Rauchschwaden über einem Bauernhaus bei Schalchen
Am Freitagabend hat in Schalchen die Sommer-Abschlussübung der Feuerwehr Turbenthal-Wila-Wildberg (TWW) stattgefunden. Ausbildungschef und stellvertretender Kommandant Reto Gubler hatte sich für die Mannschaft einiges einfallen lassen.
Da ein Ausbildungsleiter nicht überall sein kann, hat sich Gubler einige Experten zur Unterstützung geholt und diese im sowie um das Haus verteilt.
Am Ende ist er sehr zufrieden: «Wir wissen jetzt wieder genau, was geschult werden muss. Das werden wir im Nachgang noch genauer anschauen.» Eine erste Manöverkritik gab es natürlich schon am Ort des Geschehens.
Wegen Baustelle ausser Betrieb
Doch von vorne. Am Freitagabend mussten die Feuerwehrangehörigen nach Schalchen ausrücken. Dort erwartete sie Folgendes: Ein altes Bauernhaus im Schöntal nahe der Kiesgrube der Firma fbb bei Schalchen ist in Brand geraten. Mehrere Personen befinden sich im Gebäude, vermutlich bereits mit Rauchgasvergiftungen und Verbrennungen. Direkt angebaut an das Wohnhaus befinden sich landwirtschaftliche Gebäude, die gesichert werden müssen.
Die Wasserversorgung ist wegen Baustellen ausser Betrieb, so dass eine Leitung aus Schalchen gelegt werden muss – dies bedeutet, dass über eine Strecke von 600 Metern und 40 Höhenmetern eine Zuleitung erstellt wird. Die Türen des Wohngebäudes sind zudem verschlossen.
Erster Offizier übernimmt
Als «Opfer» wurden Mitglieder der Jugendfeuerwehr im Haus verteilt. Diese hatten zudem noch die Anweisung, nicht klar zu kommunizieren, wie viele Personen sich im Haus befinden.
Die Feuerwehr rückt mit ihrer gesamten Mannschaft und vielen Fahrzeugen an: Tanklöschfahrzeug, Drehleiterfahrzeug, Personentransporter und mehr – ausserdem sind noch die Kantonspolizei und der Rettungsdienst vor Ort. Die Einsatzleitung übernimmt üblicherweise der erste Offizier am Platz, in diesem Fall ist es Stefan Baumgartner.
Schwere Atemschutzausrüstung
Als das Tanklöschfahrzeug den Brandort erreicht, hängen bereits überall Rauchschwaden. Sofort wird die Infrastruktur eingerichtet, es werden Schläuche verlegt und man versucht, die Tür zu öffnen. Dabei ergeben sich aber erste Probleme: Die Motorsäge will zunächst nicht anspringen.
«Es war anstrengend, aber gut.»
Thomas Trutmann, Feuerwehrmann aus Turbenthal
Währenddessen wird an die Seite des Hauses eine Leiter gestellt. Anschliessend betreten die ersten Feuerwehrleute – ausgestattet mit der rund acht Kilo schweren Atemschutzausrüstung – über die Leiter das Gebäude und retten sofort die erste eingeschlossene Person.
Mit Eifer und Freude
Es ist schwer für Aussenstehende, den Überblick zu behalten – zu vieles passiert gleichzeitig: Feuerwehrangehörige richten die Einsatzleitzentrale ein, verlegen Schläuche, öffnen die Türe oder installieren Lüfter, um den Rauch zu entfernen. Gleichzeitig erfolgen erste Rettungen mittels Leitern über die Stirnseite des Hauses und die Nebengebäude werden über die Wasserversorgung des Drehleiterfahrzeugs gesichert.
Soldat Thomas Trutmann aus Turbenthal ist am Ende der Übung zufrieden: «Es war anstrengend, aber gut. Bis die Verstärkung im Haus ist, ist man immer ein wenig angespannt», zieht er für sich Bilanz. Insgesamt waren die Feuerwehrleute mit Eifer und Freude bei der Sache.
Beförderungen und Infoabend
Nach der Übung finden sich alle wieder im Depot in Turbenthal ein. Dort werden noch einige Beförderungen bekannt gegeben: Die drei engagierten Feuerwehrleute Tobias Fässler, Jonas Furrer und Michi Rüegg freuen sich über den Lohn für ihre Mühen.
Reto Gubler nutzt dann auch den Anlass, um eine wenig die Werbetrommel zu rühren: Am 21. September finde im Depot in Turbenthal ein Infoabend für Interessierte statt. (Melanie Henne-Issing)