Gossau will 6,6 Millionen für Schulanlage Rooswis investieren
Wie überall steigende Schülerzahlen
Die Stimmberechtigten werden nicht direkt zur Kasse gebeten, finanzieren es aber über die Steuern. Gossau braucht am 14. Juni noch den Segen aus dem Dorf, dass man das Schulhaus Rooswis für 6,6 Millionen Franken erneuern kann.
Neben den hochemotionalen eidgenössischen und kantonalen Vorlagen sowie dem zweiten Wahlgang für den sechsten Sitz im Gemeinderat und für das Schulpräsidium stimmt Gossau am 14. Juni zusätzlich über den 6,6-Millionen-Kredit für die Schulraumerweiterung und den Heizungsersatz der Schulanlage Rooswis ab. Es geht um bauliche, strategische und pädagogische Aspekte.
Wie beinahe in jeder anderen Gemeinde im Oberland wachsen die Schülerzahlen auch in Gossau. Im Verlauf des letzten Jahrzehnts stieg die Anzahl der Einwohnerinnen und Einwohner um rund 800 Personen – allein in den Jahren 2022 und 2023 zogen 230 Menschen nach Gossau. Diese Zahlen werden voraussichtlich weiterhin steigen, auch wenn die Gemeinde von einem moderaten Wachstum ausgeht.
Grosse Räume im Trend
Das derzeitige Schulhaus Rooswis stammt noch aus den frühen 1990er Jahren und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen, wie es in der Abstimmungsvorlage heisst. Konkret fehlen Gruppenräume und flexibel einsetzbare Räume. Zudem benötige die integrative Förderung zusätzliche Flächen.
Unterricht finde nicht mehr nur im Klassenraum als Frontalunterricht statt. Heute werde auf verschiedenste Unterrichtsformen wie kooperatives Lernen oder Lerninseln gesetzt. Diese Art von Unterricht vergrössere den Bedarf an Räumlichkeiten.
Gleiches gelte für die Tagesstruktur, die ausgelastet sei und den Kindern längere Wege abverlange, weshalb ein neuer Standort direkt beim Schulhaus für Entlastung sorgen solle. Dafür wird der bestehende Pavillon beim Schulhaus umgenutzt und zum Einsatz kommen.
Hinzu kommt noch ein etwas profaneres Problem: Die Heizungsanlage des Schulhauses ist 30 Jahre alt und muss erneuert werden. Die Gemeinde hat also ein koordiniertes Gesamtprojekt im Auge, mit dem sie sicher ist, «langfristig Kosten und Aufwand zu sparen».
Neben dem Gemeinderat stellt sich auch die Rechnungsprüfungskommission hinter das Projekt. Sofern der Kredit angenommen wird, will die Gemeinde die Baueingabe im Dezember abgeschlossen haben, damit im Juni 2027 mit den Arbeiten gestartet werden kann. Innert weniger als zwei Jahren, im Januar 2029, würde die Anlage nach dem Projektplan somit bezugsbereit sein.