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Wahlen

197 wollen ins Dübendorfer Parlament

Kommt es im Dübendorfer Parlament am 27. März wieder zu einem Linksrutsch wie vor vier Jahren oder können diesmal die Bürgerlichen punkten? Fest steht: Die meisten Parteien setzen auf bewährte Kräfte.

Hier im Pfarreizentrum Leepünt wird das Parlament im ersten Amtsjahr tagen, der Mietvertrag läuft bis im im Sommer 2023.

Thomas Bacher

197 wollen ins Dübendorfer Parlament

Die Dübendorfer Politik steht in den Startlöchern für die Erneuerungswahl in den Gemeinderat am 27. März: Acht Parteien und eine «Bürgerrechtsbewegung» treten an. Mit der Liste 1 geht die SVP ins Rennen. Sie konnte 2018 trotz leichten Verlusten ihre zwölf Sitze behalten und blieb damit klar die wählerstärkste Partei.

Bis auf Guido Schwegler, der vor vier Jahren sein Comeback im Gemeinderat gab und nun nicht mehr kandidiert, treten alle Bisherigen wieder an. Angeführt wird die Liste aber von einem Neuen – Stadtratskandidat Daniel Griesser. Es folgen auf den Spitzenplätzen Patrick Walder, Orlando Wyss und Lukas Schanz.

Falls Griesser den Sprung in die Exekutive schafft und die Partei ihren Wähleranteil hält, befindet sich Christian Ingold auf Platz zwölf auf der aussichtsreichsten Position für einen Einzug ins Parlament.

Zobrist will nicht mehr

Das Spitzentrio auf der SP-Liste besteht aus Alexandra Freuler, Ivo Hasler und Susanne Schweizer. Die Sozialdemokraten sind dank ihrem Sitzgewinn 2018 die zweitstärkste Partei in der Dübendorfer Legislative und treten mit fünf Bisherigen an.

Nicht mehr aufstellen lässt sich Theo Zobrist, der im Parlament gerade in bau- und planungsrechtlichen Fragen zusehends isolierter politisierte. Auch Hanna Baumann tritt nicht mehr an.

Damit hätte es Platz für zwei Neue, von denen die umtriebige Kantonsrätin Leandra Columberg und Roland Wüest auf den aussichtsreichsten Positionen sind. Schafft Ivo Hasler die Wahl in den Stadtrat, könnte Christian Gross auf Listenplatz acht zum Zug kommen.

Zwei Sitze verloren

BDP und CVP waren mit je einem Sitzverlust die Verliererinnen der Wahlen 2018. Zur Mitte fusioniert, bedeutet das aktuell sechs Mandate im Gemeinderat. Sämtliche Bisherige treten nochmals an. Auf den Plätzen eins bis drei haben die Spitzenkandidaten Bruno Eggenberger, Patrick Schärli und Marco Lang das Ticket für weitere vier Jahre so gut wie in der Tasche.

Ohne Sitzgewinn für die Partei könnte es für den Bisherigen Benedikt Stockmann knapp werden, denn er liegt auf Platz sieben hinter Neuzugang Rahel Suremann – und damit bei gleichem Wähleranteil nicht mehr in Reichweite für einen Sitz.

FDP-Frauenanteil auf der Kippe

Die GLP/GEU tritt mit dem gleichen Spitzentrio wie schon vor vier Jahren an: Thomas Maier, Stefanie Huber und Valerie Rampone. Nicht mehr im Boot ist Burkhard Huber. Auf Platz sechs und damit aussichtsreichster Kandidat wäre damit Rico Eberle.

Wie die SVP tritt auch die FDP mit ihrem Stadtratskandidaten auf Listenplatz eins an. Hinter Adrian Ineichen (neu) folgen die drei Bisherigen Andreas Sturzenegger, Sandro Bertoluzzo und Stefan Angliker. Ariane Egli tritt nicht mehr an. Schafft es Ineichen in die Exekutive, wäre Albane Selimi auf Platz vier die aussichtsreichste Kandidatin.

Sutter als Wackelkandidatin

Die Grünen konnten 2018 einen Sitz zulegen und gehörten damit neben der SP zu den Wahlsiegern. Mit Oliver Kellner, Julian Croci und Flavia Sutter wollen es alle Bisherigen nochmals wissen. Den prominenten Startplatz 2 hat die Neue Nina Vöhringer bekommen, was Sutter auf Platz 4 zur Wackelkandidatin macht. Für sie spricht, dass sie 2018 mit Abstand die meisten Panaschierstimmen bekam.

Die Ausgangslage für die EDU und die EVP ist gleich wie vor vier Jahren: Die Bisherigen Markus Brechbühl und Tanja Boesch treten noch einmal an.

Impfgegner in der Lokalpolitik

Zum ersten Mal mit dabei ist Aufrecht Dübendorf, ein lokaler Ableger von Aufrecht Schweiz. Die aus Massnahmenkritikern und Impfgegnern bestehende Vereinigung sieht sich als Bürgerrechtsbewegung, nicht als Partei, und lässt sich politisch nicht klar positionieren.

Bei ihrer Gründung Ende November hat die Gruppierung angekündigt, an kantonalen und nationalen Wahlen teilnehmen zu wollen. Dass sie jetzt mit einer eigenen Liste und fünf Kandidaten in der viertgrössten Stadt des Kantons antritt, liegt wohl an Patrick Jetzer, dem Co-Präsidenten von Aufrecht Schweiz, der in Dübendorf wohnt.

Jetzer beteiligte sich bereits vor vier Jahren an den Dübendorfer Gemeindewahlen, damals noch mit der von ihm gegründeten und mittlerweile wieder aufgelösten Ethischen Partei Schweiz (EPS). Die Gruppierung blieb chancenlos.

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