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Gesellschaft

Spielfreudige aus Greifensee räumt bei SRF ab

Ein Portrait einer Gewinnerin: Theres Kolar staubte im SRF–Quiz «1 gegen 100» ab. Sie sagt, es liege vor allem an der mentalen Einstellung. Die aufgeweckte 71-Jährige gibt auch Canasta und Patience-Kurse.

Theres Kolar bietet Patience Kurse an und ist selber eine Spielernatur.

Eleanor Rutman

Spielfreudige aus Greifensee räumt bei SRF ab

Gelassenheit gewinnt

Theres Kolar staubte im SRF–Quiz «1 gegen 100» satte 38 000 Franken ab. Die 71-Jährige gibt auch Canasta und Patience-Kurse im Zürcher Oberland. Sie ist eine Spielernatur.

Eleanor Rutman

Schon nach fünf Minuten in der Quizsendung «1 gegen 100» konnte Theres Kolar 83 000 Franken auf ihrem Konto verbuchen: Sie hatte alle Fragen bis hierhin richtig beantwortet. Die 71-Jährige blieb ruhig. «Ich war überhaupt nicht nervös», sagt sie im Gespräch am Greifensee.

Schwierige Fragen

Doch dann seien die schwierigen Fragen gestellt worden und sie musste diverse Joker einsetzen. Dadurch musste sie mehr als die Hälfte des Gewinns direkt wieder abgeben.

«Ich durfte wählen zwischen den Themen Bundesliga und Social Media, beides Gebiete, die mich überhaupt nicht interessieren», lacht die ehemalige Kinesiologin.

Das Auswahlverfahren war langwierig. Kolar hatte sich schon im Herbst 2021 beim SRF angemeldet. Ihr Mann und sie schauen die Sendung regelmässig: «Ich wollte einfach wissen, wie es sich hinter den Kulissen als Teilnehmerin anfühlt.» 

Nach einem Jahr Wartezeit ging es jedoch sehr schnell: Sie bekam einen riesigen Fragebogen zugeschickt und wurde innerhalb von zwei Wochen zum Casting eingeladen – und danach auch in die Sendung.

Gewinnen ist eine mentale Einstellung.

Theres Kolar, Rentnerin aus Greifensee

Ihr früherer Beruf als Therapeutin und Kinesiologin haben ihr geholfen, während der Sendung gelassen zu bleiben. «Gewinnen ist eine mentale Einstellung», sagt sie. Das hat gewirkt. Kolar ist trotz des Verlusts zu Beginn als Siegerin aus der Quizsendung gegangen: Satte 38 000 Franken hat sie abgeräumt.

Jetzt sitzt sie an der Sonne auf der Terrasse der Gaststube Krone und nippt an ihrem Getränk. «Ich bin im Sternzeichen Steinbock, das heisst ich bin ehrgeizig.»

Die Liebe zum Spiel

Das gelte für sie auch beim Kartenspiel: Kolar wisse nicht genau, wie es funktioniert, aber wenn sie sich darauf einstelle, gute Karten zu bekommen, dann sei das so. «Einige in meinem Umfeld sagen im Spass, dass sie nicht mehr gegen mich spielen wollen», sagt sie schmunzelnd.

Ihre Faszination zum Spiel kommt nicht von ungefähr. Ihre Mutter hatte schon Patiencen gelegt und ihr das Kartenspiel beigebracht. Beim Patience geht es darum, die französischen Karten in einer speziellen Weise auszulegen und diese dann nach vorgegebenen Regeln zu ordnen. man spielt es alleine.

Kolar wollte es vor vierzehn Jahren genauer wissen und besuchte einen achtteiligen Workshop. Das Spiel hat sie von Neuem gefesselt und sie wurde angefragt, ob sie einen Workshop in Hinwil übernehmen möge. «Das war ein Sprung ins kalte Wasser, denn ich hatte noch gar keine brauchbaren Unterlagen.»

Jedes Spiel hat eine ganz eigene Technik.

Theres Kolar

Auch heute bietet Kolar weiterhin Kurse an. «Viele denken, man brauche doch keinen Workshop, um Patiencen legen zu lernen.» Viele wüssten nicht, dass es hundert verschiedene Legemöglichkeiten gebe und daher auch ganz unterschiedliche Regeln dazu. «Jedes Spiel hat eine ganz eigene Technik.»

Geduld und Langmut

Die Mehrheit kennt nur die eine Form: Nämlich das Solitär. Da spielt man immer die gleiche Legeordnung am PC oder auf Apps. Dabei gibt es viele andere Varianten. «Am Computer geht es vor allem um Geschwindigkeit und das ist eher hinderlich.» Ein leichtes Bedauern schwingt in ihrer Stimme mit. Denn Patience heisse Langmut. «Das benötigt vorausplanende Strategie und etliche Geduld.»

Sie zeigt auf ihre sorgfältig gestalteten Kursunterlagen. Da stechen einige Titel von Legetechniken ins Auge. Neben der «süssen Rache» liest man «die Berlinerin» oder der «Fächer». Nun nimmt sie kleine Karten hervor und legt aus für die Berlinerin. Man spürt: Diese Frau ist mit Feuer und Flamme dabei.

Wir hätten eine Reise in die Seychellen buchen können.

Theres Kolar

Auch sonst scheint sie ihr Leben als Rentnerin angenehm zu gestalten. Im Sommer ist sie unterwegs mit ihrem Mann und dem Camper, im Winter gibt sie Kurse. «Ich möchte das Leben geniessen, so lange ich kann», sagt sie freudvoll.

Was macht sie mit der Summe, die sie bei «1 gegen 100» gewonnen hat? Sie schmunzelt. «Klar, wir hätten eine Reise in die Seychellen buchen können oder ein schickes Hotel in New York», aber sie spendet es lieber und unterstützt damit ihre behinderte Schwester.

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