Wetziker Stadtschreiberin gerät ins Visier der Ombudsstelle
Unzufriedene Mitarbeitende
Nach Kritik am Führungsstil der Wetziker Stadtschreiberin hat eine vom Stadtrat angeordnete, externe Untersuchung zwar keine Verfehlungen ergeben. Doch die Kritik hält an.
Verschiedene anonyme Meldungen haben in diesem Frühjahr über die externe Vertrauensstelle der Stadt die Wetziker Stadtverwaltung erreicht, in welchen das Führungsverhalten der Stadtschreiberin kritisiert wurde. Wie die Stadt in einer Mitteilung schreibt, habe sie in der Folge eine externe Firma damit beauftragt, die gemeldeten Fälle abzuklären. Diese auf die Abklärung von Missständen in öffentlich-rechtlichen Organisationen spezialisierte Firma habe einen sogenannten «Kulturcheck» durchgeführt, heisst es in der Mitteilung weiter.
Für diesen Kulturcheck seien verschiedene Mitarbeitende aus unterschiedlichen Hierarchiestufen der Stadtverwaltung zu Themen wie Zusammenarbeit im Team, Kommunikation und Führung befragt worden.
Nun liegt der Abschlussbericht dieser Untersuchung vor. Der Stadtrat schreibt, der Kulturcheck habe insgesamt eine positive Beurteilung der Arbeitskultur und der Führungssituation innerhalb der untersuchten Organisationseinheiten ergeben. Die Vorwürfe gegenüber der Stadtschreiberin hätten nicht bestätigt werden können.
Stadtrat will sich vermehrt dem Führungs- und Kulturverständnis widmen
Der Stadtrat will die im Bericht zum Kulturcheck enthaltenen allgemeinen Empfehlungen zur Führungskultur in «geeigneter Form» berücksichtigen, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Entwicklung eines «gemeinsamen Führungs- und Kulturverständnisses» sei eine der strategischen Zielsetzungen für die neue Legislatur.
Weiter hält der Stadtrat fest, dass nach Abschluss des Kulturchecks und der ergänzenden Sachverhaltsabklärungen keine Hinweise auf Integritätsverletzungen, missbräuchliches Führungsverhalten oder andere personalrechtlich relevante Verfehlungen der Stadtschreiberin vorlägen.
Die Ergebnisse bestätigen den Stadtrat darin, dass die Führungsentwicklung auf allen Ebenen weiter gestärkt, der Informationsfluss verbessert und die bereichsübergreifende Zusammenarbeit konsequent weiterentwickelt werden muss. Der Stadtrat werde dieses Thema im Rahmen seiner Klausur Ende September als Fokusthema behandeln und anschliessend über die definierten Projekte und das weitere Vorgehen informieren.
Jetzt soll es die Ombudsstelle richten
Noch während des Kulturchecks seien indes von einer unbekannten Stelle wiederholt anonyme Schreiben an Mitarbeitende sowie an das Parlament versendet worden. Sie wiederholen die Vorwürfe an die Stadtschreiberin und kritisieren das Vorgehen des Stadtrats betreffend den Kulturcheck.
Der Stadtrat nehme auch diese wiederholten Vorwürfe ernst, betont er. Gleichzeitig könne er aber die persönlichen Anschuldigungen nicht länger hinnehmen, nicht zuletzt, weil es nach wie vor an fundierten Hinweisen und konkreten Ereignisberichten mangelt. Nun wendet sich der Stadtrat an die Ombudsstelle des Kantons Zürich.
Diese kantonale Behörde steht zwischen dem Kantonsparlament und der Justiz. Die Wetziker Gemeindeordnung besagt, dass die kantonale Ombudsperson prüfen kann, ob die Behörden von Wetzikon rechtmässig, angemessen und fair verfahren. Sie kann Ratschläge erteilen, vermitteln und schriftliche Empfehlungen erlassen.

