Sport

Amerikaner bezeichnen Janine Alder als Sensation

Für vier Jahre hat die Mönchaltorferin Janine Alder ins amerikanische College-Hockey gewechselt. Die 21-Jährige überzeugt dort mit guten Leistungen – und lernt ihren Sport neu kennen.

Amerikaner bezeichnen Janine Alder als Sensation

Sie sei «a revelation in goal». Eine Offenbarung im Tor. Das schreibt  der Kommentator  der St. Cloud State Huskies über Janine  Alder.  Als  «Swiss  sensation»  bezeichnet  er  die  Torhüterin aus Mönchaltorf.

Die 21-Jährige hat sich im nordamerikanischen College-Hockey  rasch  einen Namen    gemacht. Nicht nur im Umfeld der St. Cloud State   Huskies,   sondern in der gesamten Liga, der Western Collegiate   Hockey   Association   (WCHA). Schon zweimal wurde sie  von  der  Liga  als  Rookie  der  Woche  ausgezeichnet.  Und  –  es  überrascht nicht  –  auch der Headcoach ist  zufrieden. «Ich erhalte   sehr gutes Feedback»,  berichtet Alder.

Schulische Leistungen müssen stimmen

Seit  einigen  Wochen  weilt  die  Mönchaltorferin nun in St. Cloud im   US-Bundesstaat   Minnesota,  knapp  100  Kilometer  nordwestlich von Minneapolis. Gut 60‘000 Einwohner  zählt  die  Stadt,  rund 15‘000  sind  Studenten.  Dass   sie   nun   an   der   St. Cloud   State University Ausbildung und Sport   verbinden   kann,   kommt   Alder  gelegen.

Rund  drei   Stunden pro Tag trainiert sie neben dem Studium (Massenkommunikation mit Fokus auf Printmedien),  das  sie  nicht  einfach  als  Beigemüse  sieht,  sondern  ernst  nimmt,     ernst     nehmen     muss.     Denn damit sie von ihrem Sport-Stipendium profitieren kann und  wie  geplant  vier  Jahre  im  Team  bleiben  darf,  müssen  ihre  schulischen Leistungen stimmen. Die Motivation dafür muss sich  Alder  nicht  suchen,  sie  bezeichnet   sich   selber   als   «sehr   ehrgeizig  und  sehr  ungeduldig». 

Auf Janine Alders Torhütermaske ist nicht nur das Logo der Universität aufgeklebt, sondern auch die Silhouette der Stadt Zürich, ein Schweizer Kreuz und die Olympischen Ringe. (Quelle: Twitter/@JAlduez)

Beeindruckende Statistiken

Als    «Freshman»,  also  als  Neuankömmling  quasi, rechnete   Alder   anfänglich   nicht  mit  vielen  Einsätzen.  Sie  erhielt ihre Chance aber früh: In sieben von zehn Ligaspielen stand  sie  im  Tor,  hielt  dabei  94  Prozent aller Schüsse und feierte bereits ihren ersten Shutout.

Das  sind  beeindruckende  Statistiken – und dass solche Werte von  ihr  für  alle  im  Internet  einsehbar    sind,    freut    Alder. Gewohnt  ist  sie  es  nicht,  dass  sie  quasi  ein  «gläserner  Athlet»  ist, wie  sie  es  formuliert.  «Endlich  muss  ich  den  Leuten  nicht  mehr  erklären,  was  ich  mache»,  sagt sie,  hörbar  begeistert,  «es  ist  alles   sehr   professionell aufgezogen.» 

Neben dem Eishockey und dem Studium findet Janine Alder auch noch Zeit, um für den «University Chronicle» zu schreiben. (Quelle: Twitter/@JAlduez)

Albträume vor dem Wechsel

In  der  Schweiz  spielte die 21-Jährige bisher meistens im (Junioren-)Männerhockey, lediglich eine Saison lang hütete sie  das  Tor  des  Frauenteams  der  ZSC Lions.     Fraueneishockey  habe sie eigentlich   gar   nie   gereizt,    sagt    Alder    entwaffnend    ehrlich  und  gesteht:  «Ich  hatte Albträume,   dass   ich   hier   verkümmern  würde.  Ich  muss  eine  Challenge  haben,  um  zu  überleben.»

Doch   rasch  merkte   sie, dass diese Befürchtung grundlos war. Noch nie habe sie Frauen so Hockey    spielen    sehen. «Technisch  und  taktisch  ist  das  sehr  nahe   am   Männerhockey»,   sagt   die Mönchaltorferin, auf viel höherem Niveau und viel temporeicher  als  in  der  Schweizer  Frauenliga.  

 

Video-Quelle: Youtube.

Fehler gefunden?