hielt dabei 94 Prozent aller Schüsse und feierte bereits ihren ersten Shutout.
Das sind beeindruckende Statistiken – und dass solche Werte von ihr für alle im Internet einsehbar sind, freut Alder. Gewohnt ist sie es nicht, dass sie quasi ein «gläserner Athlet» ist, wie sie es formuliert. «Endlich muss ich den Leuten nicht mehr erklären, was ich mache», sagt sie, hörbar begeistert, «es ist alles sehr professionell aufgezogen.»
My first two articles in English made it to paper @UniversityChron
#veryproud
#birdpeople
#parfumerivernights
pic.twitter.com/91zYmc3PpJ— Janine Alder (@JAlduez) 11. November 2016
Neben dem Eishockey und dem Studium findet Janine Alder auch noch Zeit, um für den «University Chronicle» zu schreiben. (Quelle: Twitter/@JAlduez)
Albträume vor dem Wechsel
In der Schweiz spielte die 21-Jährige bisher meistens im (Junioren-)Männerhockey, lediglich eine Saison lang hütete sie das Tor des Frauenteams der ZSC Lions. Fraueneishockey habe sie eigentlich gar nie gereizt, sagt Alder entwaffnend ehrlich und gesteht: «Ich hatte Albträume, dass ich hier verkümmern würde. Ich muss eine Challenge haben, um zu überleben.»
Doch rasch merkte sie, dass diese Befürchtung grundlos war. Noch nie habe sie Frauen so Hockey spielen sehen. «Technisch und taktisch ist das sehr nahe am Männerhockey», sagt die Mönchaltorferin, auf viel höherem Niveau und viel temporeicher als in der Schweizer Frauenliga.
Video-Quelle: Youtube.

