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Der neue Pfäffiker Gemeinderat ist der alte

Der grosse Umsturz im Pfäffiker Gemeinderat ist ausgeblieben. In der Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission hat sich die EVP mit ihrem Kandidaten für das Präsidium durchgesetzt.

Werden vier weitere Jahre gemeinsam politisieren: Die sieben Pfäffiker Gemeinderäte mit Gemeindeschreiber Hanspeter Thoma (li.)., Die Pfäffiker Grünen in Feierlaune: Sozialvorstand Lukas Weiss (rechts) konnte am meisten Stimmen für sich gewinnen. , Gemeindepräsident Marco Hirzel hat «Sympathiestimmen» verloren, wie er selber sagt. , Auch die Pfäffiker EVP hatte Grund zu feiern - Hanspeter Hugentobler 2.v.l., Daniel Sigrist 2.v.r. und Alex Kündig ganz rechts.

zvg

Der neue Pfäffiker Gemeinderat ist der alte

Die beiden Juso-Kandidatinnen hatten keine Chance. Lara Kummer und Anaïs Dolder landen mit 380 beziehungsweise 357 Stimmen auf den hintersten Plätzen im Rennen um den Pfäffiker Gemeinderat. Ein Szenario, auf das sie sich zwar vorbereitet hatten. «Etwas Enttäuschung ist trotzdem dabei», sagt Lara Kummer. «Aber wir sind froh, überhaupt Stimmen erhalten zu haben.»

So tönt es auch von Anaïs Dolder: «Obwohl wir nicht gewählt worden sind, haben wir es doch geschafft, unsere Themen ins Oberland zu tragen. Und wir werden dranbleiben.» Für sie vor allem enttäuschend sei jedoch die tiefe Wahlbeteiligung von 27,24 Prozent.

Grosswetterlage begünstigt Grün

Das behördenübergreifend beste Resultat erzielte Gemeinderat Lukas Weiss (Grüne) mit 1522 Stimmen. Er war erst vor vier Jahren ins Gremium eingezogen. Damals verbuchte er noch das tiefste Resultat aller gewählten Gemeinderäte.

Dass ihn die Pfäffiker Bevölkerung nun stimmenmässig an die Spitze katapultiert hat, freut Weiss natürlich: «Allerdings führe ich dies nicht auf besondere Taten meinerseits zurück.» Er habe sich in den letzten vier Jahren eher im Hintergrund gehalten. Und er habe auch schon «ganz andere» Wahlsonntage erlebt. «Aber durch die politische Grosswetterlage haben wir Grünen nach wie vor Rückenwind.»

Sympathiestimmen neu verteilt

Diese widerspiegelt sich auch im Resultat der SVP-Kandidaten. Gemeindepräsident Marco Hirzel, der 2018 noch am meisten Stimmen erhalten hatte, rutschte mit 1270 Stimmen hinter Lukas Weiss, Alex Kündig (EVP, 1509 Stimmen), und Lukas Steudler (FDP, 1345 Stimmen).

«Würde ich als Parteiloser in Pfäffikon antreten, könnte ich wohl mehr Stimmen erreichen.»
Marco Hirzel (SVP), Gemeindepräsident

«Vor vier Jahren hatte ich noch mehr Sympathiestimmen, da ich noch nicht so lange dabei war», sagt Hirzel. Diese habe er nun wohl mit Lukas Weiss getauscht. Sein aktuelles Resultat sei klar eine Parteienwahl. «Würde ich als Parteiloser in Pfäffikon antreten, könnte ich wohl mehr Stimmen erreichen. Aber das ist nicht meine Art. Ich bin SVPler.»

Ebenfalls im Amt bestätigt wurden Stefan Gubler (FDP, 1247 Stimmen) und Rajka Frei (SVP, 1139 Stimmen). Schulpflegepräsident Hanspeter Hugentobler (EVP) gehört mit 1518 Stimmen zu den Spitzenreitern und bleibt als siebter Bisheriger von Amtes wegen im Gemeinderat.

FDP verliert RGPK-Präsidium

In der Schulpflege scheidet die bisherige Katharina von Büren (parteilos) als überzählig aus. Mit Reha Özkarakas kann die SP in der Behörde wieder Fuss fassen und neu im Gremium mit dabei ist auch Guido Santner (Grüne). Die Bisherigen Elisabeth Weidmann (EVP), Nicole Keller (FDP), Andrea Di Biase (FDP) und Roger Klos (SVP) komplettieren die Schulpflege.

«Wir sind ziemlich abgestraft worden.»
Roland Buri, Präsident SVP Pfäffikon

Bei der Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission traten mit Daniel Sigrist (EVP) und Hansjörg Honegger (SP) nur zwei Bisherige wieder zur Wahl an und erreichten entsprechend auch die besten Wahlresultate. Sigrist entschied zudem den Zweikampf um das Präsidium mit rund doppelt so vielen Stimmen wie sein Gegenkandidat Walter-José Hollenstein (FDP, neu) für sich. Damit konnte die FDP das bisher von Hans-Jürg Schneider besetzte Präsidium nicht verteidigen.

Ernüchterte SVP

In fast allen Behörden zeigt sich ein ähnliches Bild wie im Gemeinderat: Die SVP-Kandidaten landen auf den hintersten Plätzen und scheiden zum Teil als überzählig aus. Objektiv betrachtet sei die Situation nicht viel schlimmer als vor vier Jahren, sagt Gemeindepräsident Hirzel. «Aber dass wir sogar Sitze verlieren, ist tragisch.»

So ist die SVP in der Werkkommission gar nicht mehr vertreten und in der Sozialbehörde nur noch mit einem statt zwei Mitgliedern. «Wir sind ziemlich abgestraft worden», sagt Ortspräsident Roland Buri enttäuscht. In den letzten Jahren sei der Gegenwind durch Rot/Grün immer mehr zu spüren gewesen. «Nun sind wir froh, dass wir die Sitze im Gemeinderat mit dem Gemeindepräsidenten halten konnten.»

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gewählt 1522 Kündig Alex (bisher) gewählt 1509 Steudler Lukas (bisher) gewählt 1345 Hirzel Marco (bisher) gewählt 1270 Gubler Stefan (bisher) gewählt 1247 Frei Rajka (bisher) gewählt 1139 380 357
KandidatParteiWahl-StatusStimmen
Weiss Lukas (bisher) Grüne
EVP FDP SVP FDP SVP
Kummer Lara (neu) Juso nicht gewählt
Dolder Anaïs (neu) Juso nicht gewählt

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