Noch ist der Ligaerhalt für den FC Gossau (FCG) theoretisch möglich. Doch nach drei Interregio-Saisons ist der Abstieg immer wahrscheinlicher. Acht Punkte liegt Schlusslicht FCG in der Gruppe 6 hinter einem Nichtabstiegsplatz, neun Spiele hat er noch zu absolvieren.
Klar ist jetzt schon: Die nächste Saison wird der FCG mit einem neuen Trainer in Angriff nehmen. Paco Sanchez, der das Team letzten Sommer vom langjährigen Coach Roman Marostica übernommen hatte, hört per Ende Saison auf. Am Montag beschlossen der Vorstand und Sanchez, den Vertrag nicht zu verlängern, wie beide Seiten bestätigen. Sanchez sagt: «Es ist besser so.» Er habe es nicht geschafft, das «alte Denken» wegzubringen. «Viele verstehen nicht, warum es nun nicht mehr funktioniert, nachdem man über Jahre Erfolg hatte.» Er habe teilweise bei Spielern die Bereitschaft vermisst, sich weiterzuentwickeln. «Die Liga ist nun einmal stärker geworden, andere Teams haben Fortschritte gemacht, wir aber nicht.»
Skepsis über geplanten Kaderschnitt
Auf die nächste Saison hin hätte er einen Kaderschnitt geplant, habe dabei aber nicht den Rückhalt von allen Verantwortlichen bekommen. Präsident Adrian Keller bestätigt dies. «Wir waren skeptisch. Denn im Nachwuchs ist das nötige Potenzial nicht genügend vorhanden.» Das hatte bereits Sanchez‘ Vorgänger Marostica moniert. Der Klub erhoffte sich durch das Engagement von Sanchez entsprechende Impulse. «Er konnte teilweise schon etwas bewegen», sagt Keller. «Doch wir haben im Verein diese Hilfe auch zu wenig in Anspruch genommen.»
Offenbar stand eine vorzeitige Trennung nie zur Debatte. Dass Sanchez’ Vertrag nicht verlängert werde, wurde laut Keller im Rahmen einer ordentlichen, immer im April durchgeführten Standortbestimmung beschlossen. «Die Mannschaft hat schlicht nicht das umsetzen können, was Sanchez von ihr forderte», sagt Keller. Sanchez selber gibt an, im Nachhinein würde er einige Dinge anders machen – konkret will er aber nicht werden.

