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In Rüti werden die Karten neu verteilt

Vor vier Jahren konnte der Gemeinderat noch still bestimmt werden, nun muss Rüti seine neue Exekutive fast komplett ersetzen. Die Mitte will dabei die Führung übernehmen.

In Rüti werden die Karten neu verteilt

Rüti befindet sich politisch in einem Umbruch. Mit der Einführung der Einheitsgemeinde vom 1. Januar 2022 wurde die Exekutive neu organisiert: Der Gemeinderat wird auf acht Sitze verkleinert, neu wird dafür zusätzlich der Schulpräsident Einsitz im Gremium nehmen.

Offensichtlich sind die Verantwortlichen der Meinung, dass die Transformation mit neuem Personal in Angriff genommen werden soll. Noch vor vier Jahren konnte der gesamte Gemeinderat in stiller Wahl bestimmt werden, nun treten gleich sechs Mitglieder ab.

Darunter befinden sich mit dem Gemeindepräsidenten Peter Luginbühl (FDP, Gemeinderat seit 2006) und Carmen Müller Fehlmann (SP, seit 2002) zwei Figuren, die die lokale Politik geprägt haben. Zuletzt hatte Müller Fehlmann ihren Kollegen als 1. Vizepräsidentin während dessen krankheitsbedingter Abwesenheit vertreten.

Sieben Neue aus fünf Parteien

Nun aber werden die Karten im Gemeinderat neu verteilt. Neben den drei Bisherigen Peter Weidinger (Die Mitte), Claudia Lehmann (SP) und Thomas Stauber (SVP) hat eine illustre Schar von total sieben Kandidatinnen und Kandidaten jeglicher politischer Couleur ihr Interesse angemeldet.

Die SP und die SVP verzichten auf die Verteidigung ihrer zweiten Sitze und treten nur noch mit den beiden Bisherigen Claudia Lehmann (SP) und Thomas Stauber (SVP) an. Auch die anderen Parteien – mit einer Ausnahme – schicken eine Person ins Rennen: Bei der EVP ist es Carola Arn, bei der FDP Beatrix Dubler, bei der GLP Bruno Rüegg und bei den Grünen Seraina Steinlin. Als Parteiloser versucht sich zudem Stefan Stock.

Richtig in die Offensive geht dagegen Die Mitte, die in ihrer Hochburg Rüti wieder die Führungsrolle anstrebt. Neben dem dienstältesten Bisherigen Peter Weidinger (seit 2010) hat sie mit Roger Hess und der Kantonsrätin und kantonalen Partei-Vize-Präsidentin Yvonne Bürgin gleich zwei neue Kandidaten aufgestellt. Bürgin ist zudem die einzige Rütnerin, die sich für das Gemeindepräsidium bewirbt.

Ein neuer Schulpräsident

Stephan Müller dürfte als Schulpräsident den Gemeinderat vervollständigen; er stellt sich als einziger für dieses Amt zur Verfügung. Der FDP-Mann würde damit die Nachfolge von Stephan Inauen (SP) antreten, der nach 16 Jahren aus der Schulpflege zurücktritt. Für das von elf auf neun Köpfe reduzierte Gremium bewerben sich zehn Kandidatinnen und Kandidaten, davon sechs Bisherige.

Schlägt das Pendel nach rechts zurück?

Bei der Wahl der Sozialbehörde als auch der Rechnungsprüfungskommission (RPK) hatten die Bürgerlichen vor vier Jahren Niederlagen einstecken müssen: Je ein bisheriger SVP-Vertreter wurde damals abgewählt. Überdies war das Präsidium der RPK in die Hände der SP gefallen.

Nun bietet sich eine Chance zur Korrektur. Für die RPK, die neu Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission (GRPK) heisst und ebenfalls nur noch neun statt elf Mitglieder zählt, wird der 2018 siegreiche SP-Kandidat Leo Keller nicht mehr fürs Präsidium kandidieren. Auf sein Amt aspiriert einzig der FDP-Vertreter Andreas Hohl.

Im Kreis der total zwölf Kandidierenden, von denen freilich nur ein Drittel Bisherige sind, befinden sich insgesamt drei FDP- und zwei SVP-Kandidaten. In der Sozialbehörde, in der sechs Interessierte um fünf Plätze buhlen, möchte Peter Schibler für die SVP den 2018 verlorenen Sitz zurückholen. Allerdings schielt mit Cristina Strauss (Grüne) eine Frau aus dem linken Spektrum auf den Posten.

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