So weit kommt man am Uster Märt mit 30 Franken
Die Couverts kamen vor einer Woche. Ein liebevoll gestaltetes Kärtchen und 30 Franken in Form von drei 10-er Noten. Absender waren die Grosseltern. Sie schenkten diesen «Märt-Batzen» meinen zwei Kindern für den Uster Märt.
Doch wie weit kommt man mit 30 Franken? Als mein Sohn am Donnerstagmorgen aufsteht, ist für ihn vor allem eines klar: «Ich will in die Geisterbahn». Der Achtjährige kann kaum erwarten, dass es losgeht. Der Himmel ist noch verhangen, es nieselt.
« Crazy Hotel » statt Geisterbahn
Eigentlich wollten wir zuerst ans Public Viewing auf dem Zeughausareal, doch die Ungeduld ist so gross, dass wir uns zuerst auf die Suche nach einer Bahn machen müssen.
Von Geistern keine Spur, aber auf dem Parkplatz vor dem Stadthaus steht das «Crazy Hotel», das am ehesten an eine Geisterbahn erinnert – ein Parcours mit mehreren Hindernissen .
Stolze 6 Franken kostet der Eintritt, doch diese haben sich offensichtlich gelohnt, wenn man in das strahlende Gesicht des Kindes schaut. Dass er auf dem nassen Boden ausrutscht und seine Jacke feucht wird, macht ihm nichts aus. Die Freude über den Event des Jahres ist wichtiger als das Wetter.
Beim Public Viewing auf dem Zeughausareal meldet sich der Hunger. Grosse Auswahl hat es nicht, Pele kauft sich eine Wurst für 6.50 Franken. Zum Dessert gibt es eine Schaumerdbeere für 2.50 Franken. Am Mittag sind schon 13 Franken ausgegeben.
Zurück am Märt will Pele unbedingt zu einem Stand, der Holzspielwaren verkauft. Dort hat es unter anderem Pfeilbögen und Schwerter. Er entscheidet sich für einen Säbel. Mein Argument, dass er diesen auch selber herstellen könnte, überzeugt ihn nicht.
Und auch der Preis schreckt ihn nicht ab: 18 Franken. Sein Budget wäre bereits um 1 Franken überschritten. Zum Glück hat er von zu Hause noch Sackgeld mitgenommen.
Klar ist: Am Ende des Geldes ist noch ganz viel Märt übrig. Pele finanziert sich mit seinem eigenen gesparten Geld noch einmal einen Besuch im «Crazy Hotel», danach geht es auf den «Twister», der 5 Franken kostet und auf dem er ordentlich herumgeschleudert wird.
Ich spendiere ihm eine Zuckerwatte, dann folgt eine abenteuerliche Fahrt auf dem Autoscooter, die 3 Franken kostet.
Nebenan sieht mein Sohn jemanden mit dem Luftgewehr auf Sterne schiessen und ist sofort Feuer und Flamme. Das Schiessen gefällt ihm so sehr, dass er gleich 11 Franken liegenlässt.
Die Buchhaltung am Ende des Tages zeigt Ausgaben von Total 58 Franken an – also fast doppelt so viel, wie ursprünglich vorgesehen.
Fazit: Das Marktvergnügen ist teuer. Es lohnt sich, bereits an Weihnachten anzufangen, für den nächsten Uster Märt zu sparen.