«Die Niederlage war absehbar» – Jörg Kündig zieht sich aus dem Gossauer Gemeinderat zurück
Er wollte nicht vorzeitig erhobenen Hauptes zurücktreten. Nun muss Jörg Kündig (FDP) sein Gemeindepräsidium unrühmlich abgeben. Das sagen die Konkurrenz und ein Weggefährte.
Was nun in Gossau? Diese Frage drängte sich am Sonntagabend nach den publizierten Wahlergebnissen doch stark auf. Schliesslich gab es eine Kampfwahl, die der weitbekannte Jörg Kündig (FDP) als langjähriger Gemeindepräsident (24 Jahre) und Präsident des Zürcher Gemeindepräsidentenverbands mehr als deutlich verloren hatte. Von einer erdrückenden und angespannten Stimmung im Gemeindehaus war die Rede.
Kündig verpasste nicht nur die Wiederwahl als Gemeindepräsident, sondern wurde auch nur sehr knapp – mit dem schlechtesten Ergebnis aller gewählten Kandidaten – in den Gemeinderat gewählt. Wie weiter für den Mann, der als eines der politischen Schwergewichte im Kanton gilt?
Am Montag ist klar: Auf Gemeindeebene geht es für Kündig nicht weiter. Er bestätigt schriftlich auf Anfrage, dass er die Wahl in den Gemeinderat nicht annehmen werde. Gemeinderäten, die bereits zwei Amtsperioden hinter sich haben oder über 60 Jahre alt sind, steht diese Möglichkeit offen.
Auf alle Fälle bleibt die Wahl für den 65-Jährigen eine herbe Niederlage mit einem gewissen Beigeschmack. Der noch amtende Gemeindepräsident sagt schlicht: «Es ist, wie es ist. Es gilt, das Wahlresultat zu akzeptieren.» Ansonsten hält er sich am Telefon knapp, ein ausführliches Interview möchte er nicht geben.

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