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Ein Jahr lang höchster Dübendorfer

Mit Julian Croci präsidiert neu ein Grüner den Dübendorfer Gemeinderat

Kein Spitzenresultat, aber dennoch klar gewählt: Julian Croci ist der neue Gemeinderatspräsident von Dübendorf. Er forderte den Gemeinderat auf, auch Minderheiten in die politische Arbeit einzubeziehen.

Julian Croci (Bildmitte) nahm die Wahl zum Gemeinderatspräsidenten «mit Dankbarkeit und Freude» an. Flankiert wird er von Christian Gross, dem ersten Vizepräsidenten, und der zweiten Vizepräsidentin Sarah Steiner.

Foto: Christian Merz

Mit Julian Croci präsidiert neu ein Grüner den Dübendorfer Gemeinderat

Kein Spitzenresultat, aber dennoch klar gewählt: Julian Croci ist der neue Gemeinderatspräsident von Dübendorf. Er forderte das Parlament auf, auch Minderheiten in die politische Arbeit einzubeziehen.

Julian Croci (Grüne) ist der neue höchste Dübendorfer, am Montag wurde er vom Parlament für ein Jahr zum Präsidenten des Gemeinderats gewählt. Croci erhielt 33 von 39 Stimmen aus dem Rat. Im Vergleich zu seinen Vorgängern ist das kein Spitzenresultat, aber immerhin ein solides Ergebnis – und kein Vergleich zu Flavia Sutter, die 2020 als erstes Mitglied der Grünen gegen den Widerstand der SVP lediglich 22 von 37 Stimmen erhalten hatte.

Erster Vize ist Christian Gross (SP), als zweite Vizepräsidentin wurde Sarah Steiner (SVP) gewählt.

Für sein Amtsjahr wünschte sich Croci in seiner Antrittsrede einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander. Der Gemeinderat müsse die gesamte Bevölkerung vertreten und alle Stimmen einbeziehen. «Schliesslich sitzen wir alle da, um Dübendorf besser zu machen.»

Aufgewachsen ist Croci in Wald, in der Natur, mit viel Bewegungsspielraum und Klassenkameraden mit den verschiedensten nationalen und sozialen Hintergründen – für ihn der Massstab für eine lebenswerte Umgebung, wie er sagte. Gut möglich also, dass der diesjährige Ausflug des Gemeinderats ins Zürcher Oberland führt.

Fast ein Klassentreffen

Vor der Wahl Crocis hatte sich bereits Gemeinderat Thomas Maier (GLP) an den versammelten Rat gewandt. Er habe die Arbeit des Parlaments in der vergangenen Legislatur als konstruktiv und lösungsorientiert erlebt, sagte er in seiner Rolle als Amtsältester in fast schon väterlichem Ton – und wünschte sich, dass der Gemeinderat diesen Weg die nächsten vier Jahre beibehalten werde.

Stadtpräsident André Ingold (SVP) wiederum würdigte die Arbeit der ehemaligen Gemeinderäte, von denen viele von den Zuschauerrängen aus die Sitzung verfolgten, was etwas von einem Klassentreffen hatte. Als Dank für ihre Verdienste bekamen die Ex-Parlamentarier einen Silbertaler und einen Blumenstrauss.

Diesmal passte es

Deutlich zügiger als vor vier Jahren lief schliesslich die Wahl der Mitglieder für die verschiedenen Kommissionen ab. Damals wehrte sich der neu gewählte Aufrecht-Vertreter Patrick Jetzer dagegen, dass er als Fraktionsloser keiner Kommission beitreten konnte, indem er sich selber aufstellte.

Weil damit die Anzahl Bewerber nicht mehr mit den verfügbaren Sitzen übereinstimmte, mussten sämtliche Mitglieder aller Kommissionen gewählt und ausgezählt werden, was gut und gerne eine zusätzliche Stunde in Anspruch nahm. Diesmal passte es – und die Anwesenden konnten sich ohne weitere Verzögerungen dem Apéro widmen.

Stadtrat verurteilt «diffamierenden Angriff»

Mit einer ungewöhnlichen Stellungnahme reagierte Stadtpräsident André Ingold (SVP) am Ende der Sitzung auf einen Leserbrief des ehemaligen Gemeinderats David Siems im «Glattaler». Darin warf Siems Finanzvorstand Martin Bäumle (GLP) vor, städtische Grundstücke zur Finanzierung «sinnloser Steuersenkungen für einige wenige Privilegierte» verwerten zu wollen und damit den Volksauftrag für günstige Wohnungen zu sabotieren.

Ingold sagte, es sei sachlich falsch und irreführend, Verzögerungen oder Entwicklungen einzelnen Personen aus dem Stadtrat zuzuschreiben. Der Stadtrat handle als Kollegium und trage die Verantwortung gemeinsam. Siems’ Aussagen verurteilte er als «unsachlichen und diffamierenden öffentlichen Angriff». (tba)

 

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