Politik

Pfäffikon und Wildberg

11 Fragen zur Fusion, die einen Gedanken wert sind

130 Fragen zur geplanten Fusion von Pfäffikon und Wildberg gingen in den letzten Wochen ein. Darunter auch viele, die es bisher nicht in die breite Öffentlichkeit geschafft haben. Ein paar Beispiele.

11 Fragen zur Fusion, die einen Gedanken wert sind

Pfäffikon und Wildberg

130 Fragen zur geplanten Fusion von Pfäffikon und Wildberg gingen in den letzten Wochen ein. Darunter auch viele, die es bisher nicht in die breite Öffentlichkeit geschafft haben. Ein paar Beispiele.

Was sind die Vorteile einer Fusion von Pfäffikon und Wildberg? Was die Nachteile? Diese und viele weitere Fragen treiben die Gemeinden seit langer Zeit um. Am Dienstag hatten die beiden Gemeinderäte zum zweiten Info-Abend zur Gemeindefusion geladen und einen Teil davon zu beantworten versucht.

Insgesamt 130 solcher Fragen wurden im Vorfeld gesammelt und auf einer eigens geschaffenen Informationswebsite aufgelistet. Doch es sind nicht nur die grossen und objektiv wichtigen Fragen wie etwa zum Steuerfuss oder zur Schule, welche die Bevölkerung umtreiben. Viele davon geben die Stimmungslage wider und weisen auf die Sorgen der Pfäffiker und Wildberger hin.

«Ist das Lehrschwimmbecken Steinacker neu auch für die Kinder in Wildberg offen?», wurde etwa gefragt. Und nur eine Frage darunter: «Sieht der Fusionsvertrag vor, dass Einwohnerinnen und Einwohner von Wildberg ebenfalls Saisonabos für die Badis in Pfäffikon kaufen können?» Die Antwort ist bei beiden dieselbe: Ja, Wildbergerinnen und Wildberger haben nach dem Zusammenschluss die gleichen Rechte wie Einwohnerinnen und Einwohner von Pfäffikon. Denn bei der geplanten Fusion handelt es sich um eine Eingemeindung. Das bedeutet, dass Wildberg in die Gemeinde Pfäffikon integriert wird.

«Was passiert mit den Ortsnamen Wildberg, Schalchen und Ehrikon nach Annahme des Fusionsvertrags?» Die Antwort: Alle drei Ortsnamen bleiben bestehen. Die Bevölkerung behält ihre bisherigen Adressen und Ortsbezeichnungen. Die Ortsschilder ergänzt die Gemeinde künftig mit «Gemeinde Pfäffikon».

Man sieht das Ortsschild von Kyburg mit dem Zusatz (Illnau-Effretikon).
Die letzte Fusion im Bezirk Pfäffikon war der Zusammenschluss von Illnau-Effretikon mit Kyburg per Anfang 2016. (Archiv)

Wildberger bleiben also weiterhin Wildberger. Und jeder, der sich allenfalls die Postleitzahl von Wildberg tätowiert hat, kann ebenfalls aufatmen: «Wie verändern sich die Postleitzahlen von Pfäffikon und Wildberg?», lautet eine weitere Frage. Die beruhigende Antwort: Die Post AG bestätigt, dass die bestehenden Postleitzahlen der einzelnen Ortsteile auch nach einer Fusion unverändert bestehen bleiben.

Einen Wermutstropfen gibt es trotzdem. «Welches Wappen hat die fusionierte Gemeinde?», will jemand wissen. Erneut liegt die Antwort in der geplanten Eingemeindung: Die fusionierte Gemeinde Pfäffikon verwendet das bestehende Wappen der Gemeinde Pfäffikon.

Kosten als Stolperstein?

Mit einer Fusion würden sich für die kleine Gemeinde Wildberg zwar viele Probleme lösen. Lauern trotz allem doch noch irgendwo versteckte Kosten für die Einwohnerinnen und Einwohner? «Müssen Identitätskarte oder Pass nach der Fusion neu beantragt werden?» Doch auch hier gibt es Entwarnung. Bestehende Ausweise und Pässe bleiben bis zum ordentlichen Ablaufdatum gültig.

Oder gibt es Mehrkosten beim Thema Abfall? «Was bedeutet der Fusionsvertrag für die Abfallgebühren?» Da die Tarife in Wildberg heute höher sind als jene in Pfäffikon, sinken die Gebühreneinnahmen der neuen Gemeinde im Verhältnis zur Einwohnerzahl sogar leicht, ist auf der Website zu lesen. 

Und obwohl sich vieles verändert: Vieles bleibt auch nach einer Fusion gleich. «Was ändert sich im Bezug auf die Bibliotheken in Pfäffikon und Wildberg?» Die Einwohnerinnen und Einwohner beider Gemeindeteile können die Dienstleistungen beider Bibliotheken nutzen. Denn jene in Wildberg bleibt bis auf Weiteres bestehen.

«Was passiert mit der Feuerwehr Wildberg?» Die Feuerwehren von Wildberg und Pfäffikon bleiben auch mit Annahme des Fusionsvertrags eigenständig. Die Gemeinden sehen derzeit keinen Vorteil in einer Zusammenlegung.

Und von der Feuerwehr zur Polizei: «Welche Auswirkungen hat der Fusionsvertrag auf den Polizeibestand?» Aus heutiger Sicht ist davon auszugehen, dass das Korps der Kommunalpolizei Region Pfäffikon über genügend personelle Ressourcen verfügt, sodass im Falle einer Fusion kein Personalausbau erforderlich sein wird.

Am 28. Februar 2027 ist es so weit, und in Pfäffikon und Wildberg wird über die Hochzeit an der Urne abgestimmt. Und so ist es wie bei den Menschen, wenn am Altar plötzlich jemand nein sagt. «Was passiert, wenn eine Gemeinde den Fusionsvertrag annimmt, die andere ihn aber ablehnt?» Die Fusion findet nur dann statt, wenn beide Gemeinden Ja sagen.

Weitere Informationen zur Fusion und die gesamte Liste mit den 130 Fragen sind zu finden unter www.gemeinsamweiter.ch.

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