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Torlos glücklich

Zwar gelingt dem EHC Dübendorf im Cup gegen die ZSC Lions kein Treffer. Bei der 0:4-Niederlage verkauft sich der Erstligist aber sehr gut.

Torlos glücklich

Wunder gibt es eben doch nicht immer wieder: Erstligist EHC Dübendorf, der vor Jahresfrist den HC Davos in der ersten Cup-Runde eliminiert hatte, musste sich gestern den ZSC Lions geschlagen geben. Vor knapp 2500 Zuschauern im Chreis lieferten sich die Glattaler mit dem grossen Bruder ein phasenweise attraktives Duell und verkauften sich gut. Ein Torerfolg blieb dem Aussenseiter allerdings verwehrt, obschon er sich genügend Chancen erspielt hatte. In der Schlussphase hatten Joshua Blasbalg und Steven Widmer bei zwei Alleingängen den Ehrentreffer auf dem Stock – doch Niklas Schlegel im ZSC-Tor liess sich den Shutout nicht vermiesen.

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Dennoch – und obschon Luca Cunti eine Minute vor Schluss noch das 4:0 für den Cup-Holder erzielte – gab es am Ende Standing Ovations mit warmem Applaus. Und irgendwie konnten die Dübendorfer doch über Tore jubeln. Denn mit Doppeltorschütze Marco Miranda und Pius Suter sorgten bei den ZSC Lions zwei Spieler für die ersten drei Tore, die aus dem EHCD-Nachwuchs stammen – und auch Cunti absolvierte einst 35 Spiele fürs EHCD-Fanionteam.

Die Analyse von EHCD-Trainer Andrea Cahenzli und Steven Widmer. (Video: Mike Gadient)

Nicht wie vor einem Jahr

Vor Jahresfrist hatte der EHCD beim 5:4-Sieg nach Verlängerung gegen Davos die Chance auf eine Sensation schon vor Spielbeginn gewittert, als klar wurde, auf wen der HCD verzichtete. Gestern sah EHCD-Trainer Andrea Cahenzli erneut ein Matchblatt, auf dem beim Favoriten diverse grosse Namen fehlten. Cahenzli aber wollte die Ausgangslage nicht mit derjenigen von vor einem Jahr vergleichen: «Es fehlen zwar neun starke Spieler, aber es stehen immer noch zehn Nationalspieler auf dem Matchblatt. Ziel ist es, den Match möglichst lange offenzuhalten.»

Das gelang den Dübendorfern phasenweise beeindruckend gut. Nachdem Ken Künzli schon nach wenigen Sekunden den ersten Schuss auf ZSC-Hüter Niklas Schlegel abgegeben hatte, überstanden die Glattaler eine intensive Startphase unbeschadet, in der die Lions deutlich machten, dass sie diese Partie nicht auf die leichte Schulter nahmen. «Die Lions nahmen uns wirklich ernst», sagte Cahenzli, «da war kein Larifari.» Seine Equipe hielt gut mit, agierte taktisch schlau und konterte, wenn sich die Gelegenheit ergab, «vor dem Tor fehlte uns aber die Frechheit», fand Cahenzli. Lions-Sportchef Edgar Salis sah ein «von beiden Teams attraktives Startdrittel».

Ein Startdrittel auch, aus dem die Dübendorfer zwar als Verlierer hervorgingen, aber noch nicht als endgültig Geschlagene. Nur 0:1 lag der EHCD zur ersten Pause zurück, Pius Suter schoss den Favoriten noch in der elften Minute in Front, vom Fehraltorfer Mike Künzle bedient, fackelte er nicht lange und bezwang EHCD-Keeper Remo Trüb, der Minuten zuvor bei einem Solo von Suter noch Sieger geblieben war.

 

Heiratsantrag nach dem Spiel

Heiratsantag nach dem Spiel

Bis nach Spielhälfte hatte der Eintorevorsprung Bestand, ehe – begünstigt von Dübendorfer Stellungsfehlern – Mirandas grosser Auftritt kam: Mit seinen beiden Toren innerhalb weniger als drei Minuten desillusionierte er die Glattaler und avancierte zum Matchwinner im Dübendorfer Chreis. Ein schöneres Debüt im Lions-Fanionteam hätte sich der 18-Jährige, der am Dienstag noch beim 4:1-Sieg der GCK Lions über Ambri-Piotta auf dem Eis gestanden hatte, kaum erträumen können. «Dass ich in der Heimat zwei Tore schoss, gibt mir viel Selbstvertrauen», sagte Miranda – müde, aber sichtlich glücklich.

Torlos, aber glücklich waren am Ende die Dübendorfer. «Es war immerhin der ZSC», sagte Ken Künzli, «wir haben uns gut verkauft. Kämpferisch und läuferisch war das eine gute Leistung.» Das grösste Lachen im Gesicht hatte nach der Partie aber EHCD-Stürmer Steven Widmer. Er machte seiner Freundin auf dem Eis einen Heiratsantrag – und liess das jubelnde Publikum per Mikrofon wissen: «Sie hät Ja gseit.»

Dübendorf – ZSC Lions 0:4 (0:1, 0:2, 0:1) – Im Chreis. – 2469 Zuschauer. – SR Stricker/Unterfinger, Haag/Wüst. – Tore: 11. Suter (Künzle) 0:1. 32. Miranda (Prassl, Geering) 0:2. 35. Miranda (Hinterkircher) 0:3. 59. Cunti (Sjögren) 0:4. – Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Dübendorf, 6mal 2 Minuten gegen ZSC Lions. – Dübendorf: Trüb; Sägesser, Röthlisberger; Reichart, Alena; Schwarz, Stettler; Piai, Lupart; Stoob, Künzli, Barts; Bührer, Falett, Devaja; Blasbalg, Seiler, Wüst; Widmer, Celio, Kreis. – ZSC Lions: Schlegel; Marti, Rundblad; Geering, Karrer; Phil Baltisberger, Hächler; Cunti, Sjögren, Chris Baltisberger; Herzog, Schäppi, Pestoni; Suter, Trachsler, Künzle; Miranda, Prassl, Hinterkircher. – Bemerkungen: 22. Pfostenschuss Herzog. 54. Timeout Dübendorf. Dübendorf ohne Csatari (überzählig), ZSC Lions ohne Guerra (verletzt), Kenins (krank), Seger, Blindenbacher, Wick, Shannon, Nilsson, Thoresen, Bärtschi (alle nicht im Aufgebot).

 

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