Abo

Politik

Sexclub-Besitzer fordert Antikörpertest vor dem Sex

Für Ingo Heidbrink ist das Ende des Bordellverbots nur konsequent. In seinem Schwerzenbacher Club Globe sei die Ansteckungsgefahr nicht höher als in einem Restaurant.

Der Bundesrat hat beschlossen, das Sexgewerbe wieder zu öffnen., Der Schwerzenbacher Sexclub Globe ist seit Mitte März geschlossen.

Archiv

Sexclub-Besitzer fordert Antikörpertest vor dem Sex

Der Schwerzenbacher Sexclub Globe ist seit Monaten geschlossen. Der Bund hat Mitte März als Coronaschutzmassnahme Sexbetriebe schliessen lassen. An der  Pressekonferenz vom Mittwoch hat der Bundesrat nun aber ein Ende des Prostitutionsverbots ausgesprochen.

Damit dürfen Bordelle per 6. Juni ihre Türen wieder öffnen. Der Bundesrat befürchtet, dass sonst viele Prostitutierte in die Illegalität abwandern und ihre Dienst noch weniger geschützt auf der Strasse anbieten könnten.

Für «Globe»-Besitzer Ingo Heidbrink war eine Ende des Verbots angezeigt: «Die Corona-Fallzahlen sind so gering, dass sich eine Beibehalten der derzeitigen Regeln nicht rechtfertigen lässt.»

Wie andere Dienstleistungsbetriebe müssen aber auch Bordelle ein Schutzkonzept vorweisen. Das Bündnis Prokore, das sich für die Interessen von Sexarbeiterinnen einsetzt, hat dem Bund entsprechende Vorschläge gemacht. Ihr Konzept sieht unter anderem besondere Hygiene bei den Handtüchern und Handschuhpflicht beim Analsex vor.

Schutzmasken beim Sex

Heidbrink kann mit diesem Konzept gut leben. Und er schlägt zwei weitere Massnahmen vor: Freier und Prostituierte sollen in seinem Haus beim Sex Masken tragen. Weiter fordert er, dass sich Kunden bevor sie mit der Prostituierten aufs Zimmer gehen, einem Antikörper-Schnelltest unterziehen. In allen übrigen Räumen gilt der gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstand von zwei Metern.

Eine spezielle Sicherheitsperson, die für die Einhaltung dieser Regeln sorgt, brauche es nicht, findet Heidbrink. «In den öffentlichen Bereichen des Globe ist die Ansteckungsgefahr nicht grösser als in einem Restaurant. Es braucht keine Sonderregeln, nur weil wir im Sexgewerbe arbeiten.»

Ihm ist klar, dass eine Maskenpflicht das Erlebnis beim Sex stört. «Aber wie alle anderen Branchen müssen auch wir Abstriche machen.» Falls sich ein Freier einmal nicht an die Regeln halten sollte, könne die Prostituierte einfach aus dem Zimmer laufen. Zu Störungen käme es sowieso nur selten: «Monatlich gibt es pro Club nie mehr als einen Fall, in dem ein Kunde aus dem Club verwiesen werden muss.»

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.