Weisslinger ebnen Weg für die Sanierung des Hallenbads
Deutliches Ergebnis
Eine erste Hürde ist genommen. Die Stimmberechtigten von Weisslingen sprechen sich in einer Grundsatzabstimmung mit knapp 78 Prozent für den Erhalt des Hallenbads im Dorf aus.
Will sich Weisslingen ein neues Hallenbad leisten? Mit dieser Grundsatzfrage wandte sich der Gemeinderat am Sonntag an die Stimmbevölkerung. Die Antwort der Weisslingerinnen und Weisslinger ist eindeutig: Mit 77,9 Prozent Ja-Stimmen sprechen sie sich für eine Sanierung des Hallenbads aus. Dies entspricht 1203 Ja- zu 341 Nein-Stimmen. Die Stimmbeteiligung liegt bei hohen 63,5 Prozent.
Der Gemeinderat hatte den unkonventionellen Weg einer Grundsatzabstimmung gewählt, um eine erste Meinung der Bevölkerung abzuholen, ohne bereits hohe Kosten auszulösen. Denn das Geld ist in Weisslingen knapp.
Im Vorfeld der Abstimmung hatte der Gemeinderat den Stimmberechtigten klargemacht, dass die Sanierung des 50-jährigen Hallenbads aus finanzieller Sicht eine grosse Herausforderung für die Gemeinde ist. Obwohl noch keine Details vorliegen, rechnet die Gemeinde gemäss aktuellen Berechnungen mit Kosten in Höhe von 6,74 Millionen Franken.
Die Investition entspricht laut Finanzvorsteher Roland Bischofberger (WF) dem 2,7-fachen des jährlichen Investitionsbudgets. Mittelfristig ist deshalb eine Erhöhung des Steuerfusses nicht ausgeschlossen.
Kaum Hallenbäder verfügbar
An einer Informationsveranstaltung im Mai hatte die Bevölkerung intensiv über die Notwendigkeit der Sanierung und die möglichen Konsequenzen bei einem Verzicht diskutiert. Denn klar ist: Das alte Hallenbad kann im aktuellen Zustand nicht mehr weiterbetrieben werden. Bilder zeigen Rost, Abplatzungen und verschlissene Bauteile.
Gleichzeitig dient das Hallenbad als Lehrschwimmbecken für viele Schülerinnen und Schüler. Schulpräsidentin Marianne Bachofner (SVP) sowie auch Gemeinderat und Rettungsschwimmer Markus Moser (parteilos) hatten sich deshalb für den Erhalt des Hallenbads starkgemacht.
Denn die Kapazitäten für Schwimmunterricht in den Hallenbädern der Region sind knapp. Bei einem Nein wäre offengeblieben, ob und wo die Weisslinger Schülerinnen und Schüler künftig Schwimmkompetenzen vermittelt bekommen hätten.
Eine Schliessung des Hallenbads wäre bei einer Ablehnung unumgänglich geworden. Der Gemeinderat hätte innerhalb weniger Jahre einen Plan B für eine alternative Nutzung ausarbeiten müssen. Ein Projekt, das aber ebenfalls Kosten verursacht hätte.
Mit dem deutlichen Ja an der Urne ist der Weg für die Sanierung nun aber frei. Voraussichtlich im Dezember wird die Gemeindeversammlung über einen definitiven Projektierungskredit abstimmen. Bei einem Ja folgt im November 2027 eine Urnenabstimmung über das Bauprojekt. Kommen beide Kredite durch, können die Bauarbeiten voraussichtlich Anfang 2028 starten. Sie sollen rund ein Jahr dauern.
