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SP zieht erstmals in den Pfäffiker Bezirksrat ein – SVPler abgewählt

Bei den Bezirksratswahlen Pfäffikon kommt es zu einem überraschenden Ausgang. Der Bisherige André Bücheler (SVP) ist abgewählt. Profitieren konnte Sabine Sieber (SP). Die meisten Stimmen machte aber Othmar Simeon von der zuletzt bei Wahlen nicht allzu erfolgreichen FDP.

Sabine Sieber (SP) triumphiert und zieht in den Bezirksrat ein., FDP-Kandidat Othmar Simeon erzielte das beste Resultat., André Büecheler wurde nach nur einer Amtszeit abgewählt., Wurde bereits in stiller Wahl bestätigt: Bezirksratspräsident und Statthalter Hans Rudolf Kocher (EVP)

PD

SP zieht erstmals in den Pfäffiker Bezirksrat ein – SVPler abgewählt

Erstmals überhaupt schafft die SP den Einzug in den Bezirksrat Pfäffikon. Sabine Sieber hat die Wahl in die Aufsichtsbehörde der Gemeinden mit 8083 Stimmen geschafft. Sie ist somit auch die erste Frau überhaupt in diesem Gremium.

Die frühere Gemeindepräsidentin von Sternenberg und ehemalige Kantonsrätin war bereits seit Anfang 2020 Ersatzmitglied des Bezirksrates. Sie folgte dort auf SP-Gemeinde- und Kantonsrätin Brigitte Röösli aus Illnau-Effretikon, die ihr Amt aus zeitlichen Gründen niedergelegt hatte.

Umkämpfte Sitze

Um die beiden zu vergebenen Sitze in der Aufsichtsbehörde über die Gemeinden und ihre Behörden kämpften die drei arrivierten Parteien im Bezirk. Anders als bei Besetzungen von Gemeindebehörden ist bei Bezirksratswahlen sowohl der Bekanntheitsgrad als auch die Parteistärke relevant. Dort hatte die FDP zuletzt bei Wahlen im Bezirk etwas an Boden verloren.

« Wenn zwei sich streiten, freut sich die Dritte. »

Sabine Sieber (SP), neue Bezirksrätin

Nichtsdestotrotz schaffte es Othmar Simeon (FDP) aus Pfäffikon, den freisinnigen Sitz des zurückgetretenen Bezirksrats-Vizepräsidenten Hansjörg Christinger zu verteidigen. Simeon erzielte mit 9131 Stimmen das beste Ergebnis der drei Kandidierenden.

Für die SVP hingegen verpasste, André Büecheler die Wiederwahl. Der Illnauer war bereits vier Jahre im Bezirksrat. Zwar erreichte Büecheler mit 7897 Stimmen ebenfalls das absolute Mehr. Er scheidet jedoch als Überzähliger aus. Die wählerstärkste Partei ist also nicht mehr in der Behörde vertreten.

Sieg auch für die Frauen

« Wenn zwei sich streiten, freut sich die Dritte » , sagt Sabine Sieber. Sie spricht von einer Überraschung. Vor allem die Nicht-Wiederwahl von André Büecheler hätte sich nicht abgezeichnet. Persönlich tue ihr dies leid. « Es haben sich wohl viele Wähler entweder für die Kandidatin SP oder für den der SVP entschieden und den Stimmzettel mit dem FDP-Kandidaten ergänzt » , bilanziert die neue Bezirksrätin.

Bezirksgericht Pfäffikon

Für die SP ist die Wahl Siebers ein Triumph. « Das ist ein grosser Erfolg für die Partei, aber noch ein wenig mehr einer für die Frauen. »  Mit Sieber schickten die Sozialdemokraten eine der bekanntesten Persönlichkeiten aus ihren Reihen ins Rennen. Bereits bei den Nationalratswahlen im Oktober 2019 wurde Sieber als Wahlkampf-Lokomotive eingesetzt, um der SP ländliche Stimmen zu bringen.

Wenig Wahlkampf, viel Ertrag

Auch FDP-Kandidat Othmar Simeon spricht von einer grossen Überraschung. Er hätte sich eher mit der Rolle des Aussenseiters abgegeben. Zudem betrieb die FDP als einzige Partei keinen echten Plakatwahlkampf, sondern setzte stattdessen auf Flyer-Aktionen und die sozialen Medien. « Da haben wir uns gut eingesetzt und uns gut verkauft » , sagt Simeon. Vielleicht habe die FDP ausserdem in der Mitte des Spannungsfeldes zwischen SP und SVP profitieren können.

Im Bezirksrat will Simeon sein Wissen aus der kantonalen Aufsichtsbehörde über die Stiftungen einbringen. Zudem werde er die Ausbildung für Bezirksräte des Kantons absolvieren und sich vorgängig auch noch den einen oder anderen Ratschlag seines Vorgängers einholen.

Präsidium schon besetzt

SVP-Bezirksrat André Büecheler zeigt sich enttäuscht. Er hätte gerne noch eine Amtsdauer angehängt. « Selbstverständlich akzeptiere ich das Resultat. »  Vor allem in den grössten Gemeinden Illnau-Effretikon und Pfäffikon fehlten ihm Stimmen. Wie es für ihn persönlich in der Politik weitergeht, weiss er noch nicht. Nun gehe es darum, die Wahl aus Sicht der Bezirkspartei zu analysieren und die Situation zu beurteilen.

Bereits in stiller Wahl bestätigt wurde Hans Rudolf Kocher (EVP) als Statthalter des Bezirks Pfäffikon und Präsident des Bezirksrats. Der Hittnauer bekleidet dieses Amt seit 2013. Zudem wurden Urs Dietschi (Grüne) und Martin Jericke (GLP) als Ersatzmitglieder des Bezirksrates sowie Michèle Buchmann (FDP) als Staatsanwältin gewählt.

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