Krummenachers luxuriöse Auswahl
In der Supersport-WM dauern die Sommerferien lange. Das nächste Rennen findet erst am 18. September statt. 80 Tage sind es noch bis dahin, das zeigt ein Countdown auf der Homepage von Randy Krummenacher. Daneben ein Bild von ihm, lachend im Spitalbett nach erfolgreicher Schulteroperation. Zeit zur Regeneration hat der Oberländer genug, er ist unterdessen wieder zuhause, zwar noch nicht wieder voll und ganz bei Kräften, aber er sagt: «Es geht aufwärts.»
Aufwärts könnte es für den 26-Jährigen in der nächsten Saison gehen: Krummenacher liegt ein Angebot seines aktuellen Teams Kawasaki-Pucetti für einen Platz in der Superbike-WM vor, in die Königsklasse des Rennsports mit seriennahen Maschinen also, mit grösseren und stärkeren Maschinen. Das Puccetti-Team erhält in der nächsten Saison von Kawasaki zwei Superbike-Maschinen. Der ehemalige 250-ccm-Weltmeister Marco Melandri soll ein Pilot sein, Krummenacher eben der andere. Die Finanzierung des Projekts ist allerdings noch nicht ganz in trockenen Tüchern.
Die zweite Option ist ein Verbleib in der Supersport-WM, und zwar verbunden mit einem Wechsel zu Yamaha. Der japanische Hersteller kehrt 2017 mit einem neuen Motorrad und einem offiziellen Werksteam in die Supersport-Klasse zurück. Krummenacher soll der Fahrer werden.
Das Gefühl entscheidet
«Diese Auswahl ist ein Luxus», sagt der Oberländer. In welche Richtung es für ihn geht, ist noch nicht abzuschätzen. Derzeit werden Verhandlungen geführt, wobei auch Krummenachers Berater Daniele Di Ninno involviert ist. Finanziell interessant sind offenbar beide Angebote. «Ich werde mich am Ende für das entscheiden, bei dem ich das beste Gefühl habe», sagt Krummenacher. Mit seinem aktuellen Chefmechaniker Andrew Pitt, mit dem er in jedem Fall auch in der nächsten Saison zusammenarbeiten wird, eruiert Krummencher, was sportlich am meisten Sinn macht. Pitt war einst selber Supersport-Weltmeister und fuhr in der Superbike-WM, zudem fuhr er in seiner aktiven Karriere sowohl auf Kawasaki- als auch auf Yamaha-Maschinen.
Ein Entscheid dürfte in den nächsten Wochen fallen. Gute Argumente gibt es für beide Varianten: Der Aufstieg in die Superbike-WM würde mehr Medienpräsenz und mehr Prestige mit sich bringen – allerdings würde es für Krummenacher dort schwieriger, aufs Podest zu fahren. Umgekehrt verhält es sich in der Supersport-WM, wo der Oberländer den Vorteil hätte, offizieller Werkfahrer zu sein. Das garantiert zwar noch keine Erfolge, aber ist eine wichtige Voraussetzung. Sein aktuelles Pucetti-Team hat diesen Status zwar in der Supersport-WM. In der Superbike-WM aber hat Kawasaki sein eigenes Werksteam, das Titelverteidiger ist und die WM klar anführt.

