Dreikampf ums Maurmer Präsidium
Es sind beeindruckende Zahlen: Seit 24 Jahren sitzt Roland Humm (SVP) bereits im Gemeinderat, die letzten acht als Gemeindepräsident. Genug, wie einige seiner Gremiumskollegen finden.
Die «bürgerliche Allianz», die noch vor vier Jahren erfolgreich gewesen ist, gibt es nicht mehr. Stattdessen kommt es zu einer Kampfwahl. Mit Yves Keller (FDP) und Urs Rechsteiner (Mitte) versuchen gleich zwei Gemeinderatskollegen, dem Urgestein das Amt streitig zu machen.
Auch im Gemeinderat gibt es ein Gerangel. Um die sechs Gemeinderatssitze bewerben sich nicht weniger als neun Kandidaten. Klar ist einzig, dass die Linke nicht mehr in der Exekutive vertreten sein wird: Die lokale SP konnte für den abtretenden Felix Senn keinen Ersatzkandidaten finden.
Von den Bisherigen stellt sich neben den drei genannten Kandidaten fürs Gemeindepräsidium auch noch Catherine Gerwig (SVP) zur Wiederwahl. Dazu versuchen neu Lothar Raif und Alexander Lenzlinger (beide FDP), Rafael Wohlgemuth (SVP), Thomas Hügli (GLP) sowie die aktuelle Schulpflegerin Claudia Bodmer-Furrer (Mitte) ihr Glück.
Ernüchterung in der Schulpflege
Letztere verlässt auch das Kollegium, das vor vier Jahren wegen Querelen die Wahlkampfagenda dominiert und schliesslich eine eigentliche Totalerneuerung erfahren hatte: Von den sieben Sitzen in der Schulpflege wurden in einer grossen Kampfwahl fünf neu besetzt – darunter auch das Präsidium.
Wie die jüngsten Schlagzeilen aus der Gemeinde zeigen, haben sich die Probleme im Bildungsbereich deswegen nicht in Luft aufgelöst. Vor diesem Hintergrund scheint in der Schulpflege Ernüchterung eingekehrt zu sein: Von den sieben Mitgliedern treten mit Martin Binzegger (SVP) und Rob Labruyère (parteilos) nur zwei Bisherige noch einmal an. Letzterer kandidiert als einziger fürs Präsidium.
Derweilen haben sich sechs neue Kandidaten in Stellung gebracht, um die Vakanzen zu füllen. Es handelt sich dabei um Ivo Abrach (GLP), Philipp Baranovic (SVP), Rico Vontobel (SVP), Roland Bischofberger (FDP), Jörn Koch (FDP) und Benjamin Goldschmidt (SP). Womit auch klar ist, dass die Maurmer Schulpflege in den kommenden vier Jahren ein reiner Männerzirkel sein wird.
Sogar in der Kirche wird einer unterliegen
Auch in allen anderen Behörden kommt es zu Kampfwahlen. So gibt es für die fünfköpfige Rechnungsprüfungskommission (RPK) sieben Kandidaten. Den drei Bisherigen Pascal Scacchi (SVP), Daniel Weber (SVP) und Karin Stamm (FDP) stellen sich René Gonthier (FDP), Andreas Mosimann (FDP), Dirk Lohmann (GLP) und Bruno Sauter (parteilos) entgegen. Immerhin möchte niemand dem bisherigen Präsidenten Scacchi sein Amt streitig machen.
Um die vier Sitze in der Sozialbehörde duellieren sich die beiden aktuellen Mitglieder Kaija Niehus (FDP) und Peter Widmer (SVP) mit Sebastian Bauert (SVP), Sabrina Jud (parteilos) und Barbara Seffinga (GLP). Auch hier wird es also einen Verlierer oder eine Verliererin geben.
Dasselbe Muster zeigt sich bei der evangelisch-reformierten Kirchenpflege. Hier sind es acht Kandidaten für sieben Sitze – wobei fünf Bisherige, darunter der Präsident Karl Walder, erneut antreten. (mmu)
