«Jugendgewalt ist kein generelles Problem in Wetzikon»
Nach Prügelattacke
Der Wetziker Stadtpräsident Pascal Bassu (SP) äussert sich zur Prügelattacke auf einen Jugendlichen in Gossau – der Stadtrat kündigt Massnahmen an.
Wenige Tage nach Bekanntwerden der Prügelattacke auf einen Jugendlichen im Grüt äussert sich auch der Wetziker Stadtrat zu den Ereignissen. Man sei «tief betroffen und verurteilt die Gewalttat aufs Schärfste», heisst es in einer Medienmitteilung.
Man nehme die Lage sehr ernst und stehe in engem Austausch mit der Kantonspolizei Zürich sowie der Wetziker Stadtpolizei. «Die Sicherheitslage wird laufend analysiert, und die bekannten ‹Hotspots› für Jugendgewalt im öffentlichen Raum werden ab sofort noch engmaschiger kontrolliert.» Auch die Schule Wetzikon habe Vorkehrungen getroffen, sodass die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen gewährleistet sei.
«Nicht alle Gewalttaten lassen sich verhindern»
Doch hat Wetzikon ein generelles Problem mit Gewalt? Laut Aussagen in den sozialen Medien ist das der Fall. Stadtpräsident Pascal Bassu äussert sich auf Anfrage dazu eher verhalten: «Die Einwohnerzahl ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, und das geht natürlich auch mit einer gewissen Anonymisierung einher.»
Generell greife es deshalb zu kurz, Jugendgewalt als typisches Wetziker Problem zu bezeichnen. «Es sind immer nur ganz wenige, die straffällig werden. Für die Mehrheit der Jugendlichen gilt das nicht.»
Das Gleiche gelte für den Vorwurf, dass hauptsächlich ausländische Jugendliche sich kriminalisieren würden. «Soweit ich weiss, ist einer der Täter Schweizer. Dennoch kann es sein, dass gerade Jugendliche mit Migrationshintergrund aus eher prekären Verhältnissen kommen, die solche Gewalttaten zumindest begünstigen», führt Bassu aus.
Nach Prügelattacke: Weitere sieben Jugendliche festgenommen
Im Zusammenhang mit der brutalen Attacke auf einen 14-Jährigen in Grüt hat die Kantonspolizei sieben weitere Jugendliche festgenommen. Sechs von ihnen wurden am Donnerstagnachmittag verhaftet, ein siebter stellte sich am Freitagmorgen selbst der Polizei.
Bei Hausdurchsuchungen stellten die Ermittler mutmassliches Deliktsgut sicher. Die Jugendlichen im Alter von 13 bis 16 Jahren werden nun der Jugendanwaltschaft zugeführt. Diese prüft neben einer möglichen Untersuchungshaft auch weitere Massnahmen, um künftige Straftaten zu verhindern. In einzelnen Fällen könnte dies eine Unterbringung in einer geschlossenen Institution zur Folge haben. (eve)
«Leider gehört es aber auch zur Realität, dass sich nicht alle Gewalttaten verhindern lassen.» Die Stadtpolizei pflege einen stetigen Austausch mit der Jugendintervention der Kantonspolizei, um adäquat reagieren und eingreifen zu können.
«Dennoch lässt einen so eine Tat immer betroffen zurück – unabhängig davon, ob es sich um Jugendliche oder Erwachsene handelt», sagt Bassu. Man wolle sich den Vorfall bei der Stadtratssitzung am kommenden Mittwoch noch einmal genau anschauen. «Vermutlich gibt es dann auch aufseiten der Kantonspolizei noch mehr Informationen, sodass wir alles besser einordnen können.»
