Kultur

Lokale Illustratorin

Sie zeichnete ein Wimmelbuch für Dübendorf

Ingrid Besmer ist in Dübendorf aufgewachsen und kennt die Stadt wie ihre Westentasche. Ihre Liebe für ihr Zuhause hat sie in einem Wimmelbuch verewigt– das nicht nur Kindern Freude machen soll.

Ingrid Besmer wohnt und arbeitet in Dübendorf. Beste Voraussetzungen, um ein Wimmelbuch über die Gemeinde zu zeichnen.

Foto: Ingrid Besmer hat ein Wimmelbuch über Dübendorf gezeichnet.

Sie zeichnete ein Wimmelbuch für Dübendorf

Ingrid Besmer ist in Dübendorf aufgewachsen und kennt die Stadt wie ihre Westentasche. Ihre Liebe für ihr Zuhause hat sie in einem Wimmelbuch verewigt – das nicht nur Kindern Freude machen soll.

Auf dem Eisfeld Im Chreis stolpert ein Mann über ein Kabel und rutscht aus, an einem Hügelabhang schlittelt ein Hund, in der Hauptsammelstelle macht eine Frau Dosenweitwurf. Daneben steht ein Einhorn.

Einblick in das Wimmelbuch von Ingrid Besmer.
Einblick in das Wimmelbuch von Ingrid Besmer.

Diese Beschreibung gilt der Winterszene im Wimmelbuch von Ingrid Besmer. Dieses hat die zweifache Mutter und geborene Dübendorferin im Rahmen ihres Illustrationsstudiums gezeichnet. Für sie wurde es aber zu etwas Grösserem als nur ein Abschlussprojekt.

Blick auf das Buch.
Das Buch wurde in Dübendorf gedruckt und enthält fünf Doppelseiten.

Über 350 Exemplare hat die 33-Jährige schon verkauft, die ersten am Chlausmärt im vergangenen Jahr, den Rest online über ihre Website. «Die Veröffentlichung des Buchs hat sich schnell herumgesprochen, der Dorfkern von Dübendorf ist gut vernetzt», sagt Besmer. Mittlerweile wird das Buch auch im Kino Orion, in der Oberen Mühle und im Blumenladen «80 m2» verkauft.

Nicht nur für Kinder

«Die Rückmeldungen waren bisher ausschliesslich positiv», so Besmer. «Leute aus allen Altersschichten haben ihre Freude ausgedrückt. Bei vielen Erwachsenen weckt das Buch Erinnerungen an ihre Zeit in Dübendorf.» Das war auch ihr Ziel. «Es sollen nicht nur die Kinder Spass daran haben.»

Die Idee für das Buch, das ihre digital gezeichneten Illustrationen auf fünf Doppelseiten abbildet, hatte sie schon lange. «Wie ich darauf gekommen bin, weiss ich nicht mehr. Ich bin ein Projektli-Mensch.» Begonnen hat sie 2024, abgeschlossen 2025. Sie teilt das Buch in fünf «Quartiere» ein. Pro Stadtbereich widmet sie sich einer Zeit des Jahrs: Frühling, Sommer, Sommerabend, Herbst und Winter. Auf jeder Doppelseite gibt es neun Charaktere zu entdecken, die im ganzen Buch vertreten sind.

Besmer findet es schwierig, ihren Zeichenstil zu beschreiben. «Ich würde ihn weder als comicartig noch als realistisch bezeichnen. Vielleicht irgendwo dazwischen.» Für das Buch war sie viel in Dübendorf unterwegs, um Gebäude aus verschiedenen Perspektiven zu fotografieren. Auch nahm sie zum Beispiel an einer Führung im Empa-Forschungsgebäude «Nest» teil, um eine Vorstellung von dessen Innenleben für eine Zeichnung zu erhalten. Von ihrer Familie und ihren Freunden sammelte sie Fotos, die als Vorlagen für die Charaktere im Buch dienten.

«Inspiration für die vielen Szenen zu finden, war nicht schwer», so Besmer. «Eher im Gegenteil: Ich musste mich beschränken, um den Zeitaufwand in Grenzen zu halten.» Schliesslich kennt sie Dübendorf in- und auswendig, da sie in der Gemeinde aufgewachsen ist, mit ihrer Familie dort wohnt und als Primarlehrerin arbeitet. «Verwurzelter geht es wohl kaum», sagt sie.

Lokal gezeichnet, lokal gedruckt

Auch das Buch wurde in einer Dübendorfer Druckerei produziert. «Ich habe mich wegen der kleinen Zielgruppe gegen einen Verlag entschieden», so Besmer. Finanziell unterstützt wurde sie von der Kulturkommission der Stadt. Mittlerweile hätte sich der Druck der Verkaufsexemplare amortisiert. «Aber reich werde ich damit nicht», sagt sie.

Weiter verrät Besmer, dass der Zeitpunkt für die Buchproduktion nicht ideal war. «Ich habe als Lehrerin gearbeitet, Illustration studiert und habe zwei kleine Kinder», sagt sie. «Die Unterstützung meiner Eltern und meines Manns hat mir sehr geholfen.»

Trotzdem hat ihr der Prozess viel Freude gemacht. «Auch meine Kinder finden das Buch toll. Sie waren beim Prozess dabei, kennen es in- und auswendig, aber schauen es immer noch gerne an», sagt sie. «Ich hingegen weniger, mich packt jeweils der Perfektionismus, wenn ich es mir zu genau anschaue», verrät sie und lacht.

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