Dübendorfs Tanz mit dem grossen Partner
Kloten, Davos und heute Mittwoch also die ZSC Lions: Der EHC Dübendorf kennt sich im Schweizer Cup mit namhaften Gegnern aus. Seit letztem Herbst wissen auch alle höherklassigen Teams über den Glattaler Erstligisten Bescheid. Schliesslich sorgte das Amateurteam vor einem Jahr für die erste Sensation im 2014 wiederbelebten Cup, als es nach einem dramatischen Spiel den HC Davos mit 5:4 nach Verlängerung aus dem Wettbewerb kippte.
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Die Erinnerungen an den aussergewöhnlichen Abend mit knapp 2600 Zuschauern im fast ausverkauften Chreis sind bei den Dübendorfern noch immer präsent. Nicht nur, weil man danach Shirts machen liess mit der Aufschrift «Dübi meistert den Meister». Der eine oder andere im Umfeld des langjährigen Erstliga-Spitzenteams träumt womöglich vor der heutigen Partie gegen die ZSC Lions vom nächsten Coup.
Mehr als ein simples Duell
Das Spiel zwischen Dübendorf und den ZSC Lions ist mehr als eine Pflichtaufgabe für die einen und Saisonhöhepunkt für die anderen. Das Duell zwischen David und Goliath ist auch eine Begegnung zwischen zwei langjährigen Partnern. 1995 unterschrieben die Glattaler den ersten Vertrag mit dem ZSC und legten so den Grundstein für eine enge Zusammenarbeit im Nachwuchsbereich. Für mehrere aktuelle Lions-Spieler wie den Fehraltorfer Mike Künzle oder Pius Suter ist der heutige Abstecher in den Chreis daher eine Rückkehr an den Ort, den sie aus ihrer Jugend schon kennen.
Einige von ihnen trainierten im Nachwuchs gar unter Andrea Cahenzli, dem jetzigen Trainer des EHC Dübendorf. Cahenzli sagt, er habe Luftsprünge gemacht, als er vom Los erfahren habe. «Besser geht es nicht. Es ist das Geilste».
Der Favorit muss mithelfen
Die sportliche Ausgangslage präsentiert sich dabei so wie immer, wenn sich ein Spitzenteam aus der höchsten Schweizer Liga mit einer Amateurmannschaft misst. Eigentlich hat der Underdog keine Chance. Zu gross ist die Differenz. Künzli sagt: «Wenn die Lions ihre normale Leistung abrufen, können wir nicht gegen sie gewinnen. Punkt. Fertig. Aus.»
Doch wie die Dübendorfer gegen Davos bewiesen, lässt sich die Regel unter speziellen Umständen ausser Kraft setzen. Neben einer ausserordentlichen Leistung des Unterklassigen und etwas Spielglück braucht es für eine Überraschung auch die Mithilfe des Favoriten, indem er seinen Gegner unterschätzt. Das allerdings dürfte den ZSC Lions kaum passieren. Einige Spieler könnten im breit besetzten Kader die Begegnung in Dübendorf auch als Chance betrachten, um beim neuen Lions-Cheftrainer Hans Wallson Werbung in eigener Sache zu betreiben.
Und wie steigt man beim EHCD in den Tanz mit dem grossen Partner? Ken Künzli stellt die Freude an der aussergewöhnlichen Affiche vor voll besetzten Rängen im Chreis in den Vordergrund. «Jeder soll das Spiel geniessen und Gas geben.» Trainer Cahenzli will derweil, dass seine Spieler dem Gegner das Leben möglichst schwer machen. «Sie müssen voll konzentriert sein, damit es kein Debakel gibt.»
