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9. Rang in Australien

Punkte und Luft nach oben – was beim Audi-Debüt auffiel

Der Hinwiler Rennstall hat den ersten GP als Audi-Werksteam hinter sich. So verlief das Debüt.

Starker Auftakt: Gabriel Bortoleto punktet im ersten Rennen des Audi-Werksteams.

Foto: Audi Revolut F1 Team

Punkte und Luft nach oben – was beim Audi-Debüt auffiel

Der Hinwiler Rennstall hat den ersten GP als Audi-Werksteam hinter sich. So verlief das Debüt in Melbourne.

Das Resultat: Ganz nah an Rang 8

9. Rang für Gabriel Bortoleto, zwei Punkte für das neue Audi-Werksteam: Was der ehemalige Sauber-Rennstall aus Hinwil in Australien zeigte, ist bemerkenswert. Schon das Qualifying am Samstag zeigte mit Rang 10 für Bortoleto und 11 für Nico Hülkenberg, welches Potenzial schon im Team steckt. Und Bortoleto war dann im Rennen sogar sehr nahe am 8. Rang dran. Keine Sekunde fehlte dem Brasilianer auf den Debütanten Arvid Lindblad im Racing Bulls. Am Ende stand auch der überrundete Franco Colapinto dem jungen Audi-Piloten zeitweise im Weg – die Pace für eine bessere Klassierung als Rang 9 hätte er gehabt.

Während Hülkenberg mit einem technischen Problem gar nicht erst aus der Box kam, verlief Bortoletos Rennen ohne Zwischenfälle und Rückschläge. Und es erwies sich als taktisch kluger Kniff, während einer virtuellen Safety-Car-Phase noch einmal die Box anzusteuern und damit auf eine Zwei-Stopp-Strategie zu setzen. Wenig später schoss Bortoleto an Pierre Gasly im Alpine und Esteban Ocon im Haas vorbei und schloss die Lücke von rund 12 Sekunden zu Lindblad innert 12 Runden. Hätte das Rennen noch zwei, drei Runden länger gedauert, wäre Bortoleto wohl Achter geworden.

Die Einordnung: Im Mittelfeld sehr gut dabei

«Du hast Geschichte geschrieben, das ist ein fantastisches Resultat», funkte Teamchef Jonathan Wheatley. Und ergänzte: «Danke Neuburg, danke Hinwil, danke Bicester.» Denn auch wenn Audi auf dem ehemaligen Sauber-Team basiert: In einem Rennstall mit nicht mehr nur einem, sondern gleich drei Standorten, muss sich die Zusammenarbeit zuerst einspielen. Und das scheint Audi mit der Motorenfabrik in Deutschland, der Basis in Hinwil und der Ingenieurs-Dependance in England bereits gut zu gelingen.

Und was wichtig ist: Bortoleto profitierte nicht in übermässigem Ausmass von Ausfällen der Konkurrenz. Einzig Isack Hadjar im Red Bull (Out mit technischem Problem) und Oscar Piastri im McLaren (Unfall auf dem Weg in die Startaufstellung) wären im Normalfall wohl vor ihm klassiert gewesen. Aston Martin, Cadillac, Williams und Alpine liess Audi hinter sich, Racing Bulls beinahe auch. Deutlich besser sind eigentlich nur die bisherigen Topteams Mercedes (das einen Doppelsieg mit George Russell und Kimi Antonelli feierte), Ferrari (das mit Charles Leclerc den dritten Podestplatz belegte), McLaren und Red Bull.

Die Zuverlässigkeit: Luft nach oben

Grösster Negativpunkt beim Audi-Debüt: die Zuverlässigkeit. Nico Hülkenberg hatte ein technisches Problem auf dem Weg zur Startaufstellung und konnte deshalb gar nicht erst ins Renngeschehen eingreifen – warum, das wusste das Team kurz nach dem Rennen nicht. «Wir haben einen Verdacht», sagte Teamchef Wheatley, «aber wir haben keine Telemetriedaten des Autos mehr, die Verbindung brach ab.»

Und am Samstag qualifizierte sich Bortoleto für den dritten Teil des Qualifyings, konnte in der Ausmarchung um die Positionen innerhalb der Top Ten aber gar nicht mehr antreten – sein Auto war auf dem Rückweg nach dem zweiten Teil des Qualifyings in der Boxeneinfahrt stehen geblieben. Ob mehr dringelegen wäre als der zehnte Startplatz, bleibt deshalb offen – vielleicht wird es das Rennen in China in einer Woche zeigen.

Immerhin: Im Rennen zickte die Technik bei Bortoleto nicht mehr. Und dass nach einem Reglementswechsel noch nicht alles so funktioniert wie geplant, damit ist Audi nicht allein. Fünf von elf Teams brachten nicht beide Autos ins Ziel.

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