Nach Testphase
Ein Prozess, der bisher durch langwierige Handarbeit erfolgte, wird in Uster nun definitiv digitalisiert. Die finale Entscheidung liegt jedoch immer noch beim Menschen.
Werden Kinder eingeschult, ist das eine aufregende Sache. Nicht nur für die neuen Schülerinnen und Schüler und deren Eltern, auch für die Schule gibt es so einiges zu tun. Viele Dinge müssen geplant und beachtet werden, darunter auch die vom kantonalen Volksschulgesetz festgelegten Kriterien für die Schuleinteilungen.
Verschiedene Faktoren müssen dabei berücksichtigt werden, wie die Länge und Gefährlichkeit des Schulwegs und die ausgewogene Zusammensetzung der Klasse. Letzteres bezieht sich auf die Leistungsfähigkeit der Kinder, die soziale und sprachliche Herkunft sowie auf die Verteilung der Geschlechter.
Die Primarschule Uster hat diesen anspruchsvollen Prozess digitalisiert und führte im vergangenen Schuljahr einen Test durch. Mit der Unterstützung eines Computerprogramms «Isa» soll die Zuteilung effizienter gelöst werden. Ab dem Schuljahr 2025/2026 wird die Digitalisierung in der ganzen Primarschule nun definitiv eingeführt, wie die Stadt Uster in einer Mitteilung schreibt.
«Isa» sei aktuell die einzige Applikation, die den Zuteilungsprozess nicht nur digitalisiert, sondern datengestützte Vorschläge und Auswertungen unter Berücksichtigung von Leistungsfähigkeit und sozialer Herkunft anbietet. Es handle sich dabei auch nicht um künstliche Intelligenz. Das stellt der Stadtrat in einer Antwort auf eine Anfrage von Daniel Schnyder (SVP), Isabel Eigenmann (Die Mitte) und Marc Thalmann (FDP) klar.
Ausserdem erklärt der Stadtrat weiter, dass für das Projekt im 2022 einmalige Kosten von 53 850 Franken bewilligt wurden. Hinzu kommen jährlich wiederkehrende Kosten von 10 000 Franken für Lizenzgebühren und Support.
Anonyme Angaben
Vorrang bei der digitalen Zuteilung haben der zumutbare Schulweg und die Auslastung der Schulhäuser. Erst wenn diese Kriterien erfüllt sind, berücksichtigt das Programm beim verbleibenden Spielraum die soziale Durchmischung. Das soll die Chancengerechtigkeit für die Kinder erhöhen.
Der Computer nutzt anonymisierte Angaben der Schülerinnen und Schüler. Er arbeitet mit Kriterien wie der Kenntnis der Unterrichtssprache, der Leistungsfähigkeit, des Geschlechts und Einkommensstärke des Kleinquartiers, in dem die Familie wohnt. Nach der Kombination aller Daten macht das Programm einen Zuteilungsvorschlag.
Einsprache möglich
Ganz ohne Menschen funktioniert der Prozess aber nicht. Denn zum Abschluss überprüfen die Gesamtschulleitung, Schulverwaltung und Schulleitungen den elektronischen Zuteilungsvorschlag für jede Schülerin und jeden Schüler und passen ihn gegebenenfalls an.
Sind die Eltern mit einem Zuteilungsvorschlag nicht einverstanden, können sie wie bisher eine Einsprache erheben. In diesem Fall überprüft die Primarschulpflege den Entscheid. Auch haben Eltern die Möglichkeit auf Anfrage bei der Primarschulverwaltung, das Computerprogramm und seine Arbeitsweise näher kennenlernen.