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Schwerzenbach will Schulraumproblematik mit 8,75 Millionen lösen

Die Primarschulpflege will ein neues Schulhaus und die Spielwiese vergrössern. Doch die RPK ist dagegen – zumindest teilweise.

So soll der geplante 8,75 Millionen teure Neubau aussehen., Und so könnten die Innenräume aussehen., Und hier soll der Neubau gebaut werden. Blickrichtung Schorenstrasse.

Foto: Philipp Gämperli

Schwerzenbach will Schulraumproblematik mit 8,75 Millionen lösen

Die Primarschule Schwerzenbach braucht mehr Schulraum. Ein neues Gebäude mit sechs Klassenzimmern, Gruppenräumen und einem integrierten Kindergarten soll gebaut werden. 8,75 Millionen Franken sind für das Vorhaben budgetiert.

Aktuell besuchen rund 420 Kinder die Primarschule. Die Behörde rechnet mit einem Anstieg auf 550 bis im Jahr 2030. Bereits ab dem Schuljahr 2024/25 könnte es für die Schüler eng werden, wie dem beleuchtenden Bericht zu entnehmen ist.

An der Gemeindeversammlung im September 2019 sprachen sich die Schwerzenbacher einstimmig für die Variante Neubau aus. Diese Variante sei die kostengünstigste, da unter anderem auf ein Provisorium verzichtet und das Schulhaus bei laufendem Schulbetrieb erweitert werden könnte.

Schulhaus könnte noch vergrössert werden

Der heutige Plan sieht einen dreistöckigen Neubau mit quadratischem Grundriss vor. Zu stehen kommen soll dieser zwischen der bestehenden Turn- und Lernschwimmhalle und der Schorenstrasse auf dem Rasenspielfeld.

Die zwei Kindergärten im Erdgeschoss sind mit einem eigenen, durch Hecken und Zaun geschützten Spielplatz und separatem Eingang geplant. Die verschiedenen Etagen sind von aussen per Spindeltreppe separat zu erreichen. Damit könnte eine zu starke Durchmischung der Kindergarten- und Schulkinder verhindert werden. Ein Lift sowie Treppen erschliessen die Stockwerke im Innern.

Die beiden Kindergärten können bei Bedarf zu Klassenzimmern umgenutzt werden. Damit behalte die Primarschule eine gewisse Flexibilität und könne auf die Bevölkerungsentwicklung angemessen reagieren, schreibt die Behörde. Es besteht die Option, das Schulhaus bei Bedarf um ein Stockwerk zu erhöhen.

Weniger Parkplätze zur Verfügung

Auch die angespannte Hort-Situation soll das Bauvorhaben lösen. Weil Hortplätze stark nachgefragt waren, musste vor einiger Zeit im Keller des benachbarten Kindergartens Hegger als Übergangslösung ein Hort eingerichtet werden. Dieser könnte nach der Fertigstellung des Baus in das direkt angrenzende Schulhaus Steinbrunnen ziehen.

Einzig bei den Parkplätzen musste die Schule aus platzgründen Abzüge machen. Einige Parkplätze müssten dem Neubau Platz machen. Zusammen mit den Parkplätzen beim Schulhaus Platanen gebe es 31 Parkplätze. Trotzdem entspreche die Anzahl den kantonalen Empfehlungen. Zudem werde es 36 offene und gedeckte Veloplätze geben.

Neubau könnte zu Steuererhöhung führen

8,75 Millionen Franken seien für eine kleine Gemeinde viel Geld, entsprechen aber dem aktuellen Preis für einen Schulhausneubau in dieser Grösse, sagt das für das Projekt zuständige Mitglied der Schulpflege Hansueli Zellweger.

Das ist die Vorderansicht des geplanten Neubaus Primarschule Schwerzenbach.

In einem ersten Entwurf der Architekten hätte das Projekt rund elf Millionen gekostet. Die Schulpflege habe sich jedoch dafür eingesetzt, dass sich die Kosten an dem Betrag orientiert, den die Behörde der Bevölkerung 2019 an einer Informationsveranstaltung bekannt gab. «Wir konnten bei verschiedenen Posten wie beispielsweise der Materialwahl oder der Fenstergrösse Einsparungen machen.»

Dennoch könnte sich der Neubau auf den Steuerfuss niederschlagen. Zellweger rechnet mit zwei Prozentpunkten. «Die Erhöhung ist abhängig von der Entwicklung der Finanzkraft – insbesondere in Verbindung mit der Pandemie.»

Zweite Vorlage: Vergrösserung der Rasenspielfläche

Mit dem Neubau fällt eine gewisse Fläche der Spielwiese weg. Darum schlägt die Primarschulpflege dem Souverän als Ergänzung das Geschäft «Vergrösserung der Rasenspielfäche» für 215’000 Franken vor. Vorgesehen ist, das Spielfeld um einen Drittel zu verlängern, von 45 auf 60 Meter. Total wäre die Fläche 2400 Quadratmeter gross.

Dafür würde die angrenzende, leicht erhöhte Fläche über der Zivilschutzanlage umgenutzt. «Wir müssten dafür das bestehende Spielfeld etwas anheben, damit es eine übergangslose Ebene wird.»

Dass die beiden Geschäfte nicht miteinander verknüpft wurden, hat seinen Grund, wie Zellweger sagt: «Wir wollten mit den zusätzlichen Kosten das Geschäft Neubau nicht gefährden. Die Vergrösserung der Rasenspielfläche und die damit verbundene Sanierung des Rasens werde zwar von der Schule gewünscht, Priorität habe aber der Neubau des Schulhauses.

Auch Vereine würden profitieren

Die Schulpflege will mit der Option dem Souverän die Entscheidung überlassen. Zellweger gibt noch zu bedenken: «Von der Vergrösserung würden neben der Schule auch die Vereine profitieren, die den Rasen nutzen.»

Die Rechnungsprüfungskommission prüfte beide Geschäfte und heisst die Vorlage über den Neubau Primarschule gut. Die Vergrösserung der Rasenspielfäche empfiehlt sie jedoch zur Ablehnung. «Die zwingende Notwendigkeit einer Vergrösserung sieht die Kommission als nicht gegeben», lässt sie sich im erläuternden Bericht zitieren.

Falls die Geschäfte angenommen würden, wäre im Januar 2023 der Baustart. Auf September 2024 könnte der Neubau eröffnet und von den Schulkindern bezogen werden.

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