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Kultur

Rapper EAZ ist «zrugg dihei»

Seine erste eigene Tour geht in der Heimatstadt Wetzikon in die letzte Runde. Rapper EAZ liefert ab - obwohl er für die Juicy-Tour keine Sekunde geprobt hat.

Die Fans feiern ihn – EAZ beendet seine erste eigene Tour in Wetzikon, seiner Heimatstadt.

Foto: Marie Fredericq

Rapper EAZ ist «zrugg dihei»

Tour-Abschluss in Wetzikon

Arber Rama alias EAZ ist zurück in seiner Heimatstadt – und beendet seine Juicy-Tour im Scala Wetzikon.

Er sitzt mit seinen Jungs im Backstage-Raum, auf dem Tisch steht eine Flasche Grey Goose Vodka. Seine Mütze sitzt schräg auf seinem Kopf – eines seiner Markenzeichen. Arber Rama, besser bekannt unter dem Künstlernamen EAZ, strahlt mit seinem eisblauen Trainingsanzug um die Wette. Er freut sich auf den letzten Auftritt seiner Tour, die er absichtlich in Wetzikon, seiner Heimatstadt, beendet. «Meine Familie kommt, alle meine Freunde von früher. Ich freue mich, all die alten Gesichter zu sehen», sagt der 30-Jährige. «Hier bin ich nicht EAZ, hier bin ich der Arber. Es ist wie nach Hause kommen. Ich bin zrugg dihei.»

Er scheint es zu haben, das Rezept für den Erfolg. Seit Jahren startet der Rapper durch, geht mit Hits wie «Leila» oder «Juicy» durch die Decke, landete mehrere Nummer-1-Hits, hat ein Lied mit Snoop Dogg aufgenommen, ist gerade in seiner eigenen SRF-Serie zu sehen, war bei «Sing meinen Song». Der authentische Wetziker ist aus der Schweizer Rapszene nicht mehr wegzudenken – und er ist weit über den Punkt hinaus, mit seiner Musik nur Geld zu verdienen.

Einmal Wetzikon, immer Wetzikon

«Mir war es sehr wichtig, meine Tour hier in Wetzikon zu beenden. Wir haben hier früher in den Schulhäusern und am Bahnhof Kempten gechillt», erzählt der Rapper. Es ist seine «Hometown», auch wenn er jetzt im Aargau wohnt. Einmal Wetzikon, immer Wetzikon – so sagt er. «Das hätte mir Zürich nicht geben können, dieses Gefühl, nach Hause zu kommen.» Er freut sich sichtlich auf seine letzte Show – und blickt auf eine gelungene erste Tour zurück.

Überraschenderweise sei diese wirklich gut verlaufen – überraschend, weil er erst sehr spät Werbung dafür gemacht habe, aber letztlich so gut wie jede Station ausverkauft war. «Es war eine crazy geile Tour – ich würde nie mehr etwas anderes machen wollen. 2024 geht es weiter.» Auch überraschend war, wie viele unterschiedliche Fans er habe – nicht nur Jugendliche und junge Erwachsene. «Da waren Familien mit Kindern, ältere Menschen, sogar über 60-Jährige», staunt der Rapper. Ob er nun wohl auch ein älteres Klientel wegen seiner Teilnahme bei «Sing meinen Song» ansprechen würde, glaubt er schon. Nichtsdestotrotz, Fans sind Fans, und er freue sich, wenn seine Musik allen Spass macht.

EAZ beendet seine erste Tour in Wetzikon im Scala.
Arber Rama alias EAZ freut sich auf seinen letzten Auftritt der Juicy-Tour – in seiner Heimatstadt Wetzikon.

Ob etwas Besonderes passiert sei auf der Tour? Besonders sei eher, dass nichts passiert ist – nach guter Manier und bestem Gewissen habe EAZ die ganze Tour nämlich komplett nüchtern gespielt. «Kein Tropfen Alkohol, kein Zug an einem Joint», erzählt er. Heute Abend, in seiner Hometown, dürfte das eventuell noch etwas schwieriger werden. Seine Freundin sei nicht da, dafür aber viele seiner Jungs, die letzte Show, und das auch noch in Wetzikon – das mache die Sache etwas schwieriger, erzählt er lachend. Ob er danach noch feiert, lässt er sich offen.

