Politik

Für den Gewässerschutz

Bleirückstände: Schlatt muss alte Schiessanlage sanieren

Bei der Schiessanlage Widen wird schon längst nicht mehr geschossen. Trotzdem könnte der belastete Boden das Grundwasservorkommen Schlatt–Waltenstein gefährden und muss deshalb verschwinden.

Bleirückstände: Schlatt muss alte Schiessanlage sanieren

Für den Gewässerschutz

Bei der Schiessanlage Widen wird schon längst nicht mehr geschossen. Trotzdem könnte der belastete Boden das Grundwasservorkommen Schlatt–Waltenstein gefährden und muss deshalb verschwinden.

Der Kugelfang der 300-Meter-Schiessanlage Widen in Schlatt ist im kantonalen Verzeichnis der belasteten Standorte eingetragen. Von diesen Orten gibt es schweizweit rund 4000. Während des jahrzehntelangen Schiessbetriebs gelangten Unmengen von Blei und dem Halbmetall Antimon in den Boden.

Nicht nur dieser ist durch die Schadstoffe gefährdet, sondern auch das Grundwasser und die Gewässer. Das Umweltschutzgesetz und die Altlasten-Verordnung schreiben daher eine Sanierung vor. Sprich, der betroffene Boden muss abgetragen und entsorgt werden. Eine Aufgabe, die nun in Schlatt ansteht.

Die heutige Schiessanlage stammt aus dem Jahr 1921 und umfasst sechs Scheiben. Seit 1954 wurde sie vom Schützenverein Schlatt genutzt. Als dessen Mitglieder einen Weiterbetrieb nicht mehr sinnvoll fanden, entschied sich die Gemeinde im Herbst 2020 für die Stilllegung.

Bis zu dem Zeitpunkt fing ein etwa vier Meter hoher Wall diejenigen Kugeln auf, die das Ziel durchschlugen oder verfehlten. Dieser Kugelfang befindet sich in unmittelbarer Nähe des Grundwasservorkommens Schlatt–Waltenstein – und somit in der erweiterten Grundwasserschutzzone Au.

Kosten von einer halben Million Franken

Die Gemeinde will den Boden so weit entgiften, dass der Standort aus dem kantonalen Verzeichnis gelöscht werden kann. Danach plant sie, die Parzelle zu verkaufen.

Für die Sanierung ist die Firma Magma AG für Geologie, Umwelt und Planung zuständig. Diese hat ein entsprechendes Projekt ausgearbeitet, derzeit liegt das Baugesuch öffentlich auf. Darin wird mit einer Baudauer von drei Monaten und Kosten in Höhe von 534’875 Franken gerechnet.

Ein Teil der Finanzierung wird voraussichtlich vom VASA Altlasten-Fonds des Bunds getragen, der Rest von der Gemeinde und dem Kanton. Die genaue Verteilung der Kosten bestimmt das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel), nachdem die Sanierung erfolgreich abgeschlossen ist.

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