Fehraltorf will sein Dorfzentrum aufwerten
Fussgänger statt Schleichverkehr
200 Unterschriften, 13 Jahre Wartezeit, 280'000 Franken: Diesen Herbst beginnt Fehraltorf mit der Umgestaltung seines Dorfkerns.
Fehraltorf ist im stetigen Wandel. Die Gemeinde wächst, im Schnitt um zirka 40 Einwohner pro Jahr. Und mit der Bevölkerungszahl steigt auch das Bedürfnis nach Wohlfühlorten innerhalb des Dorfs. Ein Bedürfnis, dem die Gemeinde schrittweise nachkommen möchte – unter anderem auch mit der Aufwertung des Dorfkerns.
Bereits im Jahr 2013 wurde der Wunsch nach einer Verkehrsberuhigung und einer attraktiveren Gestaltung des Areals Schützengasse/Hintergasse durch eine Petition mit über 200 Unterschriften an die Gemeinde herangetragen. Diesen Herbst beginnen endlich die Arbeiten.
Fritz Schmid (parteilos), zuständiger Gemeinderat, steht neben dem Brunnen in der Hintergasse. Am Boden sind pinke Linien eingezeichnet – dort soll der Brunnen künftig stehen. «Uns kamen immer andere Projekte dazwischen», antwortet er auf die Frage, warum sich die Aufwertung seit 2013 hinzieht.
Als Beispiele nennt er den Bau der Fehraltorfer Alterswohnungen, die Verkehrsberuhigung rund um den Bahnhof, die Aufwertung des Zelgli-Quartiers sowie die Sanierung der Kempttalstrasse, einer der Hauptverkehrsachsen im Oberland.
Nun nimmt sich die Gemeinde des Bereichs Schützengasse/Hintergasse an. Viele der Eltern, die die Petition einst eingereicht hatten, haben heute bereits ältere Kinder. «Auch wenn sie selbst nicht mehr direkt davon profitieren, kommen die Verbesserungen nun anderen Familien zugute», resümiert Schmid.
Einbahnregime und Bäume
Konkret soll sich das Areal in ein verkehrsberuhigtes Zentrum verwandeln. Dafür wird der Brunnen versetzt und ein Aufenthaltsbereich mit Sitzgelegenheiten und Grünflächen geschaffen.
Gleichzeitig wird die Verkehrsfläche neu gestaltet und ein Einbahnregime vorbereitet. Durch angepasste Beläge und Pflästerungen im Knotenbereich soll eine optische Verkehrsberuhigung entstehen und der Schleichverkehr eingedämmt werden.


Auch eine komplette Sperrung für den Autoverkehr wurde diskutiert. An einer Info-Veranstaltung wurden fix installierte Poller gefordert, welche die ganze Strasse als Fussgängerzone kennzeichnen. Doch darauf verzichtet die Gemeinde. Schmid: «Rettungsfahrzeuge müssen durchfahren können. Wenn überhaupt, würden nur versenkbare Poller infrage kommen. Vorerst ist das aber kein Thema.»
Man sei überzeugt, mit den erwähnten Massnahmen bereits mehr Aufenthaltsqualität und einen sichereren Strassenraum zu schaffen. Ein Schritt, der gemäss Schmid längst überfällig ist. Doch die Vision reicht noch weiter: eine fussgängerfreundlichere Bahnhofstrasse mit Läden, Gewerbe und Gastronomie, ähnlich wie die belebte Seestrasse in Pfäffikon. «Das wäre eine schöne Vision für Fehraltorf», meint Schmid.
Doch dafür brauche es nicht nur umfangreiche Planungen, sondern auch Unternehmer, die bereit seien, solche Projekte zu tragen. «In der Gastronomie ist es heute deutlich schwieriger geworden», gibt Schmid zu bedenken. Zudem verkehren Busse und Postautos in der Fehraltorfer Bahnhofstrasse, was eine Umgestaltung erheblich erschwert. Deshalb konzentriert sich die Gemeinde vorerst auf das Machbare: «Der Dorfkern ist der schönste Teil unseres Dorfs – er hat die Aufwertung verdient.»
Umgestaltung der Schützengasse
Die Arbeiten an der Schützengasse sollen im kommenden Herbst beginnen und im nächsten Frühling fortgesetzt und abgeschlossen werden, da insbesondere der Belagseinbau nur bei guter Witterung erfolgen kann. Die Kosten von 280’000 Franken werden von der Gemeinde getragen. (tas)
