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Illnau-Effretikon vertraut auf die Zentrumskräfte

Die SP verliert, die Mitte gewinnt und die SVP bleibt einmal mehr aussen vor. Der Stadtrat von Illnau-Effretikon rückt politisch zusammen.

Foto: Mano Reichling

Illnau-Effretikon vertraut auf die Zentrumskräfte

Es scheint, als hätte die Stimmbevölkerung von Illnau-Effretikon Gefallen an einer Exekutive ohne die SVP gefunden. Zum zweiten Mal in Folge musste die stärkste Parlamentspartei bei Stadtratswahlen eine herbe Niederlage einstecken.

Vor vier Jahren waren ihre zwei bisherigen Vertreter im Rahmen der Verkleinerung des Gremiums auf sieben Sitze ausgeschieden, dieses Mal fielen die beiden Parlamentarier Daniel Huber und René Truninger beim Versuch, die Scharte auszuwetzen, durch.

Das Duo musste mit 1474 (Huber) und 1346Stimmen (Truninger) ganz hintenanstehen und konnte einzig den Aussenseiter Heiri von Bassewitz (425 Stimmen) hinter sich lassen. Die Stimmbeteiligung lag bei 36,17 Prozent, das absolute Mehr bei 1444 Stimmen.

Illnau-Effretikon sucht Halt in der Mitte

27.03.2022

Kommentar

Die Wählerinnen und Wähler von Illnau-Effretikon haben wenig Lust auf Experimente. Beitrag in Merkliste speichern An den Kandidaten, so findet danach ein «sehr enttäuschter» und auch etwas ratlos wirkender Daniel Huber, habe es nicht gelegen. Eher spreche «die politische Grosswetterlage» derzeit nicht für die SVP. Und: «Nun müssen wir uns zusammensetzen und die ganze Sache in der Partei aufarbeiten.»

Die SP verliert einen Sitz

Doch auch auf der anderen Seite des politischen Spektrums gab es lange Gesichter. So wurde zwar Gesundheitsvorsteher Samuel Wüst (SP) mit 2255 Stimmen diskussionslos wiedergewählt.

Gleichzeitig konnte die SP nur einen ihrer beiden vakant werdenden Sitze von Stadtpräsident Ueli Müller und Sicherheitsvorsteherin Salome Wyss verteidigen. Die Fraktionschefin Brigitte Röösli schaffte mit 1683 Stimmen den Einzug in den Stadtrat knapp, Maxim Morskoi verpasste dagegen die Wahl mit 1586 Stimmen.

Gewählt worden ist stattdessen die Mitte-Kandidatin Rosmarie Quadranti. Und dies mit 1828 Stimmen – dem besten Resultat aller neuen Kandidierenden. Die 64-Jährige war quasi quer in das Rennen eingestiegen, da sie erst kürzlich nach Illnau gezogen ist. Die langjährige BDP-Nationalrätin (2011 bis 2019) hat aber einen sehr hohen Bekanntheitsgrad mitgebracht.

Ausserdem ist ihr die Konstellation entgegengekommen: Ihr Leistungsausweis als Präsidentin der Schulbehörde des benachbarten Volketswil (2000 bis 2018) dürfte angesichts der Tatsache, dass Erika Klossner (FDP) das Schulpräsidium nach 20 Jahren niederlegt, erheblich zu ihrem guten Resultat beigetragen haben.

«Mit meiner Vergangenheit liebäugle ich natürlich immer mit der Bildung, aber es gilt das Anciennitätsprinzip zu respektieren», sagt Rosmarie Quadranti. «Vor allem freue ich mich, in der Exekutive zu sein. »

FDP neu stärkste Kraft

Ebenfalls neu in den Stadtrat gewählt worden ist Michael Käppeli. Der FDP-Parlamentarier konnte den dritten Sitz für seine Partei mit 1706 Stimmen halten. Er komplettiert damit die erfolgreiche Stadtrats-Kampagne der Liberalen, deren bisherige Vertreter Philipp Wespi (Finanzen) mit 2550 und Marco Nuzzi (Hochbau) mit 2318 Stimmen wiedergewählt wurden – die besten Resultate aller Kandidierenden.

Kleine Verschiebungen – oder ein grosser Trend?

27.03.2022

Erstarkte Mitte in Illnau-Effretikon

SP und SVP verlieren, Mitte und GLP gewinnen: Die Reaktionen auf die Sitzverschiebungen im Stadtp href=”/flag/flag/np8_favorites/3291829?destination=batch&token=qirAEt2EbCdlASe100FG7R5y26dRAtQknLhVCKjcOp4″ title=”” class=”no-tts use-ajax flag flag-np8_favorites flag-np8_favorites-3291829 action-flag”>Beitrag in Merkliste speichern Generell fällt auf, dass die Bürgerinnen und Bürger mit der Arbeit der Bisherigen zufrieden waren. Neben Wüst, Wespi und Nuzzi wurde auch der GLP-Stadtrat Erik Schmausser mit 2194 Stimmen wiedergewählt.

Eine Niederlage gab es für die FDP, die neu zur stärksten Partei in der Exekutive aufgestiegen ist, dennoch: Im Rennen um das Stadtpräsidium hat der SP-Stadtrat Samuel Wüst nach dem Wahlsonntag die Nase vorn. Wüst konnte 1418 Stimmen auf sich vereinigen, sein Kontrahent Nuzzi dagegen nur 1185.

Da beide das absolute Mehr von 1688 Stimmen verpassten, werden sie sich in einem zweiten Wahlgang am 15. Mai noch einmal duellieren. Der abgeschlagene SVP-Kandidat René Truninger (624 Stimmen) ist durch seine Nichtwahl in den Stadtrat dagegen ausgeschieden.

Samuel Wüst, der dieses Rennen aus der Poleposition starten wird, freut sich über ein «Super-Resultat», zeigt sich aber angesichts der Ausgangssage auch pragmatisch: «Um die drei Kandidaturen wissend, habe ich damit gerechnet, dass wir in einen zweiten Wahlgang gehen werden.»

Der Souverän will kein Zeichen setzen

27.03.2022

Kirchenpflege Illnau-Effretikon

Patrick Stark wird in Illnau-Effretikon als Präsident der evangelisch-reformierten Kirchenpflege Beitrag in Merkliste speichern >Stadtpräsidium

1418 1185 624
KandidatParteiWahl-StatusStimmen
Wüst Samuel (neu) SP abs. Mehr verpasst, nicht gewählt
Nuzzi Marco (neu) FDP abs. Mehr verpasst, nicht gewählt
Truninger René (neu) SVP nicht gewählt

Stadtrat

gewählt 2550 Nuzzi Marco (bisher) gewählt 2318 Wüst Samuel (bisher) gewählt 2255 Schmausser Erik (bisher) gewählt 2194 Quadranti Rosmarie (neu) gewählt 1828 Käppeli Michael (neu) gewählt 1706 Röösli Brigitte (neu) gewählt 1683 1586 1474 1346 425
KandidatParteiWahl-StatusStimmen
Wespi Philipp (bisher) FDP
FDP SP GLP Die Mitte FDP SP
Morskoi Maxim (neu) SP überzählig
Huber Daniel (neu) SVP überzählig
Truninger René (neu) SVP nicht gewählt
von Bassewitz Heinrich (Heiri) (neu) HRP nicht gewählt

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