Turbenthal erhält ein Ruftaxi – vorerst für drei Jahre
Pilotversuch genehmigt
Turbenthal will bei der Mobilität neue Wege gehen und testet das Ruftaxi Mybuxi. Doch das Traktandum gab an der Gemeindeversammlung zu reden.
Turbenthal ist eine sehr weitläufige Gemeinde. Viele Einwohnerinnen und Einwohner leben in den Aussenwachten – und dort gibt es keine gute Anbindung an den ÖV. An der Zukunftswerkstatt 2025 war deshalb die Einführung eines Ruftaxis oder eines Ortsbusses ein Thema.
Der Gemeinderat hat dieses Anliegen aufgenommen. Er will mit dem Ruftaxi-Anbieter Mybuxi einen dreijährigen Pilotversuch durchführen. Die Kosten: 587’000 Franken.
Was ist Mybuxi?
Mybuxi – ein Kofferwort aus Bus und Taxi – ist ein neues Angebot für den ländlichen Raum. Es ergänzt den öffentlichen Verkehr, indem es den Transport zum und vom Bahnhof oder zu und von der Bushaltestelle übernimmt. Es kann aber auch für Fahrten innerhalb von Gemeinden genutzt werden.
Die von Mybuxi eingesetzten Minibusse sind elektrisch angetrieben und verfügen über sieben Sitzplätze. Die Betriebszeiten orientieren sich am Zugfahrplan und decken etwa die Zeiten von 6 bis 24 Uhr ab. Bestellt werden die Fahrzeuge über eine App, bei genügend grossem Bedarf kann auch eine telefonische Bestellmöglichkeit angeboten werden. (sco)
Der Pilotversuch sorgte an der Gemeindeversammlung am Montagabend für kontroverse Diskussionen, wie Gemeindeschreiber Jürg Schenkel berichtet. «Einige waren sehr dagegen, andere unterstützten den Pilotversuch mit Überzeugung», sagt er.
Am Schluss ergab sich ein klares Bild: 84 Anwesende stimmten für den dreijährigen Pilotversuch, nur 15 dagegen. Der Antrag der Rechnungsprüfungskommission, den Pilotversuch von drei auf zwei Jahre zu reduzieren, scheiterte ebenso wie der Antrag eines Stimmberechtigten, das Geschäft um zwei Jahre zurückzustellen.
Zudem genehmigten die Stimmberechtigten die Jahresrechnung 2025 der Politischen Gemeinde und die Kreditabrechnung für den Ausbau des Hochwasserschutzes am Chämibach. Auch den Rechnungen der Schulgemeinden stimmten sie zu.
