Umbruch mit Weitblick beim EHCD
Wenige Tage nach der entscheidenden 1:2-Niederlage im vierten Playoff-Finalspiel in Biasca ist klar, mit welchem Kader der EHC Dübendorf die nächste Saison in Angriff nehmen wird. Es kommt nach den Rücktritten von drei Routiniers (Captain Kevin Lohrer, Roger Capaul und Mattia Guidotti) zu einem kleineren Umbruch. «Wir werden jünger sein», sagt Trainer Andrea Cahenzli. «Die Routine fehlt, aber dafür kommt im Gegenzug frischer Wind ins Team, was auch mehr Dynamik bedeutet.»
Vier Neuzugänge sind nun bekannt. Der routinierteste davon ist Renato Schwarz. Der 25-jährige Verteidiger entstammt dem Lions-Nachwuchs und trug vor einigen Jahren als GCK-Leihspieler schon den Dübendorfer Dress. Die letzten vier Saisons spielte er in Bülach. EHCD-Sportchef Urs Wüst glaubt, mit Schwarz den Abgang Lohrers «mehr als kompensiert» zu haben. Sicher ist: Schwarz bringt eine physischere Spielweise mit als der ehemalige Captain.
Zuzüge mit Perspektive
Auch bei den Zuzügen von Yannic Celio (Winterthur) und Joshua Blasbalg (Thurgau) war die Physis laut Cahenzli ein Faktor – nicht zuletzt auch aufgrund der Erfahrungen im Playoff-Final gegen Biasca. Die beiden 23-jährigen Stürmer zerrissen in der NLB allerdings keine Stricke. Blasbalg begann einst in Dübendorf und gehörte bis in die Elite A zur Lions-Organisation. Seine ersten Erstliga-Erfahrungen machte er in Wetzikon. Zuletzt in der NLB bei Thurgau sammelte er in über 70 NLB-Spielen aber lediglich sechs Skorerpunkte. Und Celio, dessen Vater Manuele mit Kloten viermal Meister wurde und 120 Länderspiele absolvierte, gehörte in den letzten drei Jahren bei Winterthur weder in der 1. Liga noch in der NLB zu den regelmässigen Skorern. «Das hat mit der Eiszeit und der Hierarchie in diesen Teams zu tun», sagt Cahenzli. «Sie spielten sicher nicht die Rolle, die sie sich erhofft hatten. Ich traue ihnen dies aber in der 1. Liga zu.» Klar scheint: Fertige Spieler, die eine unmittelbare Verstärkung darstellen, sind beide nicht. Das dürfte auch für den 20-jährigen Verteidiger Sergio Piai gelten, der nach einem Jahr bei der Elite A der GCK Lions zu seinem Stammklub zurückkehrt.
Blick auf Swiss Regio League
Ganz abgeschlossen ist die Kaderplanung damit noch nicht. Sieben Abgänge sind es derzeit – zusätzlich zu den drei Routiniers verlassen auch Ivan Csatari (Pause) und Norik Hiltebrand (Rücktritt) den EHCD, zudem erhalten Nino Schäppi und Antonio Sette keinen neuen Vertrag. Zu den derzeit vier Neuzugängen könnten weitere hinzukommen. Vor allem in der Offensive dürften sich die Dübendorfer noch ergänzen; Sportchef Wüst spricht von drei Optionen und nimmt den Begriff Topshot in den Mund. In der Defensive geht der EHCD derzeit davon aus, dass er auf jeweils zwei NLB-Spieler von den GCK Lions zählen kann.
Wüst glaubt, dass der Mix im Kader trotz den Abgängen der Routiniers stimmt. «Die Zuzüge sind im besten Hockey-Alter und sind einen hohen Rhythmus gewohnt», sagt der Sportchef. Er spricht von einem eingeleiteten Verjüngungsprozess, auch im Hinblick auf übernächste Saison, wenn erstmals in der neuen Swiss Regio League gespielt wird. «Die Struktur im Kader stimmt», findet Wüst.

