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Neubau: Ja oder endgültig Nein?

Erneute Abstimmung über das Pfarrhaus der Pfarrei St. Benignus

Ob das neue Pfarrhaus bei der Kirche St. Benignus in Pfäffikon nun gebaut wird oder nicht: Das aktuelle Gebäude macht nicht mehr lange mit. Der Handlungsbedarf ist dringend.

Das Pfarrhaus der Pfarrei St. Benignus in Pfäffikon ist schon längst sanierungsbedürftig.

Foto: Mel Giese Pérez

Erneute Abstimmung über das Pfarrhaus der Pfarrei St. Benignus

Neubau: Ja oder endgültig nein?

Ob das neue Pfarrhaus bei der Kirche St. Benignus in Pfäffikon nun gebaut wird oder nicht: Das aktuelle Gebäude macht nicht mehr lange mit. Der Handlungsbedarf ist dringend.

Im September heisst es für die Stimmbevölkerung der Kirchgemeinde St. Benignus – dazu gehören die Katholikinnen und Katholiken aus Fehraltorf, Hittnau, Pfäffikon und Russikon – wieder mal: Soll das Pfarrhaus einem Neubau weichen oder nicht? Bereits 2017 hatten die Stimmberechtigten darüber abgestimmt und dabei klar Nein gesagt. Nun steht eine erneute Abstimmung dringender denn je an.

Das Gebäude aus den 1960er Jahren zeigt diverse Mängel und ist schon seit Jahren sanierungsbedürftig. Es weist beispielsweise Asbest auf, Mängel bezüglich des Brandschutzes, es ist nicht barrierefrei, verfügt über eine veraltete Haustechnik und genügt schlicht nicht mehr den heutigen Standards.

Allein die Heizung, die nicht nur das Pfarrhaus, sondern auch das Wohnhaus nebenan und die Kirche selbst mit Wärme versorgt, ist so in die Jahre gekommen, dass sie spätestens in fünf Jahren ersetzt werden muss.

Sollte das Pfarrhaus saniert werden, müsste man ins gesamte Gebäude eingreifen. «Das Haus eigentlich aushöhlen», sagte Christian Brunner von der Schweizerischen Fachstelle für Gebäudemanagement (SFGM), der das Projekt an einer Informationsveranstaltung vorstellte.

Doppelstöcker für 4 Millionen Franken

Der Neubau soll zu einem zweistöckigen Gebäude werden – mit einem flachen Dach – und sich zwischen der Kirche und dem Wohnhaus eingliedern lassen. Er beinhaltet unter anderem Büros, Sitzungszimmer, Räume für die Seelsorge, Nasszellen, ein Archiv, eine Küche und ein Bistro im Erdgeschoss.

Die Baukosten für den Neubau werden auf rund 4 Millionen Franken geschätzt. Das sind 220’000 Franken mehr, als man für die Sanierung vermutet. Jene Kosten würden sich auf 3,78 Millionen Franken belaufen.

Eine Sanierung steht jedoch laut der Kirchenpflege nicht zur Debatte. Nicht nur, weil sich die Kosten lediglich wenig unterscheiden würden, sondern auch, weil es energetisch ineffizient sei. Über 50 Jahre gerechnet verursache der Neubau weniger CO₂ im Betrieb als die Sanierungsvariante.

An der Urne im September wird deshalb nicht für das eine oder das andere abgestimmt, sondern lediglich über die 4 Millionen Franken für das neue Pfarrhaus. Was bei einem erneuten Nein geschehen würde, ist noch ungewiss. Wahrscheinlich müsste man das Pfarrhaus in den nächsten Jahren abbrechen und die benötigten Räume mieten, hiess es an der Info-Veranstaltung seitens der Kirchenpflege. Das würde bedeuten, dass die Räume des Pfarrhauses dezentralisiert werden. Standorte wären in Fehraltorf, Hittnau, Pfäffikon oder Russikon möglich.

Vorgeschichte mit Kritik

Über die Zukunft des Pfarrhauses der Pfarrei St. Benignus in Pfäffikon wird bei den Katholikinnen und Katholiken aus den Gemeinden Fehraltorf, Hittnau, Pfäffikon und Russikon schon seit 2016 debattiert. Bereits damals ging es um die Frage: Neubau ja oder nein? Und schon damals war der Grund der Zustand des Gebäudes. Im Frühling 2016 sollte das Projekt 2,5 Millionen Franken kosten. Im September 2017 mussten die Stimmberechtigten aber über 4,7 Millionen Franken abstimmen. Die Kosten schossen damals unter anderem wegen einer geplanten Wärmepumpe und einer Photovoltaikanlage in die Höhe wie auch wegen der Auflagen des Hochwasserschutzes.

Damals sollten auch 1½- und 3½-Zimmer-Wohnungen in den Neubau inkludiert werden. Dies wurde jedoch von Gegnern kritisiert. Wohnungsbauten seien nicht Aufgabe der Kirchgemeinde, hiess es damals. Ebenso wurden die geplante Wärmepumpe und die Photovoltaikanlage kritisiert. Die Kritiker konnten die Stimmberechtigten mobilisieren, es resultierte ein deutliches Nein bei der Abstimmung.

Die Verzögerung hat aber auch andere Gründe. Die Kirchenpflege war jahrelang zerrüttet. 2020 traten drei Mitglieder zurück, sodass die Kirchgemeinde ab Januar 2021 nicht mehr beschlussfähig war. Ein von der kantonalen Kirche eingesetzter Sachwalter musste das Vakuum füllen – die Pläne rund um das Pfarrhaus wurden vorerst auf Eis gelegt. 2023 machte ein neuer Anlauf Hoffnung, doch der zuständige Ressortleiter verliess die Kirchenpflege wieder. Erst seit Anfang 2025 ist Andreas Braun im Amt und treibt das Projekt voran.

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