Rüti braucht noch einen Holzmodulbau für eine Schule
Wunschlösung entfällt
Am 24. November stimmt die Bevölkerung in Rüti über einen Holzmodulbau für das Schulhaus Alpenblick ab. Eine geplante Occasionslösung kommt nicht mehr infrage.
Steigende Schülerzahlen, zu wenig Platz. Schon im letzten November befürwortete Rüti einen Erweiterungsbau für das Schulhaus Ferrach. Über 70 Prozent sagten Ja zum Kredit über 3,2 Millionen Franken für einen Holzmodulbau. Damit kann die Gemeinde bereits etwas mehr Schulraum für die Zukunft schaffen.
Dieser reicht allerdings längst nicht aus, weshalb die Bevölkerung genau ein Jahr später nochmals über einen Erweiterungsbau abstimmt. Dieses Mal soll ein solcher beim Schulhaus Alpenblick für Abhilfe sorgen und ab Ende 2025 in Betrieb gehen. Nur ist der Abstimmungskredit mit 6,25 Millionen Franken fast doppelt so hoch als beim letzten Projekt.
Die seit 1953 bestehende Schulanlage Alpenblick umfasst ein Unterstufenschulhaus und einen Kindergarten. Der Ausbau ist geplant, um Mittelstufenschüler vor Ort zu unterrichten, die bisher an die bereits ausgelasteten Standorte Lindenberg oder Widacher wechseln müssen. Zudem werden Raumkapazitäten für Tagesstrukturen wie Mittagstisch und Betreuung benötigt.
Engerer Spielraum
Bis vor Kurzem hielt sich die Gemeinde zwei Optionen offen. Sie wollte sich nämlich einen Occasionsmodulbau aus der Stadt Zürich zunutze machen. Somit wäre der Abstimmungskredit gar nicht vollständig ausgeschöpft worden.
Wegen der hohen Nachfrage standen die Zeichen für einen Reservationsvertrag aber nicht gerade gut. Seit Anfang November ist nun auch klar, dass sich eine andere Gemeinde bereits den Zuschlag gesichert hat.
Deshalb kommt für Rüti eigentlich nur noch ein Neubau in Holzbauweise infrage. Dieses Projekt kommt 3,5 Millionen Franken teurer, als eine Occasionslösung gekostet hätte. Der Gemeinderat hat die Hoffnung aber noch nicht ganz aufgegeben, dass es doch günstiger gehen könnte. «Wir werden nach der Abstimmung trotzdem unsere Kontakte spielen lassen und den Markt nach anderen Occasionen abklopfen», sagt Bauvorsteher Peter Weidinger (Die Mitte).

Dennoch gibt es zur Nutzung beim Alpenblick einen wesentlichen Unterschied zum Schulhaus Ferrach. Der Holzmodulbau ist als permanente Lösung angedacht, was mit dem unterschiedlichen Bedarf an Schulraum zusammenhängt, wie Weidinger schon im Sommer erklärte.
«Im Ferrach ist der Bedarf langfristig gesehen grösser.» Deshalb ist der dortige Erweiterungsbau nur als Übergangslösung angedacht, bevor die Gemeinde das Schulhaus nochmals ausbaut. So zumindest der Plan.
Im Alpenblick diene hingegen die Stadt Zürich als Vorbild, wo bereits jetzt Holzmodulbauten als definitive Schulraumerweiterungen dienten.
Höhere Quoten
Allein in der Primarstufe wird im Oberdorf bis 2037 eine Zunahme von 30 bis 50 Schülerinnen und Schülern prognostiziert. Auch die Quote der schulergänzenden Betreuung soll weiter zunehmen, von aktuell 24 Prozent auf rund 60 Prozent im Jahr 2037. Aufgrund der Erfahrung der letzten Jahre wird sich die Anzahl der Betreuungsgruppen voraussichtlich verdoppeln. Im Unterdorf könnte sie sich gar verdreifachen.
Ökologisch und kostengünstig
Neben Rüti setzte im Oberland zuletzt nur die Gemeinde Fehraltorf auf einen Holzmodulbau zur Schulraumerweiterung. Diese Bauweise ist eher in Grossstädten üblich. Die Zuständigen haben vor dem Entscheid verschiedene Anlagen besichtigt. «Die modernen Holzbauten sind vor allem bei Lehrpersonen beliebt», sagt Weidinger. Zudem würden sie ökologische Anforderungen (CO2-neutrale Wärmeerzeugung sowie eine Photovoltaikanlage zur Stromproduktion) erfüllen und seien kostengünstiger.
Bei der Neuerstellung kostet ein Klassenzimmer mit den notwendigen Gruppen- und Nebenräumen gemäss Kostenschätzung zirka eine Million Franken. Bei einer herkömmlichen Bauweise müsse mit einem viel höheren Betrag kalkuliert werden.
Die herkömmliche Bauweise wird in Rüti aber nicht ausser Acht gelassen. Diese kam bei der Erweiterung des Schulhauses Widacher im Jahr 2015 zum Zug. Und so ist es auch bei einer nochmaligen Erweiterung des Schulhauses Ferrach vorgesehen. Ein entsprechendes Vorhaben kommt im nächsten Jahr zur Abstimmung.
Stand jetzt werden im Schulhaus Alpenblick ausschliesslich Kindergarten- und Unterstufenklassen der Primarschule unterrichtet. Mit der geplanten Erweiterung sollen künftig auch drei Klassen der Mittelstufe und die Mittagsbetreuung in der Schulanlage unterkommen.