Besonders überrascht hätten ihn seine Shows in Wil, St. Gallen und in Zürich – die Energie sei einfach «crazy» gewesen. Es sei schön zu sehen, wie viele Leute mitfeiern, und vor allem mitsingen: «Es war unglaublich, wie die alle meine Texte können», staunt der Rapper.

Bulletproof – EAZ signed Nachwuchstalente

Bei einer nächsten Tour würde er mehr Wert aufs Proben legen. Er habe für die Juicy-Tour keine Sekunde geprobt, dafür habe einfach die Zeit gefehlt. Und er wolle nie allein auf die Bühne, sondern immer mit seiner Crew. Stolz stellt er sein eigenes Musiklabel vor: Bulletproof Music. «Wir haben mehrere Künstler mit ins Boot geholt, nächstes Jahr wird super!», erzählt er strahlend. Und zwar nicht nur Rapper, sondern Künstler im Allgemeinen. So beispielsweise auch Maler – Hauptsache, jemand hat Talent.

Fans dürfen sich also auf ein 2024 freuen, in dem EAZ noch mehr durchstartet: Das Label soll wachsen, sicher fünf bis sechs neue Künstler werden gesigned. «Die Schweiz muss sich warm anziehen!», sagt er. Auch eine weitere Tour sei geplant. Und vielleicht gibt es auch irgendwann einen EAZ Junior, das würde er sich wünschen. Vom Strassenrap über das eigene Label zum Familienpapa; Arber Rama ist so wandelbar und dynamisch wie seine Musik.

Ein gebührender Tour-Schluss – straight outta Kempten

Nach 15 Minuten Interview muss der Rapper schon weiter – ab zum Soundcheck. Vor wenigen Sekunden war er noch zu scherzen aufgelegt, jetzt ist er konzentriert in seinem Element. Es muss alles sitzen. Nach dem Soundcheck gibt es noch das Abendessen, und dann öffnen sich um 19 Uhr bereits die Türen – die ersten Fans strömen ins Scala in Kempten.

«Wir sind über eine Stunde angereist, weil wir seine Musik einfach feiern», erzählen Samira und Nathalie aus Schaffhausen. Die Stimmung ist super, die Vorfreude gross. «Ich bin hier aufgewachsen, war mit Arber im selben Schulhaus. Seit Anfang an unterstütze ich ihn, und besonders bei einem Heimspiel in Wetzikon ist der Support selbstverständlich», sagt Vince aus Wetzikon. «Wir freuen uns, let’s go!»

Der Saal füllt sich, die Spannung steigt – mit etwas Verspätung startet die Show mit einem Krach, Rapper Mephisto legt vor. Für den Auftritt hat die Crew extra die Wetziker Fahne aus dem Stadthaus besorgt. Neben einer ganzen Schar an jungen Männern tummelt sich auf der Bühne auch ein weiteres bekanntes Gesicht: Fabrizio Behrens, der aktuelle Bachelor. Auch er macht Musik, Arber kennt ihn seit Jugendtagen.

Und dann kommt er endlich auf die Bühne, die Menge kreischt und jubelt: EAZ im Gucci-Shirt, und wieder, natürlich, mit schräger Cap. Was er versprochen hat, wird er an diesem Abend halten: Er heizt den Raum auf, rappt, was das Zeug hält, und bietet seiner Heimatstadt alles, was er in petto hat.

Es wird gesungen, gerappt getanzt – die Menge ist sichtlich begeistert, und er ebenso. Eine Zugabe lässt sich der Rapper nicht entgehen. Glitzerkonfetti fliegt durch die Luft. Und dann ist sie vorbei, seine letzte Show, seine erste Tour. «Es war der Wahnsinn», sagt er nach dem Auftritt. «Was für ein Tour-Ende. Wetzikon, ihr seid so geil!», ruft er adrenalingeladen in die Menge. Jetzt wird aber erstmal ausgelassen gefeiert, das Tour-Ende zelebriert – mit Freunden und Familie. Und dann geht es für den Rapper erstmal in die Ferien, nach Los Angeles und Las Vegas.

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