Es könnte durchaus sein, dass der FC Gossau am Wochenende miterleben muss, wie sein Abstieg besiegelt wird. Neun Punkte können die Gossauer nach der 1:4-Niederlage vom Mittwoch gegen Frauenfeld maximal noch holen, acht Zähler beträgt der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Gewinnt entweder Widnau (gegen Seefeld) oder St. Margrethen (gegen Uster), steht die Relegation des FCG rechnerisch fest. Andernfalls könnte es am nächsten Mittwoch nach der Partie gegen Linth soweit sein.
Der Abstieg ist also ziemlich sicher. Ganz sicher ist, wer in der nächsten Saison an der Seitenlinie stehen wird: Auf Paco Sanchez, dessen Vertrag nicht verlängert wurde, folgt Sokol Maliqi. Der ehemalige Profifussballer trainierte zuletzt bis 2015 den Zweitligisten Dübendorf. Maliqis Vertrag wurde damals nach zwei Jahren nicht verlängert. Offizieller Grund war die sportliche Entwicklung; der FCD war in den Strichkampf verwickelt. Allerdings waren atmosphärische Störungen zwischen dem Trainer und der Klubführung damals unübersehbar. Bei der Mannschaft allerdings soll Maliqi beliebt gewesen sein.
Einer von Aussen
Auf Letzteres hofft auch Gossau-Präsident Adrian Keller. «Wir sind überzeugt, dass er Ruhe hineinbringen und die Spieler auf der persönlichen Ebene abholen kann.» Das sei nötig in der aktuellen schwierigen Situation. «Es ging bei uns acht, neun Jahre lang fast nur aufwärts.» Nun folgt der Absturz, und Keller sagt: «Wir kennen das alle nicht.»
Maliqi setzte sich gegen vier andere Kandidaten durch. Der 34-Jährige habe mit seinem Auftreten «komplett überzeugt», sagt Keller. «Er ist ein junger, motivierter Trainer mit viel Fachkompetenz.» Zudem tue es dem Verein gut, wenn «einmal jemand von aussen kommt». Das war bei den Vorgängern nicht der Fall. Sanchez, der letzten Sommer übernommen hatte, lebt in Gossau. Roman Marostica, der das Team bis 2015 sieben Jahre lang geführt hatte, war zuvor im FCG bereits Spieler und Co-Trainer gewesen.

