Am GP von Spanien in Barcelona schnitt das Hinwiler Sauber-Team am Wochenende besser ab als befürchtet. Marcus Ericsson liess als 12. beide Manor und beide Renault hinter sich; Felipe Nasr zwei Ränge dahinter immerhin noch beide Manor und einen Renault. Abgeschlagen, wie es von vielen prognostiziert worden war, war Sauber nicht – trotz fehlenden Updates. Man habe «das Maximum» herausgeholt, heisst es in der üblichen Medienmitteilung vom Team nach dem Rennen.
Angesichts der Umstände ist das ein positives Resultat – hinter den Kulissen aber verschlechtert sich die Lage zusehends. Denn noch immer hat ein Grossteil der 360 Mitarbeiter den April-Lohn nicht erhalten – rund eine Woche bevor die Auszahlung der Mai-Löhne anstünde.
Ein Firmenteil im Vorteil
Lediglich ein Teil der Belegschaft erhielt sein Gehalt für den April ausbezahlt. Jener Teil, der für die Sauber Aerodynamik AG arbeitet, die den Windkanal betreibt. Es handelt sich dabei um rund 100 Personen. Sie hatten die Löhne im Gegensatz zu den Kollegen der Sauber Motorsport AG im Februar noch pünktlich erhalten, seit März sind aber auch sie von den Verzögerungen betroffen. Zudem soll die Sauber Motorsport AG einen Teil der April-Löhne dem Vernehmen nach unterdessen ebenfalls bezahlt haben.
Tatsache ist: Die Aerodynamik AG ist nicht ausschliesslich von der Formel 1 abhängig, sondern arbeitet für Drittkunden. Der grösste davon ist der deutsche Hersteller Audi, der einen Teil seiner Rennsportwagen in Hinwil mitentwickeln lässt. Deshalb dürfte dieser Firmenteil finanziell besser dastehen als die Sauber Motorsport AG. Sie ist angewiesen auf Gelder von Sponsoren, die zum grössten Teil aus dem Umfeld der beiden Fahrer Marcus Ericsson und Felipe Nasr stammen. Dazu kommen die Preisgelder von Formel-1-Vermarkter FOM.

