Restaurant Bachtel-Kulm schliesst im Frühling 2024 für eineinhalb Jahre
Geld für Umbau ist zusammen
Es war eine grosse Hürde, nun ist sie genommen: 90 Prozent der Kosten für die Sanierung des «Bachtel-Kulm» sind beisammen. Im Frühling 2024 ist Baustart.
«20 Unternehmer haben uns über die entscheidende Schwelle geholfen.» Martin Vögeli, im Vorstand der Genossenschaft Bachtel-Kulm für die Liegenschaften und damit vor allem für das Grossvorhaben «Bachtel 2025» verantwortlich, zeigt sich erleichtert.
Die Oberländer Firmenvertreter haben je 25’000 Franken gespendet. Die halbe Million hat geholfen, die Hürde von 90 Prozent der Baukosten zu nehmen. Diese Marke hatte die Generalversammlung der Genossenschaft gesetzt, damit die Komplettsanierung des bekannten Ausflugsrestaurants auf dem Oberländer Hausberg in Angriff genommen wird.
Eine Bratwurst und ein Bier als Dividende
Um das Engagement dieser Unternehmer zu unterstreichen, verweist Vögeli auf deren «Profit»: «Als Dividende erhalten sie jährlich eine Bratwurst vom Feuer und ein Bier – und auch das müssen sie noch selbst ‘finanzieren’.»
Gleichzeitig zeigt er sich glücklich, dass mit der Berghilfe und weiteren gemeinnützigen Fonds und Stiftungen viele Organisationen das Bauvorhaben unterstützen. Dazu gehört auch die Hinwiler Belimo Climate Foundation. Diese unterstützt die Genossenschaft auch darin, den künftigen Restaurantbetrieb umwelttechnisch noch besser zu machen.

Konkret geschieht das im kommenden Frühling. Dann wird das Restaurant geschlossen – um es rund eineinhalb Jahre später in neuem, altem Glanz wieder zu eröffnen. «Alt», weil sich das umgestaltete Gebäude äusserlich am Aussehen orientiert, das das Haus in den 1920er Jahren hatte. Die meisten der für die Fassade benötigten 36’000 Schindeln sind bereits gefertigt.
Hypothek soll möglichst tief sein
Auch wenn nun die 90-Prozent-Hürde genommen ist, fehlen noch immer rund 600’000 Franken, um die 5,96 Millionen Franken zu erreichen, die für die Sanierung veranschlagt sind. «Das Überschreiten dieser Schwelle sollte nun aber ein Zeichen an jene sein, die sich bisher noch mit einer Spende zurückgehalten haben. Nun können auch sie ihren Beitrag zur Restfinanzierung leisten», meint Vögeli.

Ziel sei es, möglichst wenig von dem Geld zu beanspruchen, das Banken zur Finanzierung des Vorhabens zugesagt haben. «Jeder Franken, den wir an Eigenmittel mehr haben, reduziert die Hypothek und damit die Pachtsumme, die wir von einem künftigen Wirt einfordern», betont Vögeli.
«Mein Aufruf an alle Zögerer: Jetzt könnt ihr mit Eurem Beitrag helfen, dem Wirt einen wirtschaftlichen Betrieb zu erleichtern», meint Stefan Krebs. Der Pfäffiker unterstützt den Genossenschaftsvorstand beim Projekt «Bachtel 2025». Er hofft, dass sich auch die Genossenschafter mit der Zeichnung von zusätzlichen Anteilsscheinen nochmals engagieren. Deren Zahl ist dank der Werbemassnahmen in den letzten Monaten stark angestiegen, von 450 auf gegen 700.
Finanziell helfen dürfte auch, dass zwei Drittel der Bauvergaben, darunter auch die grossen Brocken, erfolgt seien. Diese lägen klar unter dem Kostenvoranschlag.
Jetzige Wirte dürften sich bewerben
Wer der neue Wirt sein wird, dürfte in einem Jahr klar sein. Im nächsten Frühling wird die Pacht ausgeschrieben. Unter den Bewerbern dürfte auch das jetzige Wirtepaar Aila und Stefano Marini sein. «Unsererseits besteht Interesse», erklärt die Wirtin auf Anfrage. Allerdings müssten natürlich auch die Konditionen klar sein.
Ihre Motivation für eine Bewerbung liegt im jetzigen Betrieb: «Es läuft gut», meint Aila Marini. Etwas, was auch Vögeli bestätigen kann. Zu Silvester plant das Wirtepaar noch einen speziellen Anlass.
Bis in einem Jahr soll laut dem Liegenschaftenverantwortlichen entschieden sein, wer ab Herbst 2025 im Bachtel oben wirten soll. Denn die Betreiber sollen beim Ausbau noch Einfluss nehmen können, vor allem wenn es um die betrieblichen Abläufe geht. Der Vorstand wünsche sich am liebsten eine – jüngere – Familie, die dereinst für das Gästewohl sorgen soll.
Provisorium in Planung
Auch wenn Mitte März die Türen beim «Bachtel Kulm» vorübergehend geschlossen werden, soll dort oben niemand Durst oder Hunger leiden müssen. «Es wird immer etwas zu trinken und eine einfache Verpflegung geben», verspricht Vögeli. Zurzeit ist aber noch offen, wo das Angebot zu finden sein wird und wie es genau aussehen wird.