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Wahlen

«Das Misstrauen in der Bevölkerung ist noch immer spürbar»

Bubikon bekommt einen neuen Gemeindepräsidenten. Es kandidieren Thomas Illi (EVP) und Hans-Christian Angele (FDP). Beide sind bereits im Gemeinderat, 64-jährig, soeben Grossvater geworden und in Horgen aufgewachsen. Tatsächlich sind die beiden aber sehr unterschiedlich. Ein Streitgespräch.

Hans-Christian Angele: Sie kamen 2021 in einer Ersatzwahl in den Gemeinderat und wollten frischen Wind ins Gremium bringen. Ist Ihnen das gelungen?
Angele: Ich denke schon. In den letzten Jahren war die Gemeinde vor allem mit internen Problemen beschäftigt und es blieb einiges auf der Strecke. Die Gemeinde hat sich kaum entwickelt in dieser Zeit. Immerhin konnten wir nun die Revision der Bau- und Zonenordnung und die Aktualisierung der Energieplanung starten. Das sind wichtige Projekte, um der Gemeinde Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Thomas Illi: Sie können bereits auf eine vollständige Legislatur als Finanzvorstand zurückblicken. Ihre Bilanz?

Illi: Es ist uns sicher gelungen in den letzten Jahren, die Finanzen zu stabilisieren, nach schlimmen Jahren mit Millionenverlusten. In den vergangenen vier Jahren konnten wir aber jedes Mal einen positiven Abschluss präsentieren. Wir haben massiv Schulden abgebaut. Aber es kommen auch wieder grosse Investitionen auf uns zu.

Erneut unruhige vier Jahre
Bubikon kommt einfach nicht zur Ruhe. Auch in den letzten vier Jahren gab es erneut Konflikte mit dem Gemeindeschreiber und zu vielen Personalwechseln in der Verwaltung. Ehemalige Mitarbeiter und die Parteipräsidenten erhoben Vorwürfe. In der Folge trennte man sich vom Gemeindeschreiber. Zwar hat der Bezirksrat seine Untersuchung eingestellt, aber im Gemeinderat spürt man die Unzufriedenheit und das Misstrauen aus der Bevölkerung noch immer. Dies bestätigen auch die beiden Kandidaten für die Nachfolge von Präsidentin Andrea Keller (parteilos).

Die positiven Abschlüsse sind aber vor allem dank einer ordentlichen Steuererhöhung und rigiden Sparmassnahmen zustande gekommen.
Illi: Ja, aber Bubikon kann leider kein Steuerparadies sein. Aber wir mussten im ersten Corona-Sommer tatsächlich ein massives Sparprogramm lancieren. Nun müssen wir verhindern, dass wir in einen Investitionsstau geraten.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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