Politik

Behördenzmittag in Dübendorf

Gewerbler ärgern sich über Velofahrer und hoffen auf eine Steuersenkung

Wie jedes Jahr lädt der GHI den Dübendorfer Stadtrat zum Essen ein, um auf den neuesten politischen Stand gebracht zu werden. Die Politiker hatten vieles zu diversen Bauprojekten zu erzählen, aber die Gewerbler interessierte vor allem eines.

Gewerbler ärgern sich über Velofahrer und hoffen auf eine Steuersenkung

Wie jedes Jahr lädt der GHI den Dübendorfer Stadtrat zum Essen ein, um auf den neuesten politischen Stand gebracht zu werden. Die Politiker hatten vieles zu diversen Bauprojekten zu erzählen, aber die Gewerbler interessierte vor allem eines.

Er habe eigentlich nicht viel zu erzählen, startete Stadtpräsident André Ingold (SVP) seinen Vortrag am diesjährigen Behördenzmittag im Restaurant Sonnental in Dübendorf. Ohnehin hatte er für seine Zusammenfassung, wie die anderen Stadtratsmitglieder auch, genau fünf Minuten Zeit (mit Timer gestoppt!), um die Mitglieder des Gewerbe-, Handels- und Industrievereins (GHI) wie jedes Jahr nach den Sommerferien auf den neuesten Stand der Politik zu bringen.

Zum einen verkündete er die neue Verteilung der Vorstandsfunktionen. Nach etwas «fighting» (auf Deutsch: kämpfen) sei im Stadtrat entschieden worden, dass Adrian Ineichen Finanzvorstand und Roger Gallati Tiefbauvorstand werde (beide FDP). Abgesehen davon werde viel gebaut, die Dübi-Mäss sei super gewesen, und die Dübendorfer Filiale der Kantonsschule Stadelhofen habe am Montag eröffnet werden können.

In Dübendorf wird vor allem gebaut

Bildungsvorständin Susanne Hänni (GLP) erwähnte die immer grösser werdende Anzahl an speziell zu betreuenden Schülern. Aber am meisten Neuigkeiten gebe es in einer Angelegenheit, «die so gar nicht unser Spezialgebiet ist»: den Bauprojekten. Die ersten Schüler konnten am Montag im neuen temporären Schulgebäude der Primarschule Sonnenberg starten. Zudem seien die lautesten Arbeiten am Schulhaus Birchlen erledigt.

Zum Bauprojekt «Schulhaus Stägenbuck», das die Politik in den letzten Jahren gespalten hat, musste sich Hänni von einem Vereinsmitglied Kritik anhören. «Das Projekt ist ein Murks» – so seine Meinung. «Wieso hat der Stadtrat sich nicht getraut, ein Provokationsbegehren zu stellen?» Die Bildungsvorständin sah darin zu viele Risiken. «Die Chance auf Erfolg mit einem solchen Begehren wäre klein. Wäre es abgelehnt worden, hätten wir mit der Planung von Neuem starten müssen, mit möglicherweise noch höheren Auflagen von der Denkmalpflege.»

Hochbauvorstand Dominic Müller (Die Mitte) und Tiefbauvorsteher Roger Gallati berichteten über die vielen geplanten oder bereits laufenden Bauprojekte in der Stadt. Müller erzählte von der Begrünung mit neuen Bäumen zur Hitzeminderung und davon, dass die revidierte Bau- und Zonenordnung referendumslos geblieben ist.

Gallati zählte die neue Passerelle beim Bahnhof Stettbach auf, die bald eröffnet werden soll und für Fussgänger und Velofahrer eine Verbindung zwischen den Quartieren Hochbord und Mattenhof in Zürich schaffen wird. Zudem sprach er über die Baustelle zur Schaffung einer Busspur an der Fällandenstrasse in Richtung Dübendorf. Die Strasse werde während der gesamten Bauzeit für Autos zweispurig bleiben.

Am Schluss geht es um die Steuern

Ein GHI-Mitglied regte sich über die Velofahrer auf, die bei der Baustelle die Durchfahrtsverbote missachten. «Kontrolliert Ihr das überhaupt?», fragte er. Der verantwortliche Sicherheitsvorstand Schmid wusste das nicht zu beantworten, weil es sich um eine Kantonsstrasse handelt. «Aber mich nervt das auch – bestimmte Velofahrer sind trotz Schildern einfach unbelehrbar.»

Finanzvorstand Adrian Ineichen sprach über die schwierige internationale Wirtschaftslage. Aber vor allem interessierte die Gewerbler eines: der Steuerfuss. «Wird er gesenkt?», war die erste Frage aus der Runde. Ineichen hielt sich in seiner Antwort vage. «Letztes Jahr haben wir finanziell gut abgeschlossen. Aber das Ausgabenwachstum steigt jedes Jahr, und zudem wird es im nächsten Jahr vom Kanton keinen Ressourcenzuschuss mehr geben.» Der Gewerbler zog daraus scherzend das Fazit: «Wir rechnen also mit einer zweistelligen Steuerfussminderung.»

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