Es ist eine gute Nachricht für die leidgeprüfte Belegschaft des Hinwiler Sauber-Teams: Teamchefin Monisha Kaltenborn kündigte am Mittwoch eine «umfassende Lösung» für die Zukunft des Rennstalles an. Die Mai- und Juni-Löhne sind angeblich bezahlt, dazu gab es eine Zusage, dass pünktliche Lohnzahlungen nun wieder zum Alltag gehören würden. Wie der Plan für die Zukunft konkret aussieht, bleibt offen. Auf eine entsprechende Anfrage des ZO/AvU liess Kaltenborn lediglich verlauten: «Wir sind daran, eine umfassende Lösung aufzugleisen. Die Bezahlung der Löhne ist Teil dieser Lösung.» Die Frage, ob die Arbeitsplätze gesichert seien, beantwortet das Team mit einem klaren « ja» .
Für die gebeutelten Angestellten an der Hinwiler Wildbachstrasse ist zu hoffen, dass sich diese Aussagen für einmal nicht als leere Phrasen oder Durchhalteparolen entpuppen. Seit Februar waren die Gehälter verspätet überwiesen worden. Manchmal betraf es alle rund 350 Mitarbeiter, manchmal nur jene zwei Drittel, die bei der Sauber Motorsport AG und nicht bei der Sauber Aerodynamik AG angestellt sind. Wer sich in den letzten Wochen in Hinwil umhörte, dem wurde klar: Die Stimmung im Unternehmen verschlechterte sich zusehends, der Rückhalt für das Management schwand drastisch . Mitarbeiter begannen ihre Löhne schriftlich einzufordern. Nun sind die Angestellten fürs Erste erlöst.
Kaum rasche Besserung
Doch die Krise, in der das Sauber-Team steckt, geht weit über die Löhne hinaus. Kaltenborn begründet die prekäre Lage stets damit, dass das finanzielle Umfeld in der Formel 1 für private Teams zunehmend schwieriger geworden sei. Sie fordert deshalb etwa eine andere Verteilung der Preisgelder – mehr für die kleineren Teams, weniger für die grossen.
Sie reichte Ende September 2015 zusammen mit Force India eine Beschwerde bei der EU-Kommission ein. Offenbar laufen diesbezüglich Untersuchungen und Gespräche, offizielle Ergebnisse gibt es aber noch keine. Unlängst hat Bernie Ecclestone angekündigt, die Geldverteilung ändern zu wollen. Doch die Verträge mit den Teams laufen noch über mehrere Jahre. Eine rasche Besserung ist deshalb nicht absehbar.
