Sie sorgen in Bäretswil regelmässig für Kulturanlässe
Kulturkommission holt Comedians ins Dorf
Am Samstag tritt der Komiker Claudio Zuccolini in der Mehrzweckhalle vor über 400 Zuschauerinnen und Zuschauern auf. Was es braucht, bis ein solcher Anlass steht, erzählen Beatrix Kläy und Hanspeter Eckhardt von der Kulturkommission.
«Der Aufreger» kommt am Samstag ins Dorf. Genauer gesagt der Comedian Claudio Zuccolini, der schon öfters in Bäretswil war, mit seinem neuen Bühnenprogramm. «Vor der Aufführung gehen wir mit ihm wie mit allen unseren Künstlerinnen und Künstlern noch ins Restaurant essen», erklärt Beatrix Kläy, die neben dem Veranstaltungsplakat von Zuccolini posiert. Daneben steht Hanspeter Eckhardt mit einem breiten Lächeln.
Das Duo gehört zur sechsköpfigen Kulturkommission (Kuko) Bäretswil. Seit über 20 Jahren organisiert sie im Auftrag der Gemeinde jährlich sechs Kulturanlässe und wird dafür mit einer Defizitgarantie unterstützt. «Die haben wir in all den Jahren aber noch nie vollständig ausgeschöpft», sagt Beatrix Kläy, die seit 20 Jahren Präsidentin des Bäretswiler Vereins ist.
Die Künstlerinnen und Künstler treten entweder in der Mehrzweckhalle auf, die über 500 Plätze verfügt. Oder in der Aula des Schulhauses Letten mit 220 Plätzen. «Die Tickets für Claudio Zuccolini sind im Vorverkauf schon alle weg – aber es gibt noch Tickets an der Abendkasse in der Mehrzweckhalle», versichert Beatrix Kläy. Die 72-Jährige betreibt selbständig noch eine Firma für Seniorenberatungen.
«Wir setzen im Jahresprogramm vor allem auf Comedians», erklärt Hanspeter Eckhardt. Der 83-Jährige ist Vizepräsident und war früher knapp 30 Jahre lang Sekundarlehrer in Bäretswil. Wie Beatrix Kläy engagiert er sich schon seit 20 Jahren in der Kuko.
Eigentlich können sie ihr Jahresprogramm ganz frei gestalten – auch Lesungen und Konzerte hatten sie schon auf die Bühne gebracht, die jedoch nicht sehr erfolgreich waren. «Eine Umfrage beim Publikum hat klar gezeigt, dass es vor allem lachen will und sich über Spassmacher freut», betont Eckhardt.

Und so kamen in den vergangenen Jahren schon bekannte Acts wie Mike Müller, das Duo Divertimento, das Vater-Tocher-Duo S’Rindlisbachers oder die Clownin Gardi Hutter nach Bäretswil. Auch das Programm für 2026 steht bereits zu Teilen: Das Duo Lapsus wird zu sehen sein, wie die Vereinspräsidentin schon mal verrät.
«Jeder von unserer Kulturkommission kann Vorschläge machen bezüglich Künstlerinnen und Künstler», sagt Kläy, die Zuccolini wieder gebucht hat. «Ich lache vor allem sehr gerne und liebe deshalb persönlich Comedians.»
Und die Vereinspräsidentin erklärt weiter: «Ich melde mich jeweils beim Management und bespreche die Konditionen. Wir haben nicht die gleichen Möglichkeiten wie grosse Veranstaltungshäuser. Aber wir finden immer einen Deal, der für beide Seiten passt», sagt Kläy, die früher bei einer Firma als Einkäuferin verhandelt hat. Für Erwachsene kostet der Zuccolini-Abend 50 Franken, für Kinder bis 16 Jahre sowie mit Legi 15 Franken.

Aber manchmal sei es dann doch nicht möglich, den gewünschten Showact zu buchen: So wäre Schlagerstar Beatrice Egli schliesslich zu teuer gewesen. Die Kulturkommission setze aber gerne auf Nachwuchstalente. «Fabian Unteregger hatte seinen ersten Auftritt mit seinem Soloprogramm bei uns. Ich habe ihn vorher im TV gesehen und ihn aufgefordert, mit einem Solo zu uns zu kommen. Sein erstes Programm hat er dann in wenigen Monaten geschrieben», verrät Kläy. Nun kommt der ausgebildete Arzt mit seinem neusten Programm am 8. März erneut nach Bäretswil.
Gemeinsames Abendessen gehört dazu
«Die Künstlerinnen und Künstler kommen inzwischen sehr gerne zu uns», sagt Hanspeter Eckhardt. «Sie schätzen die familiäre Atmosphäre hier.» Beim gemeinsamen Abendessen spreche man über Gott und die Welt, und die Kunstschaffenden würden auch mal über Privates erzählen.
Und die Künstler schätzten die Ehrlichkeit des Publikums: Sie spürten direkt, wie ihr Auftritt ankomme. «Deshalb ist es ein Wunsch von uns, dass die Aufgetretenen nach ihrer Show noch ein bisschen mit den Zuschauerinnen und Zuschauern plaudern, was diese auch gerne machen.»
Zudem sorgen Beatrix Kläy und ihr Team, in dem Hugo Markstaller vom gleichnamigen Elektrofachgeschäft in Bäretswil für die gesamte Technik zuständig ist, am Aufführungsort für tolle Stimmung. «Wir haben immer knapp 100 Rosen und zahlreiche Kerzen im Empfangsraum, wo die Gäste vor und nach den Auftritten etwas in gediegener Umgebung trinken können», sagt die Vereinspräsidentin.
Nach Wolkenbruch improvisiert
Für Hanspeter Eckhardt ist es wichtig, auch Kultur mit Tiefgang nach Bäretswil zu bringen. Er ist ein grosser Fan vom Theater Kanton Zürich, das klassische Stücke aufwendig produziert. Die Truppe hat 2016 mit dem Stück «Tartuffe» von Molière für einen legendären Auftritt in Bäretswil gesorgt. «Für ihre Freilichtaufführung wurden vor der Mehrzweckhalle eine grosse Bühne und eine Zuschauertribüne aufgebaut. Der Wetterbericht kurz vor Aufführungsbeginn sah gut aus. Doch als das Stück startete, öffnete der Himmel seine Schleusen», erinnert sich Hanspeter Eckhardt.
Auch nach einer kurzen Unterbrechung besserte sich das Wetter nicht. «Da haben wir improvisiert und den Eingang zur Mehrzweckhalle kurzerhand bestuhlt und einen Teil zur Bühne umfunktioniert. Die Schauspielerinnen und Schauspieler spielten um eilig zusammengeschobene Tische – das Publikum war begeistert», so Eckhardt weiter.