Stadtrat Wetzikon reagiert auf Petition für sicheren Schulweg
Eine Rampe soll es richten
Die Eichholzstrasse in Wetzikon birgt Gefahren für Fussgänger. Mit einer Petition wollte Daniela Audino diesen Missstand bekämpfen. Die Umsetzung gestaltet sich schwierig – ist aber nicht unmöglich.
Vollbremsungen, rücksichtsloses Durchfahren trotz wartenden Kindern, überhöhte Geschwindigkeiten oder ungeduldiges bis aggressives Verhalten gegenüber zögerlichen Kindern: So beschreibt Daniela Audino die aktuelle Verkehrssituation an der Wetziker Eichholzstrasse. Mit einer Petition forderte sie deshalb den Stadtrat auf, dort einen Zebrastreifen anzubringen oder andere Anpassungen vorzunehmen.
«Die Sicherheit aller Fussgängerinnen und Fussgänger– insbesondere der besonders schutzbedürftigen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer – muss oberste Priorität haben», schreibt Audino in der Petition. «Mit den vorgeschlagenen Massnahmen kann ein entscheidender Schritt unternommen werden, um die Gefährdung an dieser Stelle zu reduzieren und den Weg zur Schule und zum Kindergarten sicherer zu machen.» 330 Unterzeichnende stärkten ihr den Rücken, die Petition wurde im Februar an Stadträtin Christine Walter Walder (Grüne) übergeben.
Seither hat sich der Stadtrat mit der Situation an der Eichholzstrasse befasst und eine Stellungnahme veröffentlicht. Diese gleicht dabei im Grunde einer Auflistung von Massnahmen, die an der kritischen Stelle an der Eichholzstrasse nicht umgesetzt werden können.
«Der Sicherheit auf Schulwegen misst die Stadt Wetzikon eine hohe Priorität zu», heisst es im Schreiben. «Gleichzeitig sind Verkehrssicherheitsmassnahmen auf ihre Wirksamkeit, Verhältnismässigkeit sowie auf ihre Übereinstimmung mit den geltenden fachlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu prüfen.»
Kein Streifen, keine Brücke, kein Spiegel
Ein Fussgängerstreifen sei nicht umsetzbar, weil unter anderem die Sicht vor Ort zu sehr eingeschränkt ist. Zudem erhöhe ein Fussgängerstreifen allein die Sicherheit der Fussgänger nicht, sondern regle vor allem die Vortrittsberechtigung. «Zentrales Element für einen sichereren Fussgängerübergang ist der Bau einer Mittelinsel, was aufgrund der Platzverhältnisse nicht realistisch umsetzbar ist.»
Eine Fussgängerbrücke sei zu teuer und behindertengerecht kaum zu gestalten. Einer farblichen Markierung des Bodens wird eine zu kleine Wirkung attestiert, und das Gefahrensignal «Kinder» werde nur im direkten Bereich von Schulhäusern und Spielplätzen aufgestellt, nicht entlang von Schulwegen.
Auch von der Montage eines Spiegels wird abgeraten, weil gerade für Kinder und ältere Personen das Einschätzen der Distanz und der Geschwindigkeit von herannahenden Fahrzeugen schwierig ist. Die Geschwindigkeit auf 30 km/h zu drosseln, erscheine ebenfalls nicht als zielführend. Denn rund 85 Prozent aller Fahrzeuge sind bereits mit 33 km/h oder langsamer unterwegs.
Positive Auswirkung auch auf Veloverkehr
Doch der Stadtrat hat einen Vorschlag: eine bauliche Massnahme in Form einer Rampe im Knotenbereich Eichholz-/Wallenbachstrasse. «Eine Anrampung wirkt unmittelbar auf das Fahrverhalten, indem sie die Aufmerksamkeit auf die einmündende Strasse lenkt», schreibt der Stadtrat. Eine Rampe führe nachweislich dazu, dass weniger schnell gefahren wird. Auch werde die Sicherheit für den Veloverkehr so verbessert.
«Diese Massnahme ist verhältnismässig, vergleichsweise effizient umsetzbar und in das bestehende Strassenumfeld integrierbar», heisst es abschliessend. Der Stadtrat hat die Abteilung Tiefbau beauftragt, das Projekt für die Rampe auszuarbeiten und die Umsetzung anzupacken.

